In Bad Salzuflen kommen sich Hunde und Radler zu nahe

Tierheim bittet Radfahrer um Rücksicht gegenüber ehrenamtlichen "Gassigehern"

Marlen Grote

  • 0
Rücksicht gefragt: Wenn alle aufeinander achten, kann Wolfgang Brehm, begeisterter Radler und Vorstandsmitglied des Tierheims, an den Hundeführern Martin Brinkmeyer mit "Spike", Regina Bäumer mit "Amigo" sowie (im Hintergrund) Detlef Klöpper mit "Dyba" problemlos vorbeifahren. - © Marlen Grote
Rücksicht gefragt: Wenn alle aufeinander achten, kann Wolfgang Brehm, begeisterter Radler und Vorstandsmitglied des Tierheims, an den Hundeführern Martin Brinkmeyer mit "Spike", Regina Bäumer mit "Amigo" sowie (im Hintergrund) Detlef Klöpper mit "Dyba" problemlos vorbeifahren. (© Marlen Grote)

Bad Salzuflen. Es ist eng auf dem Fuß- und Radweg am Tierheim. Viele Radler nutzen die Strecke als Verbindung zwischen Bad Salzuflen und Herford. Auch die ehrenamtlichen "Gassigeher" sind hier unterwegs - das führt zu Konflikten.

Auf dem Weg am Tierheim ist eine Menge los. Während wir Fotos machen, müssen wir immer wieder unterbrechen, um Radler durchzulassen. "Das ist heute aber noch ein ruhiger Tag", meinen die ehrenamtlichen "Gassigeher". Die vielen Radler werden für die Hundeführer schnell zur Herausforderung, denn nicht alle verhalten sich rücksichtsvoll.

Information
Freiwillige Helfer gesucht

Das Tierheim Bad Salzuflen sucht Tierfreunde, die sich mit den vierbeinigen Bewohnern beschäftigen - als "Katzenstreichler" oder "Gassigeher". Wer Tierheimhunde ausführen möchte, sollte mindestens 18 Jahre alt und bereit sein, die Prüfung für den Sachkundenachweis abzulegen. Rund um das Gassigehen findet am Freitag, 14. August, um 18 Uhr ein Infoabend im Tierheim statt. Zukünftig wollen sich die Ehrenamtlichen regelmäßig treffen, um sich auszutauschen. "Für uns ist ,Spike? eine Art Teilzeit-Hund", erzählen Tanja und Martin Brinkmeyer, die jede Runde mit "ihrem" Hund genießen. Und manchmal endet das so wie bei Hündin "Dyba": Ihre "Gassigeher" Brita und Detlef Klöpper nahmen sie schließlich zu sich nach Hause. Mit den Tierheimhunden wollen sie aber weiterhin Spazierengehen.

Rund 25 Ehrenamtler gehen regelmäßig mit den Tierheim-Hunden spazieren, manche einmal pro Woche, andere täglich. "Das ist wichtig für die Hunde, damit sie mal rauskommen", weiß "Gassigeherin" Brita Klöpper. Für die Tiere sei der Spaziergang außerdem eine sinnvolle Lehrstunde, damit sie lernen oder nicht vergessen, wie sie sich an der Leine zu benehmen haben.

Das Problem: Nicht alle Hunde im Tierheim sind von ihren Vorbesitzern gut erzogen worden, manche haben schlechte Erfahrungen gemacht und sind schreckhaft. Die "Gassigeher" haben zudem immer wieder einen Hund an der Leine, den sie nicht gut kennen. Wenn sich der Hund erschrickt, etwa weil ein Fahrrad plötzlich neben ihnen ist, reagieren manche Hunde aggressiv, bellen oder versuchen, das Rad anzuspringen.

Wenn sie die Radler rechtzeitig hören oder andere Spaziergänger kommen sehen, holen die "Gassigeher" die Hunde näher heran, damit sie die Tiere sicher kontrollieren können. Dazu benötigen sie einen Moment, denn die Tiere haben an den zwei Meter langen Leinen etwas Spielraum. "Das brauchen sie, um schnüffeln zu können, sonst haben die Hunde nichts davon", erklärt Tierpflegerin Melanie Vogt.

Aus Sicherheitsgründen werden die Hunde des Tierheims nie von der Leine gelassen, alle Hundeführer haben einen Sachkundenachweis mit Prüfung abgelegt. In die Siedlung, wo Kinder spielen, wollen und dürfen die "Gassigeher" nicht ausweichen, der beliebte Fuß- und Radweg Richtung Werre ist ihre einzige Gassi-Strecke. Daher ist es den Tierfreunden wichtig, mit den anderen Nutzern des Weges gut auszukommen. Die Hundeführer des Tierheims sind mit grünen Warnwesten gekennzeichnet. Mitarbeiter und Ehrenamtler bitten die Radfahrer, aber auch Jogger und Spaziergänger, auf die Träger der Westen besondere Rücksicht zu nehmen: Frühzeitig klingeln, langsam fahren, Abstand halten, eigene Hunde anleinen und Kinder nicht an die Tierheimhunde heran lassen. Dann könnten alle den Weg ohne Probleme nutzen, sind sich die Hundefreunde sicher.

Durch Vorfälle auf dem Radweg seien schon Hundeführer abgesprungen, erzählt Melanie Vogt. Dabei sucht das Tierheim immer Freiwillige, die sich um die Tiere kümmern.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!