Realschule Augustdorf erhält Zertifikat „Humanitäre Schule“

Cordula Gröne

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Engagieren sich für das Zertifikat „Humanitäre Schule": (von links) Hans-Christian Meier, Celine Kretzschmar, Alexander Roebers, Jette Marie Feige und Iris Naumann. - © Cordula Gröne
Engagieren sich für das Zertifikat „Humanitäre Schule": (von links) Hans-Christian Meier, Celine Kretzschmar, Alexander Roebers, Jette Marie Feige und Iris Naumann. (© Cordula Gröne)

Augustdorf. Einen Konflikt zwischen mehreren Staaten in Afrika galt es zu lösen - was die Realschüler mit Bravour bewältigten. Das war die wichtigste Voraussetzung für die Auszeichnung „Humanitäre Schule“, die die Realschule erhielt.

Die Idee für die Bewerbung hatte Lehrer Hans-Christian Meier, der in Schulleiterin Iris Naumann Unterstützung fand. Zunächst galt es, unter den Schülern zwei „humanitäre Scouts“ zu finden. Celine Kretzschmar und Jette Marie Feige, die sich auch im Sanitätsdienst engagiert und jetzt ihren Abschluss gemacht haben, fuhren dann zu einem Ausbildungswochenende nach Münster. Hier spielten sie vor allem das Planspiel durch. „Sie können auch über den Tellerrand hinausblicken und sind sehr engagiert“, lobt Meier.

In Augustdorf nahmen 16 Schüler an dem Planspiel unter der Leitung der zwei Schülerinnen teil. Zur Lösung des fiktiven Völkerkonflikts namens „Outface“ musste jeder Schüler eine Institution wie die UNO, das DRK oder Deutschland vertreten. „Die sind in die Rollen durch ihr Benehmen und Aussehen hineingeschlüpft“, erzählt Iris Neumann. Die Teilnehmer lernten dabei fremde Perspektiven nachzuvollziehen, Eigeninteressen zu wahren oder Kompromisse zu finden. Auf diese Weise lernten sie Diskussionsprozesse zu organisieren, eine kleine Konferenz vorzubereiten und Interessen glaubwürdig zu vertreten.

Gleichzeitig erhielten die Schüler Informationen über Aufbau und Arbeit der Vereinten Nationen sowie das Internationale Komitee des Roten Kreuzes. Dass die Schüler die Sache spannend fanden, beweist eins: „Wir waren alle so vertieft darin, dass wir nicht mit dem Klingeln aufgehört haben“, so Celine. Wie wurde der Konflikt gelöst? Mit einer zollfreien Nutzung des Hafens, indem Deutschland Fachkräfte schickte und Geld überwies.

Doch das war noch nicht alles. Zur Erlangung des Zertifikats besuchten die Schüler auch Bewohner des Altenheims, spielten und unterhielten sich mit ihnen. „Ein paar wollten noch einmal hingehen“, weiß Jette Marie. Hans-Christian Meiers Bilanz: „Ich würde es wieder machen mit ausgewählten Schülern.“ Das Planspiel sei ausgesprochen anspruchsvoll und eigentlich für die Oberstufe gedacht.

Information

Jugendrotkreuz zertifiziert

Mit der Auszeichnung würdigt das Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe (JRK) die Auseinandersetzung mit Menschlichkeit und humanitärem Völkerrecht für die Dauer eines Jahres. 13 Schulen aus Westfalen-Lippe erhielten das Zertifikat am gestrigen Freitag in Gelsenkirchen. Das JRK hatte 34 Schüler zu „Humanitären Scouts" ausgebildet und ihnen damit die Grundlagen vermittelt, selbstständig ein Planspiel an ihren Schulen durchzuführen und ein eigenständig erdachtes Projekt für den guten Zweck umzusetzen.

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