Pläne für Kunstrasenfeld in Retzen erneut auf Eis gelegt

TuS Grastrup-Retzen fühlt sich beim Wunsch nach einer neuen Spielfläche verschaukelt

Stefan Backe

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Der Rasenplatz in Retzen wird in den Wintermonaten in der Regel gesperrt, um das Geläuf zu schonen. Da ist die Schuh-Waschanlage am Rand ebenfalls arbeitslos. - © Foto: Backe
Der Rasenplatz in Retzen wird in den Wintermonaten in der Regel gesperrt, um das Geläuf zu schonen. Da ist die Schuh-Waschanlage am Rand ebenfalls arbeitslos. (© Foto: Backe)

Bad Salzuflen-Retzen. 2009 war der TuS Rot-Weiß Grastrup-Retzen schon fast am Ziel. Doch nach Jahren der Planung hatte die städtische Finanzkrise die Umsetzung der bereits abgenickten Pläne für ein Kunstrasenfeld in Retzen verhindert. Seit eineinhalb Jahren haben die Vereinsverantwortlichen das Thema jetzt wieder aufgegriffen – und sind zunehmend frustriert.

Besser gesagt: „Stinksauer." So formuliert es Vorsitzender Günter Wattenberg auf Anfrage der LZ nach der Sitzung des Sportausschusses am Dienstagabend. Und auch der städtische Finanzausschuss am Mittwoch dürfte seine Laune nicht verbessert haben. Wurde der Antrag der Freien Wähler, die nötigen Haushaltsmittel für 2017 bereitzustellen, doch erneut klar abgelehnt. Auch die mündlichen Absichtserklärungen, die jährliche Sportpauschale der Stadt in Höhe von 140.000 Euro komplett für diese Maßnahme anzusparen, kann Günter Wattenberg nicht milde stimmen.

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Im Winter bleibt der Platz gesperrt

Nach Angaben von Günter Wattenberg, Vorsitzender des TuS Rot-Weiß Grastrup-Retzen, bleibt der städtische Rasenplatz in Retzen in der Regel zwischen November und Februar gesperrt, um das grüne Geläuf nicht in eine Schlammwiese zu verwandeln. Das hat starke Auswirkungen auf den Trainings- und Spielbetrieb. 17.000 bis 20.000 Kilometer müssten die Vereinsmitglieder, Eltern und Betreuer zusätzlich abspulen, um das runde Leder im Spiel zu halten – beispielsweise auf den Kunstrasenplätzen in Aspe oder Ahmsen. Mit einer eigenen Kunstrasenfläche – sei es auch nur im vorgeschlagenen Halbformat – könnten die Kicker dagegen auch im Winter weitgehend im Dorf bleiben – offizielle Meisterschaftsspiele ausgenommen. (bas)

Grund: Das vom Verein beantragte Kunstrasen-Kleinspielfeld, das neben dem bestehenden Rasenplatz gebaut werden soll, kostet nach Einschätzung der Stadtverwaltung mindestens 400.000 Euro. Eine Umsetzung wäre damit frühestens 2020 zu erwarten. Das bringt den Vorsitzenden auf die Palme: „Ich persönlich glaube nicht, dass die Stadt diesen Platz überhaupt bauen will. Ich hätte nach zehn Jahren endlich mal ein klares Ja oder Nein erwartet – und nicht eine weitere Hinhalterei des Vereins."

Der Umstand, dass Günter Wattenberg öffentlich solch deutliche Worte findet, hat seinen Grund in der Geschichte dieses Projekts. So hatte sich der TuS Rot-Weiß Grastrup-Retzen 2006 an einem Projekt des Deutschen Fußball-Bundes beteiligt. Damals hatte der DFB 50 Kunstrasen-Kleinstspielflächen ausgelobt. Der Verein hatte Erfolg mit seinem Konzept und bekam den Zuschlag.

Es folgten Gespräche mit der Stadt, da der Sportplatz in Retzen gepachtet ist, und die gemeinsame Erkenntnis: Statt der Mini-Spielfläche wollte die Stadt in Retzen lieber ein Kunstrasen-Kleinfeld wie in Knetterheide bauen lassen. Der TuS lehnte daraufhin dankend das DFB-Geschenk ab und stand nach dem Haushaltssicherungskonzept 2009 plötzlich mit leeren Händen da.

„Wir haben Verständnis dafür, dass man das Projekt damals auf Eis gelegt hat. Auch dass wir 2015 mit dem neuen Antrag noch keine Zusage bekommen haben, war okay", sagt Günter Wattenberg. Jetzt aber sei die Zeit langsam reif für eine richtige Entscheidung – zumal der Verein auch eine umfangreiche Eigenleistung beim Bau der Kunstrasenfläche angeboten habe.

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