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27.03.2011
EVA EIKMEIER
Spüren, dass man lebt

Irgendwas bleibt | Foto: Martin Krok

Detmold. Expressive Choreographien voller Eleganz und Kraft: Das junge Ballettensemble der Landesbühnen Sachsen eine Geschichte von Geltungsdrang, Liebe, Trennungsschmerz und der scheinbaren Unzerbrechlichkeit von jungen Menschen. Nebel wabert auf die Bühne. Zwei junge Männer stehen mit dem Rücken zum Publikum, das grüne Licht lässt sie wie Schatten aussehen. Sie beginnen zu tanzen, und eine explosive Kraft wird freigesetzt. Die zarte Mu-Yi Chen fliegt, begleitet von Silbermonds "Durch die Nacht", auf die Bühne.

Sie tanzt Schmerz, so dass er für das gebannt zuschauende Publikum im Sommertheater fühlbar wird. Mit Leichtigkeit wechselt sie in anmutigen Hebefiguren zwischen den beiden Männern, es ist, als würde sie den Boden gar nicht berühren. Die Bewegungen der drei Tänzer fließen perfekt ineinander. "Alles wirkliche Leben ist Begegnung." Das ist der rote Faden der ganzen Choreographie. Die acht Tänzer bilden eine Schulklasse, der Lehrer, der mit seinen wunderbar weichen Bewegungen fasziniert, versucht sie zu zähmen.

Die Stühle und Tische sind das Bühnenbild, mehr ist auch nicht nötig. Die Pop-Band Silbermond unterstützt mit einfühlsamen Texten die Gefühle und Bedürfnisse, die das Ensemble tanzt. Freiheit, Angst, Schmerz, Sex und schließlich der Wunsch nach "Irgendwas, das bleibt". Die elektrisierenden Beziehungen untereinander verleihen der Gruppe berührende Ausdruckskraft. "Junge Menschen wollen durch andere spüren, dass sie existieren", sagt der Beziehungspsychologe Joachim Bauer. Die Tänzer scheinen das Leben und alle damit verbunden Emotionen bis in die Zehenspitzen zu spüren.

Der Choreograph und Regisseur Reiner Feistel erklärt im Vorgespräch, dass er versucht hat, "Irgendwas bleibt" gut zu mischen. Ein populärer Teil und etwas Unbekanntes, Neues, das sich auch in der Musik ausdrückt. Das gelingt ihm hervorragend: zuerst Silbermond und nach der Pause Klänge von Arvo Pärt. Seine minimalistische Musik basiert auf reinen Dreiklängen, die er mit weißem Licht vergleicht. "Alle Farben sind darin enthalten." Der Zuschauer könne das Prisma sein und die Farben voneinander trennen.

Zu diesen harmonischen Klängen schweben zwei Tänzer aufeinander zu und werden eins. Voller Zärtlichkeit und Anmut erzählen sie eine Geschichte ständiger Bewegung. Sanftes Beschnuppern, zerfließen, einander abstoßen, sich wieder finden. Einziger Wermutstropfen: Es geht viel zu schnell vorbei. Tanz ist die Kunst, die die Seele des Menschen am meisten berührt, heißt es. Diese Aufführung hat den Beweis geliefert. Und "irgendwas bleibt", da muss sich das Ballettensemble keine Sorgen machen. Auf jeden Fall tiefe Bewunderung für die fantastische, bezaubernde Leistung der jungen Tänzer.

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Dokument erstellt am 27.03.2011 um 21:24:31 Uhr

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