Radio-AG der Gesamtschule Aspe plant 24-Stunden-Programm

Dieter Asbrock

  • 0
Enrico Gomig, Tim Alexander und Laureen Hannig (von links) sind die Initiatoren und der harte Kern der Radio-AG. Ihr Studio haben sie in einem Abstellraum eingerichtet, die Schränke und Regale sind der Akustik wegen mit Tüchern verhängt. - © Dieter Asbrock
Enrico Gomig, Tim Alexander und Laureen Hannig (von links) sind die Initiatoren und der harte Kern der Radio-AG. Ihr Studio haben sie in einem Abstellraum eingerichtet, die Schränke und Regale sind der Akustik wegen mit Tüchern verhängt. (© Dieter Asbrock)

Bad Salzuflen/Werl-Aspe. Schülerzeitungen – die hat es am Schulzentrum Aspe schon gelegentlich gegeben. Radio von Schülern für Schüler – das ist neu. „Radioactive – Sorgt für positive Strahlung" heißt das Projekt, das Laureen Hannig, Enrico Gomig und Tim Alexander vor einem Jahr gestartet haben. Allmählich wächst es aus den Kinderschuhen heraus.

„Wir hatten uns irgendwann zwischen unseren Arbeitsgemeinschaften mal gefragt: Warum gibt es an unserer Schule eigentlich kein Radio?", berichtet Laureen. Und warum sollte man nicht mal versuchen, Radio zu machen? Die Idee des Trios fiel auch bei Lehrern und Schulleitung auf fruchtbaren Boden, und zum Schuljahr 2015/16 wurde die neue AG Radio aus der Taufe gehoben.

Zehn bis zwölf Mitschüler kommen regelmäßig zur AG, jeden Donnerstagnachmittag ist Redaktionssitzung. Da werden die nächsten Sendungen geplant, Ideen für Beiträge ausgebrütet, Aufgaben und Termine verteilt, Sendebeiträge aufgenommen. Drei bis vier Beiträge sollen es pro Sendung sein, dazwischen natürlich Musik, im Schnitt eine halbe Stunde lang.

Gleich für die erste Sendung wagte das Radioactive-Team sich an ein langes Interview mit dem Comic-Zeichner Ralf Ruthe – der auch in Aspe die Schulbank gedrückt hatte. Und stellte dabei fest, dass Radio machen leichter gesagt als getan ist, und die eigene Stimme sich fremd anhört, wenn sie aus dem Lautsprecher kommt. „Etwas Lampenfieber hatten wir natürlich auch", gesteht Laureen. Aber das habe sich schnell gelegt. Enrico besorgte den Zusammenschnitt, und fertig war der erste Sendebeitrag.

Gesendet wird übrigens nicht über den Äther – das wäre dann doch etwas zu ambitioniert. Die Sendebeiträge sind als Audiodateien auf der Radioactive-Webseite abrufbar, die Musik ist mit Hörproben bei Amazon verlinkt. Denn sonst würde die GEMA die Hand aufhalten. Das können und wollen die Schüler sich nicht leisten. Da wird das Geld, das durch den Verkauf eigens designter Radioactive-Tassen hereinkommt, lieber in die technische Ausstattung investiert. „Ein Sponsor wäre gut", findet nicht nur Laureen.

Immerhin haben die Schulradio-Macher bereits fachliche Unterstützung von Radio Lippe und Radio Hochstift erhalten. Noch liegt der Youtube-Kanal brach, wäre ein Twitter-kundiger Mitstreiter gerne gesehen. Erst einmal stehen andere Aufgaben an. Bei Schul- und Sportfesten hat das „Radioactive"-Team bereits für Musik gesorgt. „Als nächstes würden wir gerne mal eine Sendung über die Lautsprecheranlage der Schule verbreiten", sagt Tim. Und ein 24-stündiger Sendebetrieb als Internet-Radio an allen Wochentagen soll bis Mitte Mai realisiert werden. Dazu kooperiert man mit Last.fm. Wie die Playlist aussehen soll, wissen die drei bereits: „Dann gibt es Gute-Laune-Musik zum Aufstehen, tagsüber Charts, abends Oldies und nachts Metal." Und zwischendurch die eigenen Beiträge.

Dass das Projekt Schulradio auf einem guten Weg ist, davon ist nicht nur Enrico überzeugt: „Wir hatten diesen Monat 2.000 Besucher auf unserer Webseite – im Dezember waren es noch 800." Mittlerweile gebe es auch Feedback und Anregungen für die Arbeit. Auf das bisher Erreichte sind die jungen Radiomacher stolz: „Wir sind unseres Wissens das einzige Schulradio in der Stadt, wenn nicht in ganz Lippe", freuen Laureen, Enrico und Tim sich.

Auf www.radioactive.cool kann man die Radiobeiträge hören, den Newsletter abonnieren, Laureens Blog lesen, ausgesucht schräge Musik hören und einiges mehr.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

0 Kommentare
0 Kommentare

Das Kommentieren ist nur mit einem gültigen LZ-Plus-Zugang möglich. Jetzt testen!