Ein Drittel der Haushalte hat keine Rauchmelder

Daniel Hobein

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Es muss nicht immer ein teuer sein: Dennis Meyerkoort und Marc Frodermann von der Löschgruppe Wülfer-Bexten haben bei einem Infoabend im Bürgerhaus über Rauchmelder berichtet. Die Besucher durften anschließend selbst den Prüfknopf drücken. - © Daniel Hobein
Es muss nicht immer ein teuer sein: Dennis Meyerkoort und Marc Frodermann von der Löschgruppe Wülfer-Bexten haben bei einem Infoabend im Bürgerhaus über Rauchmelder berichtet. Die Besucher durften anschließend selbst den Prüfknopf drücken. (© Daniel Hobein)

Bad Salzuflen/Wülfer-Bexten. Bei einem Zimmerbrand in der Jahnstraße sind Ende Februar sieben Menschen durch Rauchgase verletzt worden. Doch es hätte noch schlimmer kommen können: Denn Rauchmelder hatten die Anwohner vor dem gefährlichen Feuer gewarnt.

Eigentlich sind diese Geräte seit Anfang des Jahres Pflicht. Aktuelle Erhebungen haben jedoch ergeben, dass noch ein Drittel der Haushalte nicht mit den lebensrettenden Piepern ausgerüstet ist. Die Löschgruppe Wülfer-Bexten hat diese hohe Zahl am Freitag zum Anlass für einen Infoabend genommen.

Die Gesetzeslage: Jedes Haus und jede Wohnung in NRW müssen seit Januar 2017 laut Gesetz mit einem Rauchmelder ausgerüstet sein. Sollte kein Warner installiert sein und ein Brand ausbrechen, können Versicherungen Zahlungen einschränken oder sogar ganz einstellen. „Noch sind die sehr zurückhaltend. Es wird aber schon bald ein Thema sein", ist Wülfer-Bextens Löschgruppenführer Marc Frodermann sicher.

Die Technik: Beim Kauf sollte neben den bekannten CE oder VDS-Kennzeichnungen auch auf das Q-Siegel geachtet werden. Dieses gilt als unabhängiges Qualitätszeichen. Einfache Heimrauchmelder, die alle Sicherheitsanforderungen erfüllen, sind bereits ab 15 bis 20 Euro im Baumarkt, Fachhandel oder Internet erhältlich.

Sogenannte vernetzte Rauchmelder sind zwar etwas teurer, aber untereinander verbunden. Löst einer aus, senden auch alle anderen einen Warnton. „Diese sind für den Dachboden, den Keller oder Räume mit dicken Türen sinnvoll, wenn das Piepen nicht laut genug wahrgenommen wird", sagt Dennis Meyerkoort von der Löschgruppe. In allen übrigen Räumen reichen meist einfache Geräte schon aus.

Der Standort: In Schlaf-, Gäste-, und Kinderzimmern sollte ein Rauchmelder installiert sein. Außerdem auf allen Fluchtwegen ins Freie. „Am besten stellen Sie sich gedanklich ins Schlafzimmer. Jeder Raum und jeder Flur, durch den Sie dann zur Haustür gehen müssen, sollte mit einem Rauchmelder ausgerüstet werden", unterstreicht Meyerkoort. Wichtig ist die korrekte Installation. „Einfach auf den Schrank legen, ist da keine Lösung", betont auch Frodermann.

Die Modelle: Es muss nicht immer der klassische, graue Rauchmelder sein. „Inzwischen bietet der Markt viele Möglichkeiten an, wenn ich Wert auf Design lege", sagt der Löschgruppenführer. Rauchmelder in allen Variationen gibt es mit Dekorverzierungen oder in verschiedenen Farben. Meist kosten sie jedoch etwas mehr als das Grundmodell.

Die Installation und Wartung: Eigenheimbesitzer dürfen Rauchmelder selbst installieren. „Wichtig ist es dabei, die Betriebsanleitung zu beachten, um Abstände zu Wänden und Gegenständen einzuhalten", so Frodermann. In Mietwohnungen ist der Vermieter für die Installation verantwortlich.

Oftmals kommt hier ein anerkannter Fachbetrieb zum Einsatz, der die Geräte unter die Decke schraubt. Falls nicht anders vertraglich vereinbart, ist anschließend der Mieter für den laufenden Betrieb verantwortlich. Das enthält den Batterietausch und auch den regelmäßigen Funktionstest, der mindestens einmal im Monat stattfinden sollte.

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Vergangenes Jahr wurden erstmals Heimrauchmelder in der Jahresauswertung der Feuerwehr aufgeführt. Demnach rückten die Einsatzkräfte zu zehn Einsätzen aus, bei denen Rauchmelder Alarm geschlagen hatten. „Durch die Melderpflicht wird die Zahl vermutlich noch steigen. Aber wir fahren lieber einmal mehr raus, als dass es Verletzte oder Brandtote gibt", so Marc Frodermann.

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