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22.03.2011
LISA OORD
So soll Satire sein

Selten hat ein Publikum so niveauvoll gelacht. Gisela Elsners Stück "Otto der Großaktionär", das die Badische Landesbühne Bruchsal im Grabbe-Haus zeigte, bot eine geballte Ladung schwarzen Humor und viele Denkanstöße.

Otto Rölz ist der Prototyp eines Arbeiters, der nach seiner Arbeit als "Tierpfleger" in einer Fabrik, die Ungeziefer-Vertilgungsmittel herstellt, gern in seiner Stammkneipe "einen hebt".

Die Arbeitszeitverkürzung, die der Betrieb ausgibt, veranlassen Otto und weitere Mitarbeiter, sich als "Versuchskaninchen" zu verdingen: Als Testpersonen für ein "harmloses" Gas, das gegen radikale Demonstranten eingesetzt werden soll, verdienen sie sich einen kleinen Zuschuss zum Lohn. Ottos Gesundheitszustand bekommt das gar nicht gut. Schließlich verliert er seinen Arbeitsplatz.

Gisela Elsners Stück beinhaltet viele interessante Parteien und Rollen: eine Direktoren-Tochter als Befreierin der Arbeiterklasse, ein Innenministerium, das die Forschung an einem Gas zum Einsatz gegen radikale Demonstranten unterstützt, und Arbeiter, die wegen schlechter Arbeitsbedingungen an chronischem Husten leiden und die Internationale singen.

Die Inszenierung von Carsten Ramm hätte nicht besser sein können. Das Bühnenbild von Ines Unser, ein begehbarer, drehbarer Container mit einseitiger Plexiglasverkleidung, sorgte in einigen Szenen zudem für eine außergewöhnliche Akustik. Auch die kontinuierlichen Wechsel in der Erzählweise, charakterstarke Sprechchöre und der gekonnte Umschwung in die jeweilige Einzel-Rolle, garantierten beste Unterhaltung.

Die Thematik des Stücks ist in Zeiten von Streiks, Leistungsdruck und Angst um den eigenen Arbeitsplatz hoch brisant. Die Aktualität wird besonders an der Stelle deutlich, als die Darsteller die Forschung an einem neuen Giftgas erklären und dabei in eine Merkel-ähnliche Haltung und Stimmlage verfallen. Ein gelungener Abend mit gutem Witz und viel Wahrheit. So soll Satire sein!

Dokumenten Information
Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2014
Dokument erstellt am 22.03.2011 um 20:37:53 Uhr
Letzte Änderung am 23.03.2011 um 14:00:09 Uhr

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