Gemeinde Augustdorf muss Millionen in die Kläranlage investieren

Ulrich Lambracht

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Wasser (© Symbolbild: Pixabay)

Augustdorf. Eine Machbarkeitsstudie zur Elimination von Mikroschadstoffen im Abwasser hat Dominik Klein vom Ingenieurbüro Hydro Compact vor dem Betriebsausschuss vorgestellt. Fünf mögliche Varianten waren untersucht worden. Eines ist klar: Die Gemeinde muss kräftig in ihre Kläranlage investieren.

„Wie in einem interfraktionellen Gespräch von der Bezirksregierung Detmold zu dem Thema erörtert wurde, ist die vierte Reinigungsstufe für die Kläranlage Augustdorf zwingend erforderlich, da das Nachklärwasser in den Quellursprung des Ölbaches eingeleitet wird", erläuterte Armin Zimmermann, technischer Betriebsleiter der Gemeindewerke. „Man hat uns erklärt, dass 2019 das Einleitungsrecht der Kläranlage Augustdorf erlischt und ein neues ohne die vierte Reinigungsstufe nicht genehmigt wird."

Nur noch bis Jahresende bestehe die Möglichkeit, einen Förderantrag bei der NRW Bank zu stellen. Die bevorstehende Baumaßnahme werde hierdurch mit 70 Prozent der Bausumme gefördert. Zimmermann: „Ob es in den Folgejahren eine weitere Förderung durch das Land geben wird, ist nicht bekannt. Die Baumaßnahme wird voraussichtlich 2018 erfolgen."

Unter Mikroschadstoffe fallen zum Beispiel Arzneimittelrückstände, Röntgenkontrastmittel, Kosmetikprodukte oder Industriechemikalien. Messungen haben ergeben, dass die Augustdorfer Werte deutlich über denen anderer Kläranlagen liegen. „Wir können keine Aussagen machen, woher die Belastung kommt", betonte Dominik Klein. „Es handelt sich immer noch um sehr geringe Konzentrationen, aber auch die haben im Wasser nichts zu suchen."

Gegenüber der Behandlung des Abwassers mit Aktivkohle hat sich die Ozonierung als die kostengünstigere Variante erwiesen. Die Baukosten für die vierte Reinigungsstufe bezifferte Klein auf rund 1,2 Millionen Euro, die jährlichen Betriebskosten auf etwa 70.000 Euro. Der personelle Mehrbedarf für alle betrachteten Varianten betrage eine halbe Stelle. „Augustdorf wird nicht um den Bau der vierten Reinigungsstufe herumkommen", stellte Klein klar.

Ob der Grund für die hohe Belastung eventuell bei der Bundeswehr zu suchen sei, fragte der stellvertretende Ausschussvorsitzende Thomas Katzer (SPD). Das Abwasser der Kaserne sei bislang nicht untersucht worden, so Armin Zimmermann. Man wolle aber in der Hinsicht mit der Bundeswehr Kontakt aufnehmen.

Die einstimmige Beschlussempfehlung des Betriebsausschusses an den Rat: Der Antrag auf Förderung soll bei der NRW Bank gestellt werden.

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