26. Weinfest begeistert Winzer und Besucher

Stefan Backe

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Gute Stimmung unter dem großen Schirm: Erich Steegers füllt die Gläser für sich und seine Frau Annegret mit einem Mosel-Riesling. Da ihnen das Wetter am Samstag zu schäbig war, haben sie ihren traditionellen Weinfest-Besuch auf den Sonntag verschoben und diese Entscheidung nicht bereut. - © Stefan Backe
Gute Stimmung unter dem großen Schirm: Erich Steegers füllt die Gläser für sich und seine Frau Annegret mit einem Mosel-Riesling. Da ihnen das Wetter am Samstag zu schäbig war, haben sie ihren traditionellen Weinfest-Besuch auf den Sonntag verschoben und diese Entscheidung nicht bereut. (© Stefan Backe)

Bad Salzuflen. Glühwein? Nein, danach habe dann doch niemand gefragt, lacht Martina Rehm. Gleichwohl hat die Weingut-Besitzerin aus der Pfalz ob der teils herbstlichen Witterung ein verändertes Konsumverhalten festgestellt. Rotwein – im Hochsommer sonst stiefmütterlich verkostet – hatte beim 26. Weinfest auf dem Salzhof mehr Fans.

Da es in den Verkaufsständen an Kühlmöglichkeiten für den Roten mangelt, passt sich dieser auf dem Salzhof in der Regel den äußeren klimatischen Bedingungen an – ist also im August meistens zu warm zum Genießen. Trinkt man Weißwein in der Regel spritzig-frisch gekühlt bei acht bis zehn Grad, gelten laut Martina Rehm 16 bis 18 Grad bei Rotwein als optimal.

Es spricht also Bände, dass der Rotwein vor allem am Freitag und Samstag perfekt temperiert in die Gläser floss. Neben Regenschirmen waren bei vielen Besuchern auch dicke Jacken angesagt.

Organisator Michael Welslau von der Werbegemeinschaft Bad Salzuflen nahm es mit Humor: „Die 26. Auflage war ein Rekordfest – noch nie hat es drei Tage am Stück geregnet." Dass er darüber schmunzeln konnte, hatte einen Grund. Trotz dieser Voraussetzungen habe bei der Abschlussbesprechung der 18 Winzer allgemeine Zufriedenheit geherrscht.

Diese Einschätzung bestätigt auch Martina Rehm, die nach eigener Aussage einmal mehr vom Salzufler Publikum begeistert ist: „Die warten offenbar das ganze Jahr auf das Weinfest und lassen sich den Spaß nicht verderben. Ich war überrascht, wie viele unter den großen Schirmen gesessen und selbst bei diesem Wetter gefeiert haben."

Dass gerade am Freitag, aber auch am Samstag entgegen sonstiger Gepflogenheiten Plätze frei geblieben sind, mochte auch ihren Kollegen Arno Kronenberger aus Rheinhessen nicht schocken. „Es geht ja nicht immer nur um voll, sondern um die Kundenpflege und darum, Aufträge zu schreiben", betonte der Winzer. Und in dieser Hinsicht sei man eben zufrieden.

Weinfest in Bad Salzuflen

Weinfest in Bad Salzuflen

Ein Beispiel für treue, wenngleich nicht ganz unerschrockene Stammgäste fand sich gestern am Stand eines Mosel-Weinguts. Dort ließen sich Erich und Annegret Steegers aus Schötmar ihren Riesling zu ungewohnter Zeit schmecken. „Wir sind sonst immer am Samstagabend da und bestellen auch für zu Hause – aber bei dem Wetter haben wir das mal auf heute verschoben", erklärte Erich Steegers. Seine Frau konnte dem am Ende sogar Positives abgewinnen: „Im Endeffekt ist es sogar angenehmer – weil es nicht ganz so voll ist wie normal am Samstagabend."

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