4. Ostwestfälischer Brandschutztag beeindruckt Publikum

Dieter Asbrock

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Durchbruch in wenigen Momenten: Es dauert nur rund eine Viertelminute, um mit einem speziellen Wasser-Schleifgranulat-Gemisch eine fünf Millimeter starke Stahlplatte zu durchlöchern. - © Dieter Asbrock
Durchbruch in wenigen Momenten: Es dauert nur rund eine Viertelminute, um mit einem speziellen Wasser-Schleifgranulat-Gemisch eine fünf Millimeter starke Stahlplatte zu durchlöchern. (© Dieter Asbrock)

Bad Salzuflen-Schötmar. Was tun, wenn’s brennt? Diese Frage ist am Mittwoch im Messezentrum vor allem aus dem Blickwinkel von Arbeits- und Brandschützern, Feuerwehrleuten und Sicherheitsexperten beleuchtet worden. Gezeigt wurden innovative Ideen und Techniken, die Menschen im Ernstfall schnell und sicher außer Gefahr bringen, Brandschutz und -bekämpfung verbessern.

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Viel Interesse zog das Löschsystem Cobra auf sich. Die Firma Koppenhagen präsentierte es als transportable Lösung in einem Bulli. Das System erzeugt einen Wasserstrahl mit einem Druck von bis zu 300 bar, der mühelos Stahl und Beton durchdringt. Bei Bränden in einem Gebäude kann so die Außenwand durchbohrt und ein Wassernebel verteilt werden, der die Flammen erstickt und die Temperatur in einer halben Minute von 700 auf 70 Grad senkt. Landrat Dr. Axel Lehmann und Bürgermeister Roland Thomas ließen sich Cobra vorführen und waren davon angetan: „Damit müssen wir mal im Feuerwehrausbildungszentrum üben", sagte Lehmann.

4. Ostwestfälischer Brandschutztag

4. Ostwestfälischer Brandschutztag

In der Messehalle selber wurden Brandsimulationsanlagen und -container präsentiert, mit denen sich verschiedenste Arten von Bränden und deren richtige Bekämpfung simulieren und trainieren lassen. Die Firma STF Sicherheitstechnik aus Leopoldshöhe ließ Besucher mit dem Hammer auf eine praktisch unzerstörbare Lichtkuppel für Flachdächer eindreschen. Normale Lichtkuppeln müssen bei Feueralarm automatisch aufklappen und bleiben dabei selten heil – das kann bei einem großen Dach teuer werden.

Hanning und Kahl aus Oerlinghausen zeigte, wie Lichtleitsysteme in Wand und Boden den Weg auch aus verrauchten Räumen weisen. Dass es mit computergesteuerter Lüftungstechnik gelingt, im Brandfall Treppenhäuser und damit Fluchtwege rauchfrei zu halten, zeigte Defumus-Rauchschutz. Das System kommt vor allem da zur Anwendung, wo die Drehleiter der Feuerwehr nicht hinreicht.

Weitere Themen waren beispielsweise Softwarelösungen, Rauchmelde- und Analysesysteme, Polstermöbel aus feuerhemmenden Stoffen, Überwachungs- und Sicherheitstechnik, und mehr. Messeveranstalter Klaus Meding zeigte sich schon am Vormittag zufrieden über das Interesse der Fachbesucher. Die Zahl der Besucher aus kommunalen Bauämtern hätte seiner Meinung nach aber größer sein können. Denn beim Brandschutztag könne man Techniken und Verfahren kennen lernen, die die Erfüllung von Brandschutz- und Sicherheitsanforderungen erleichterten, Geld sparten und Genehmigungsverfahren beschleunigten.

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