Donnerstag, 21.08.2014
| RSS | LZ-Nachrichtenticker | Mediadaten | Kontakt | Newsletter


27.03.2011
ANASTASIA LANGER
Was ist erlaubt?

Faust, Spohr Oper | Foto: Hagen König

Detmold. Der Zwiespalt zwischen dem guten Willen und den menschlichen Schwächen ist ein seit Jahrhunderten diskutiertes Thema. In der Literatur stellt Faust eine Leitfigur der Grenzüberschreitung dar. Die wohl bekannteste Verschriftlichung dieser Legende ist der "Faust" von Johann Wolfgang von Goethe. Die wohl bekannteste Vertonung ist die die von Louis Spohr.

Letztere führten die Landesbühnen Sachsen am Freitag im ausverkauften Landestheater auf. Die Inszenierung von Horst O. Kupich verdeutlicht mit der Ansiedlung des Klassikers in der Moderne die Aktualität der Thematik. Die romantische Oper aus dem 19. Jahrhundert behandelt das Thema eines Menschen, der sich nach Liebe, Ruhm und Anerkennung sehnt - ein ganz normaler Mensch eben. Aber Faust (großartig interpretiert von Norman D. Patzke) will hoch hinaus.

Noch befindet er sich ganz unten - bühnenbildlich in Form eines U-Bahn-Tunnels dargestellt, in dem sich Mitglieder der Punkszene tummeln. Die Umsetzung seiner Träume soll durch einen Pakt mit dem Teufel Mephistopheles (überzeugend dargeboten von Hagen Erkrath) gelingen. Dieser ermöglicht ihm zwar allerhand Befriedigung seiner Lüste, doch führt er ihn letztendlich ins Verderben. Bühnenbild und Kostüme sind aufeinander abgestimmt. So ist Mephisto in vielen Szenen anwesend; steht still im Hintergrund und beobachtet das Geschehen.

Dabei passt sein Anzug jeweils zu den Wänden, nur sein blasses Gesicht und seine roten Handschuhe stechen hervor. Die teuflische Farbe Rot tritt häufig auf: In Lichtform und kombiniert mit viel Nebel bekräftigt sie die Machtausübungen Mephistos. Musikalisch verführt der Teufel auf der Klarinette spielend und unterstützt damit das Orchester unter der Leitung von Michele Carulli. Das Kostüm Fausts unterstreicht seinen inneren Konflikt: Hemd, Hose und Schuhe in dunklen Tönen wirken seriös; die schwarze Lederjacke steuert einen wilden Aspekt bei.

Fausts Weg zum persönlichen Erfolg wird durch einen Baum im Zentrum der Bühne dargestellt. Das Innere des Stamms ist von Technik ausgefüllt. Unzählige Zahnräder und Röhren symbolisieren, wie die Welt für Mephisto zusammengehalten wird: mechanisch funktionierend. Die treuen Dienerinnen, gespielt von einem Frauenchor, singen "Was ist erlaubt" und spiegeln damit Fausts innere Zerissenheit. Faust ist "oben angekommen", der Schreibtisch im Büro von Mephistopheles befindet sich in den Baumwipfeln. Doch schnell wird ihm klar, dass er statt seiner persönlichen Ziele seine persönliche Hölle erreicht hat. Er verkümmert als schwaches, unmenschliches Wesen in den Hochhausetagen der Macht.

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 27.03.2011 um 21:49:01 Uhr

WAS MEINEN SIE? SCHREIBEN SIE IHRE MEINUNG



Sicherheitscode:

Bitte geben Sie oben
stehenden Code hier ein*:


*Pflichtfelder





Anzeige

Rezensenten

Bastian Bühler
17 Jahre, Horn-Bad Meinberg
Gymnasium Horn-Bad Meinberg

"Da ich selbst aktiv auf der Bühne stehe, möchte ich gern die "andere Seite" kennen- und verstehen lernen – diejenigen, die über Auftritte schreiben, die Leistungen vernichten oder für gelungen erklären."


Annika Depping
17 Jahre, Detmold
Stadtgymnasium Detmold

"Ich habe Spaß am Theater, habe bereits ein Praktikum als Ausstatterin absolviert und schreibe gerne."


Eva Eikmeier
17 Jahre, Bad Salzuflen
Rudolph-Brandes Gymnasium

"Theater fasziniert mich und ich schreibe sehr gerne: Eine Kombination aus beidem kann ich mir doch nicht entgehen lassen!"


Sarah Giulia Köhne
17 Jahre, Bad Salzuflen
Rudolph Brandes Gymnasium

"Ich interessiere mich für den Beruf der Journalistin und setze mich gern näher mit Theater auseinander."


Anastasia Langer
18 Jahre, Detmold
Gymnasium Leopoldinum

"Ich möchte gern die professionelle Kritikform erlernen und einen Einblick in den Beruf des Journalisten bekommen."


Camilla März
16 Jahre, Detmold
Stadtgymnasium Detmold

"Ich interessiere mich für Journalismus und möchte antesten, ob dieser Beruf vielleicht etwas für mich wäre."


Charlotte Möller
15 Jahre, Detmold
Grabbe-Gymnasium

"Mich interessiert das Medium Zeitung, deshalb dachte ich, ich probiere das einfach mal aus."


Lisa Oord
19 Jahre, Lemgo
Marianne-Weber Gymnasium

"Ich möchte durch eine intensive Auseinandersetzung mit den Theaterstücken meinen kulturellen Horizont erweitern und neue Denkanstöße erhalten."


Laura Antonia Schüring
18 Jahre, Lage
Gymnasium Lage

"Ich möchte gern testen, ob Journalismus aus beruflicher Sicht etwas für mich ist."


Judith Sieling
16 Jahre, Detmold
August-Hermann Francke-Gymnasium

"Ich habe Interesse am Schreiben und am Theater und sehe den Workshop als eine neue Herausforderung."


Stine Volkmann
19 Jahre, Detmold
Geschwister-Scholl-Gesamtschule

"Ich interessiere mich für Theater, schreibe gern und möchte Erfahrungen sammeln, da ich Journalistin werden möchte."


Stefanie Bertram
Theaterpädagogin

Andreas Beckschäfer
Freier Journalist