Haus „Am Leopoldbrunnen" ist nun ein Denkmal

Dieter Asbrock

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Das neu auf die Denkmalliste der Stadt gesetzte Haus „Am Leopoldbrunnen" ist zurzeit unbewohnt. Innen arbeiten Handwerker. - © Dieter Asbrock
Das neu auf die Denkmalliste der Stadt gesetzte Haus „Am Leopoldbrunnen" ist zurzeit unbewohnt. Innen arbeiten Handwerker. (© Dieter Asbrock)

Bad Salzuflen. Das Haus „Am Leopoldbrunnen" an der 
Augustastraße 7 schläft derzeit einen Dornröschenschlaf. Doch vermutlich nicht mehr lange. Handwerker putzen die vor 107 Jahren erbaute Villa zurzeit heraus, damit sie – auch wegen ihres neuen Status als Baudenkmal – glänzen kann.

Das Denkmalamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe sieht in dem Haus an der Ecke Lietholzstraße einen bedeutenden steinernen Zeugen für die Entwicklung der Stadt, aber auch für die Entwicklung bürgerlicher Wohnformen über mehr als ein Jahrhundert hinweg. Entstanden ist das Gebäude im Zusammenhang mit dem Bau des Woldemarbades, parallel dazu wurden neue Straßenzüge angelegt mit villenartigen Pensionsbauten, von denen allerdings nicht mehr alle erhalten sind.

Wie einer Vorlage der Verwaltung für den Hauptausschuss – er ist für die Eintragung von Gebäuden in die Denkmalliste zuständig – zu entnehmen ist, errichtete der Zimmermeister August Schmiedeskamp nach Entwürfen des Architekten Carl Hartmann auf dem damaligen Hanneskamp mehrere Gebäude, darunter das Haus Augustastraße 7. Nach Fertigstellung verkaufte er die Häuser. Diese Art, auf eigene Rechnung zu bauen und sich einer erfolgreichen Vermarktung sicher zu sein, halten die Denkmalschützer für ein bedeutendes Detail in der städtebaulichen Entwicklung der Salzestadt.

Das 1908 als „Villa Elfriede" eröffnete Haus sollte wohlhabende Kurgäste ansprechen. Denen bot es einen unverbaubaren Ausblick auf den Salzufler Kurpark und aufgrund der Hanglage ein Souterrain, das auf eine Freifläche hinausführt. Das hell verputzte, zweigeschossige Gebäude besitzt große Fensterflächen an der Kurpark-Seite, einen Erker mit einer Fachwerk-Konstruktion in der Gaube darüber, sowie einen repräsentativen, geschwungenen Balkon über dem Souterrain, an dem der Schriftzug „Am Leopoldbrunnen" prangt.

Im Laufe seiner Geschichte ist das Haus mehrfach verändert worden. Loggien im Erd- und Dachgeschoss wurden in den 1980er Jahren zu Wohnraum umgebaut. Dennoch sei die ursprüngliche Raumaufteilung im Innern des Hauses weitgehend erhalten geblieben, ebenso die hölzerne Treppe ins Obergeschoss. Jugendstil-Elemente finden sich etwa an den Türen oder – wenn auch nicht vollständig – an den Fenstern im Treppenhaus. Ausdrücklich nicht denkmalgeschützt ist eine hölzernen Balkonkonstruktion an der Gebäude-Ostseite.

Das Haus hat im Laufe der Zeit mehrere Besitzer gehabt und kam zuletzt 2016 in neue Hände. Die „behutsame Sanierung" des Hauses erfolgt laut Denkmalamt in Absprache mit dem Eigentümer.

Verborgene Werte

Neben dem Haus Augustastraße 7 ist auch das Haus Osterstraße 42-44 neu in die Denkmalliste der Stadt eingetragen worden. Das Gebäude hat bis vor einigen Monaten ein Bildergeschäft beherbergt. Die Schaufensterfront und die eher schlichte Optik des Gebäudes lässt auch auf den zweiten Blick nicht gleich eine Denkmalwürdigkeit vermuten. Die bescheinigt das Denkmalamt dem Gebäudeteil mit der Hausnummer 42, weil es sich um einen Renaissance-Bau handelt. Er wird auf das 16. bis 17. Jahrhundert datiert.

Das Kaufmannshaus gehört zu einem Ensemble von sieben Bürgerhäusern an der Südseite des Marktes, die für die Denkmalschützer die wirtschaftliche Blüte der Stadt durch die Salzgewinnung dokumentieren. Die baulichen Besonderheiten des Hauses sind allerdings von der Osterstraße aus nicht erkennbar.

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