Ponys sollen das Dünenfeld beweiden

Cordula Gröne

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Naturschutzprojekt: In dem Kiefernwald werden demnächst Exmoor-Ponys grasen. Daniel Lühr vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge betreut das Projekt. - © Cordula Gröne
Naturschutzprojekt: In dem Kiefernwald werden demnächst Exmoor-Ponys grasen. Daniel Lühr vom Naturpark Teutoburger Wald/Eggegebirge betreut das Projekt. (© Cordula Gröne)

Augustdorf. Eine Fläche von 1.800 Hektar umfasst das Naturschutzgroßprojekt Senne und Teutoburger Wald, auf der Maßnahmen zum Erhalt der Natur- und Kulturlandschaften entwickelt werden. Zwei befinden sich in Augustdorf: Neben dem Furlbachtal werden im Naturschutzgebiet hinter dem Gewerbegebiet in einigen Wochen vier Exmoor-Ponys weiden.

Daniel Lühr vom Naturpark erläutert die Hintergründe. Bis vor 200 Jahren hätten Haustiere noch weitgehend in Deutschland frei geweidet, also auch in den Wäldern. Dadurch seien die Wälder häufig licht- und artenreich gewesen – sowohl die Tier- als auch die Pflanzenwelt betreffend. Dann seien die Flächen in Weiden und Forst getrennt worden, der Artenreichtum nahm ab.

Mit dem Ponyprojekt will der Zweckverband die Artenvielfalt fördern, damit selten gewordene Arten wie Fledermäuse, Eidechsen und Vögel wie die Heidelerche sowie der Gartenrotschwanz hier wieder heimisch werden. „Das Ziel ist, durch Beweidung und forstliches Eingreifen wieder ein lichtes Waldbild herzustellen", erklärt Lühr. Es gehe um einen Mehrwert für die Menschen und die Region.

Dem Naturpark gehören 16 Hektar der Fläche, 20 Hektar dem Kreis, der diese für das Projekt zur Verfügung stellt. Noch ist der Kiefernwald hier relativ dicht, doch das soll sich im Laufe der Jahre ändern. Als Vorarbeiten hat der Zweckverband zunächst einen Zaun aufstellen lassen, der auch elektronisch gesichert ist, damit die Ponys nicht drüberspringen. Die vier Tiere kommen aus einem Hudewald-Projekt im Sollingen.

Der Naturpark hat mit der Rasse bereits gute Erfahrungen in Oerlinghausen gemacht, wo sie auch zur Beweidung in einem Projekt mit Hochlandrindern eingesetzt werden. Außerdem wurden einige Bäume gefällt: zum Auslichten, für den Bau des Zaunes wie auch für einen Weg um das Gelände herum, um den Zaun kontrollieren zu können.

Die Ponys sollen das ganze Jahr über auf dem Areal Gräser, Kräuter und Sprösslinge fressen und so das Aufkommen weiterer Bäume in Grenzen halten. Auf diese Weise soll sich die Heide wieder großflächig verbreiten. In den ersten Jahren würden die Tiere noch gefüttert, bis die Grasschicht ausreichend gewachsen sei, versichert der Projektleiter.

Fußgänger können zum einen den Weg zwischen den beiden Teilkoppeln benutzen, der Teil des Augustdorfer Rundwanderweges ist. Die Pferde werden so auf Abstand gehalten. Wanderer können aber auch die zwei Wege benutzen, die direkt durch die Koppeln führen. Daniel Lühr betont, dass die Ponys, anders als die Sennerpferde nicht den direkten Kontakt zu Menschen suchen, wenn sie von denen nicht gefüttert werden. Brennholzwerber werden noch das Angebot erhalten, in dem Wald nach Brennholz zu sägen und mitzunehmen. Dies ist auch Privatleuten ebenfalls nach Absprache erlaubt. An den Eingangstoren sind bereits Schilder mit Sicherheitshinweisen aufgestellt.

Daniel Lühr versichert, dass die Wege, die derzeit noch durch die Forstfahrzeuge in schlechten Zustand versetzt worden sind, ausgebessert werden und wieder zuwachsen sollen. Für Mitte April wird die Ankunft der Ponys erwartet.

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