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23.03.2011
SARAH GIULIA KÖHNE
Nichts größeres und nichts kleineres als Hoffnung

Die letzte Laterne beleuchtet einen einsamen Steg, der ins nebelige Nichts führt. Auf ihm ein Mann und eine Frau, die über herzförmige Sahnewölkchen reden. Das, was romantisch erscheinen könnte, ist ein verzweifelter Versuch, der Wirklichkeit zu entkommen.
Und die hat bisher nicht viel Gutes für Rocco und Assunta bereitgehalten. Langzeitarbeitslos, von der Gesellschaft ausgestoßen und dementsprechend einsam sind beide.

Es überrascht daher nicht, dass sie sich ausgerechnet am verlassensten Ort der Stadt treffen, getrieben von Verzweiflung und dem Versprechen eines ominösen Fremden, ihnen Arbeit zu geben.
Assunta geht fest davon aus, dass es Engel sind, die sie holen werden, und mit ihrer Überzeugungskraft entführt sie den skeptischen Rocco in ihre Traumwelt. Und dort ist alles, wie es sein sollte. Sie haben Arbeit, strotzen vor Kraft und, ganz besonders wichtig: Die Freiheit, dass sie fliegen können, wohin sie wollen!

Die beiden Darsteller Franka Anne Kahl und Ralph Sählbrandt schaffen mit ihrem intensiven Spiel so klare Bilder von den Sehnsüchten und Träumen Roccos und Assuntas, dass sie der Zuschauer förmlich anfassen kann. Besonders die Körpersprache Franka Anne Kahls begeistert. Sie bewegt sich mit tänzerischer Leichtigkeit, passend zur zarten Welt der Wolken und Engel.

Annett Wöhlert und Sabine Pommerening gelingt es, dieser Welt den passendsten Rahmen zu geben, den sie haben könnte. Unspektakuläre Kostüme und das puristische, aus Steg und einer Laterne bestehende Bühnenbild sind zurückhaltend genug, um die würdevolle Atmosphäre der Erlöserkirche voll zur Geltung zu bringen.

Der von Nebel verschleierte Raum, gedämpftes Licht und intelligent eingespielte Musiksequenzen: All dies regt dazu an, sich auf das vielschichtige Werk Marco Balianis einzulassen. Denn es steckt viel Sozialkritik darin, dass zwei vom Schicksal wenig Begünstigte sich in eine Traumwelt denken müssen, um existieren zu können.

"Es gibt unendlich viel Hoffnung, nur nicht für uns", soll Franz Kafka einmal gesagt haben. Rocco und Assunta haben unendlich viel Hoffnung. Nur leider sonst nichts.

Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 23.03.2011 um 22:18:49 Uhr

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