Zu Besuch beim Recyclingunternehmen "Albert Freise"

Guntmar Wolff

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Jens Ahle hat viele Aufgaben. Unter anderem ist er dafür zuständig Proben aus dem 100 Kubikmeter großen Komposthaufen zu entnehmen. - © Guntmar Wolff
Jens Ahle hat viele Aufgaben. Unter anderem ist er dafür zuständig Proben aus dem 100 Kubikmeter großen Komposthaufen zu entnehmen. (© Guntmar Wolff)

Augustdorf. Um acht Uhr morgens hat Jens Ahle schon mehrere Runden über das Gelände des Augustdorfer Recyclingunternehmens „Albert Freise" gedreht. „Ich fange meist um 6 Uhr an", berichtet Ahle, der übrigens nicht nur Umweltingenieur des Unternehmens, sondern auch Enkel des Firmengründers ist.

„Darum sind meine Aufgaben auch recht breit gefächert", erklärt der 28-Jährige. Beispielsweise ist er unter anderem für die Sortieranlagen verantwortlich. Am heutigen Morgen gilt es aber erst einmal, an einen neu gelieferten Abrollkipper Staukisten und Besenhalter zu montieren. „Wir versuchen bei Bestellungen zwar unsere Anforderungen so genau wie möglich zu beschreiben, aber das ist leider nicht immer möglich", erklärt Jens Ahle.

Was genau am Transporter benötigt wird, das hat Ahle zuvor mit seinem Onkel Axel Freise durchgesprochen. Gemeinsam beaufsichtigen die beiden die Arbeiten. Zuerst schweißt der Umweltingenieur gemeinsam mit zwei Kollegen die benötigten Behälter zusammen und befestigt diese daraufhin am Transporter. Doch allzu lange kann sich Jens Ahle hier nicht aufhalten – er wird schon auf dem Nachbargelände des Unternehmens benötigt, wo er einige Kompostproben ziehen muss.

Eine Arbeit, die laut Ahle in regelmäßigen Abständen gemacht werden muss. Aus verschiedenen Stellen des 1000 Kubikmeter großen Komposthaufens zieht der Umweltingenieur kleine Mengen heraus, vermischt diese noch einmal und entnimmt dann eine Probe. „Die Gütegemeinschaft Kompost gibt uns verschiedene Anforderungen vor", erklärt der 28-Jährige.

Dabei gehe es unter anderem um Korngröße, Wassergehalt und Nährstoffe. Die Proben würden an ein akkreditiertes Labor geschickt, erklärt er. Der Kompost werde derzeit im Übrigen kostenlos auch an Privathaushalte abgegeben.
Jens Ahle hat zudem tagtäglich eine Menge Büroarbeit zu erledigen. Zwar betreue die Firma ein relativ kleines Einzugsgebiet, „dafür sind wir jedoch für fast alles zuständig", erläutert er.

Was seine Arbeit letztlich so spannend mache? „Dass kein Tag wie der andere ist."

Eine kleine Sorge treibt den Enkel des Firmengründers allerdings um: „Wir möchten auf dem Nord-West-Ring erweitern und unsere aktuelle Produktionsstätte dann gegebenenfalls aufgeben." Dass die Firma mit den derzeitigen 5000 Quadratmetern an ihre Grenzen stößt, das bestätigt auch Axel Freise. Die neue Fläche sei 25.000 Quadratmeter groß. Ob die Erweiterung möglich ist, sei laut Ahle jedoch noch fraglich.

Ursprung als Fuhrunternehmen

Die Albert Freise GmbH wurde im Mai 1959 vom gleichnamigen Albert Freise als reines Fuhrunternehmen gegründet. Im Mai 1979 wurde das Grundstück am Nord-West-Ring als Umschlagplatz erworben und drei Jahre später mit der ersten Halle bebaut. Im Jahr 1992 kam mit der Inbetriebnahme der Sortieranlage der Umschwung zum Entsorgungsdienstleister.

Mit der Inbetriebnahme der ersten Kompostierungsanlage der Region wurde der Standort 1993 weiter ausgebaut. Um das Entsorgungskonzept abzurunden, wurde im Jahr 1999 das Kalkwerk Dörenschlucht mit zugehöriger Bodendeponie erworben. Heute sind laut Jens Ahle, Enkel des Firmengründers, 40 Mitarbeiter bei der Albert Freise GmbH tätig, davon knapp die Hälfte als Fahrer.

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