Grüne sorgen sich um das Trinkwasser in Schötmar

Ruben Honermeyer

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Alarmierende Botschaft: Hans Christian Markert (stehend) sieht die 
Wasserqualität nachhaltig in Gefahr. - © Ruben Honermeyer
Alarmierende Botschaft: Hans Christian Markert (stehend) sieht die 
Wasserqualität nachhaltig in Gefahr. (© Ruben Honermeyer)

Bad Salzuflen-Schötmar. Die Qualität des Grundwassers wird immer schlechter. Das haben der Salzufler Grünen-Fraktionsvorsitzende Ingo Scheulen und Hans Christian Markert, Grünen-Sprecher für Umweltschutz im Landtag, auf einer Informationsveranstaltung der Ortsgruppe in der Heerser Mühle erklärt.

Ihr Thema: „Gesundes Wasser ist nicht selbstverständlich". Arzneimittelrückstände und Mikroplastik im Grundwasser sowie die Massentierhaltung belasten Markerts Ausführungen zufolge das heimische Trinkwasser. Der Grenzwert für die Nitratbelastung im Grundwasser liegt bei 50 Milligramm pro Liter. Noch lägen die meisten Gebiete in Lippe unter diesem Bereich, am schlechtesten stünden allerdings Bad Salzuflen und Blomberg da.

Krankheitsbedingt hatte der Geschäftsführer der Salzufler Stadtwerke, Volker Stammer, nicht an der Veranstaltung teilnehmen können; Ingo Scheulen, Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke, klärte stattdessen über die regionale Wasserqualität auf. Dabei war seine Kernaussage deutlich: Die Bodenqualität in Deutschland und NRW verschlechtert sich, und damit werde auch das Grundwasser verstärkt belastet. Im Fokus stehe dabei vor allem die „Gülleproblematik".

Laut Markert besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen industrieller Landwirtschaft und der hohen Nitratbelastung des Grundwassers – und die sei seit mehr als 20 Jahren nicht gesunken. „Gülle ist zwar ein Dünger, der dazu beitragen kann, Schadstoffbelastungen im Boden zu senken", erklärte Markert, „es kommt aber auf die Menge an." Etliche Böden seien mittlerweile verdüngt. Seine dringende Forderung war deshalb, eine restriktive Düngeverordnung zu entwickeln und eine strengere Flächenbindung für Landwirte einzuführen.

Aber auch Medikamentenrückstände sind laut Markert ein Grund für die sinkende Wasserqualität. Immer öfter würden Antibiotika im landwirtschaftlichen und privaten Bereich eingesetzt. Durch Ausscheidungen und falsche Entsorgung gelangen die Rückstände in das Grundwasser.

„Medikamente gehören nicht in die schwarze Tonne und auch nicht in die Toilette", mahnte der Experte. Er forderte zudem, beim „Verursacher" anzusetzen und beispielsweise geschlossene Wasserkreisläufe in der Landwirtschaft verpflichtend zu machen. Wichtig sei es jetzt, endlich zu handeln, statt weiter zu diskutieren.

Das sagen die Stadtwerke

Auf Anfrage der LZ nahm der Stadtwerke-Geschäftsführer Volker Stammer Stellung zum Info-Abend der Grünen. Wichtig sei es, landesweite Themen nicht mit den örtlichen zu vermischen. So gebe es in Salzuflen keine Probleme mit Arzneimitteln oder Mikroplastiken. Auch würden die strengen Grenzwerte ohne eine Aufbereitung des Trinkwassers eingehalten.

Die Forderung, die Nitratthematik ursächlich lösen zu müssen, unterstrich auch Volker Stammer. Hier setze er auf die langjährige Kooperation mit der Landwirtschaft. Ins gleiche Horn stieß auf Anfrage der LZ Dieter Hagedorn, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands. Er warnte aber davor, durch das Vermengen verschiedener Themen ein Gefühl der Unsicherheit zu erzeugen.

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