Bürgermeister Wulf zum Freibad: Kostenschätzung unvollständig

Cordula Gröne

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Freibad (© Symbolbild Pixabay)

Augustdorf. Für die Sanierung des Freibads liegen unterschiedliche Kostenangaben vor. Sie beruhen zum einen auf Angaben der Firma Azur, zum anderen auf denen der Verwaltung. Für den Neubau der Betriebsgebäude berechnete die Verwaltung 820.000 Euro, als Planungskosten 550.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Beckensanierung und Technik – insgesamt 3,5 Millionen. Die Schätzung SPD, FWG und FDP geht von 2,18 Millionen aus.

Ein Großteil der Unterschiede zwischen den Kostenschätzungen ließen sich dadurch erklären, dass die von den Fraktionen vorgelegte Schätzung Teile der Kosten der Variante II nicht berücksichtigte, so Bürgermeister Dr. Andreas Wulf in einer Mitteilung. Die Preisdifferenzen zwischen Edelstahl und Glasfaserkunststoff fiele demgegenüber weniger ins Gewicht. Es fehlten Kosten für den Neubau der Betriebsgebäude, die Verlegung des Eingangsbereichs in den westlichen Bereich sowie für Fachplaner.

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Die LZ veranstaltet am Freitag, 15. September, eine Mobile Redaktion in Augustdorf. Am LZ-Stand vor dem Rathaus möchte Redakteurin Cordula Gröne wissen, was die Bürger von einer Sanierung des Freibads halten. Was spricht dafür, was dagegen? Der Bericht darüber wird am Samstag, 16. September, erscheinen. Bürger sind herzlich in der Zeit zwischen 10 und 11.30 Uhr willkommen.

Peter Kaup (FWG) erklärte, dass es sich um eine kostenlose brauchbare und belastbare Grobkostenschätzung und kein kostenpflichtiges detailliertes Angebot der Firma Azur handele. Grundlage der Berechnung sei die Wasserfläche. Die Wasserfläche bei der Variante II mit einem 37-Meter- Becken bedeute eine Wasserfläche 645 Quadratmetern. Auch die Zahlen der Verwaltung basierten nur auf einer groben Kostenschätzung für beide Varianten. Bei einer genauen kostenpflichtigen Angebotseinholung könne die Sanierung nur noch günstiger werden, meint Kaup.

Der Gemeinderat hatte die Sanierung des Freibads auf Grundlage der Variante II beschlossen. Diese bedeutet den Wegfall des Sprungbereichs, die Verkürzung des 50–Meter-Beckens, den Neubau der Betriebsgebäude, die Verlegung der Technik in die alte Sprunggrube sowie einen neuen Eingangsbereich im Westteil. Um Folgekosten so gering wie möglich zu halten, sollte alles neu entstehen.

Dr. Wulf hält die Methodik der Kostenschätzung der drei Fraktionen in Teilen für fragwürdig. Diese basiere auf der Sanierung des Freibads von Bergneustadt. Die drei Fraktionen haben die Gesamtkosten dort mit einem Teuerungszuschlag von 10 Prozent versehen und auf die Wasserfläche in Augustdorf von 700 Quadratmeter bezogen. Dabei wird unterstellt, dass die Kosten etwa für Pumpen, Filter, Leitungen oder elektrische Anlagen eng mit der Wasserfläche verknüpft sind.

„Tatsächlich hängen die Kosten von technischen Einrichtungen eher von dem Wasserumsatz, also dem Volumen, die Kosten von Leitungen von deren Länge ab. Insofern dürfte die Kostenschätzung der drei Fraktionen für Augustdorf tendenziell eher zu gering ausfallen", so Wulf. Nur ein Fachplaner könne eine zuverlässigere Kostenschätzung geben.

„Dass es kurzfristig billiger geht, hat die Verwaltung immer gesagt", betont der Bürgermeister. Deshalb hatte die Verwaltung 2014 die Variante I entwickelt. Bei dieser würden die Gebäude nur saniert und nicht neu erbaut. Der Rat hatte sich aber mit Mehrheit von SPD, FWG und FDP damals gegen die Variante I entschieden, weil diese weniger nachhaltig ist. Die Variante II ist Bestandteil des Ratsbeschlusses, den die Bürger am 24. September beim Bürgerentscheid aufheben oder bestätigen können.

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