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23.03.2011
LAURA SCHÜRING
Die Entscheidung ist gefallen

Detmold. "Wer auf dem falschen Posten ist, fliegt": Da sind sich die fünf Eltern, die den Elternverband der Klasse 4b vertreten, sicher. Sie fordern, dass Frau Müller die Klassenleitung abgibt, doch dies wird komplizierter als erwartet…

Im Kinder- und Jugendtheater "Kaschlupp!" hat das Mecklenburgische Landestheater Parchim das satirische Schauspiel "Frau Müller muss weg" von Lutz Hübner aufgeführt. Die brillant agierenden sechs Akteure spielen in einer realitätsnahen Klassenzimmerkulisse. Die Atmosphäre ist angespannt, denn der Elternrat hat beschlossen, die Klassenlehrerin Frau Müller aus ihrem Amt zu katapultieren. Grund: schlechte Noten, die sie vergibt, und ein brutales Klassenklima. Die Forderungen nach dem Lehrerwechsel greifen die Lehrerin an, und die Vorwürfe, dass die Schüler terrorisiert und mit "Stasi-Methoden" unterrichtet würden, entspannen die Situation nicht gerade.

Mangel an Empathie, fehlendes Konzentrationsvermögen seitens einzelner Elternteile und der stets raue Umgangston, bei dem es ohne Sachlichkeit und Vernunft auch mal unter die Gürtellinie gehen kann, sorgen für ein höchst unterhaltsames Schauspiel. Die sprachliche Raffinesse und der ostdeutsche Dialekt führen wiederholt zu Lachern im Publikum.

Cholerische Ausraster und lautstark diskutierte Kritikpunkte an Frau Müller führen dazu, dass der Elternabend völlig aus dem Ruder gerät. Der Leistungsgrad wird anhand des Engagements der Eltern gemessen, was diese auf für die Zuschauer unterhaltsame Weise aneinander geraten lässt. Solidarität? - Fehlanzeige!

Im Laufe des Abends gipfelt das aufbrausende Gespräch in einen "Ost-West-Konflikt", da ein Elternpaar aus Köln in den Osten gezogen ist und feststellt, dass im Westen alles besser war. Dieser Streit bringt auch den letzten Kritiker im Publikum zum Lachen. Innerhalb eines Streits um die richtige Erziehungsmethode wendet sich die Lage, als die Eltern die Notenliste der Lehrerin entdecken. Auf Grund der anscheinend guten Noten, die sie vergeben hat, beschließt die Elterngruppe, ihren Entschluss zu ändern. Nun wollen sie ihre "gute alte Frau Müller" zurück.

Die Satire endet mit einer raffiniert heiteren Pointe: Die Eltern haben nämlich versehentlich die Noten vom vorherigen Jahr gelesen - tatsächlich haben ihre Kinder schlechte Noten bekommen. Jetzt sind die Eltern in einer Zwickmühle, da sie die eigentlich gutherzige Frau Müller gerade wieder überredet haben, die Klasse weiterhin zu leiten.

Das ganze Publikum ist begeistert und spendet den erstklassigen Darstellern eine Menge Applaus. Eine grandiose Vorstellung, die durch exzellente Schauspielleistung überzeugte.

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Dokument erstellt am 23.03.2011 um 22:43:41 Uhr

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