Der Weg für die Flüchtlingsbauten ist frei

Der Fachausschuss hat die Pläne für die Ziegelstraße und die Borsigstraße abgesegnet. Insgesamt entstehen an den beiden Standorten 14 mobile Gemeinschaftsunterkünfte für bis zu 110 Personen

Stefan Backe

Erste Vorbereitungen: In der Ziegelstraße werden ab Mai sechs Schlichtbauten gegenüber dem Spielplatz in Richtung Klärwerk errichtet. Vor dem Beginn der Vegetationsphase mussten dafür schon in dieser Woche einige Bäume weichen. - © Stefan Backe
Erste Vorbereitungen: In der Ziegelstraße werden ab Mai sechs Schlichtbauten gegenüber dem Spielplatz in Richtung Klärwerk errichtet. Vor dem Beginn der Vegetationsphase mussten dafür schon in dieser Woche einige Bäume weichen. (© Stefan Backe)

Bad Salzuflen. Die Stadt greift tief in die Tasche, um provisorischen Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Rund 2,4 Millionen Euro wird es kosten, um zunächst 14 schlichte Holzständer-Häuser zu kaufen und zu errichten. Die Verantwortlichen hoffen aber, dass sich die Ausgaben kurz- bis mittelfristig durch die pauschalen Zuschüsse decken lassen.

Bei einer Enthaltung der Freien Wähler hat der städtische Bauausschuss jetzt den Weg zur Ausschreibung der mobilen Gemeinschaftsunterkünfte freigemacht. Geplant ist, dass die Gebäude ab Mai in drei Abschnitten aufgestellt werden. Am Ende sollen in der Ziegelstraße gegenüber dem Spielplatz sechs der Unterkünfte stehen. In der Borsigstraße – wenige Meter von der Herforder Grenze entfernt – sind acht Häuser vorgesehen.

Pro Modul rechnet die Verwaltung mit Kosten von 170.000 Euro. Dafür gibt es dann ein jeweils einstöckiges Holzständerwerk mit Alu-Welldach in den Maßen 15 mal neun Meter. Jedes Haus umfasst vier Schlafräume sowie Aufenthaltsraum, Küche und Sanitäranlagen. Vorgesehen ist die Unterbringung von acht Personen pro Unterkunft. Demnach würden in der Borsigstraße rund 64, in der Ziegelstraße 48 Flüchtlinge leben können. Die kleinen Wohneinheiten haben aus Sicht der Verwaltung den Vorteil, dass keine Zentralverpflegung oder Aufsicht bezahlt werden müsste. Zudem soll durch das Verteilen auf mehrere Standorte das Konfliktpotenzial zwischen den Bewohnern der mobilen Gemeinschaftsunterkünften verringert werden. Apropos mobil: Die Häuser sind nicht für die Ewigkeit geplant. So werden die Module auf Streifenfundamenten aufgestellt; zudem sind sie durch eine Tafelbauweise wieder zu demontieren.

Nach Auskunft von Salzuflens Pressesprecher Hans Hofste muss die Stadt die Gesamtsumme von 2,4 Millionen Euro erst vorstrecken. Zur Refinanzierung werden die aktuell 10.000 Euro herhalten, die jede Kommune pro Flüchtling im Jahr bekommt. Zwar müssen davon noch andere Ausgaben bestritten werden, die Verantwortlichen im Rathaus gehen aber davon aus, dass sich die Anschaffung der mobilen Einheiten mittelfristig rechnet. Weitere Standorte für die Schlichtbauhäuser seien derzeit noch nicht festgelegt. Laut Hans Hofste sucht die Stadt aber momentan nach Flächen, um dezentral den sozialen Wohnungsbau zur endgültigen Unterbringung von Flüchtlingen vorantreiben zu können.

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