Vier neue Bezirksbeamte gehen künftig in Lippe auf Streife

Astrid Sewing

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Polizeibeamte vor Ort: (von links) Ingo Tünker (Bad Salzuflen), Frank Marohn (Blomberg) und Uwe Büker (Schieder-Schwalenberg). - © Astrid Sewing
Polizeibeamte vor Ort: (von links) Ingo Tünker (Bad Salzuflen), Frank Marohn (Blomberg) und Uwe Büker (Schieder-Schwalenberg). (© Astrid Sewing)

Kreis Lippe. Seinen neuen Bezirk hat Ingo Tünker schon mit dem Rad abgefahren, und ist dabei mehrfach von Bürgern angesprochen worden. „Genau das ist das, was für mich den Reiz ausmacht", sagt der 54-Jährige. Er ist einer von vier neuen Bezirksbeamten der Polizei, die künftig in Lemgo, Blomberg, Schieder-Schwalenberg und Bad Salzuflen ihren Dienst tun.

Im Kreis Lippe gibt es 34 Bezirksbeamte, die allerdings auch bei „normalen" Einsätzen aushelfen. Landrat Dr. Axel Lehmann stellte Bernhard Menzel, der in Lemgo eingesetzt ist, am Donnerstag aber krank war, Uwe Büker, Frank Marohn und Tünker vor. „Bezirksbeamte sind am dichtesten dran, sie bauen das Vertrauen zur Polizei auf, und sie sind es auch, die die im Auge behalten, auf die man ein Auge haben muss", sagte Lehmann.

Die besondere Nähe kann allerdings auch mal dazu führen, dass ein Wechsel fällig wird. Frank Marohn, der in Schieder-Schwalenberg 18 Jahre lang eine Institution war, hatte um die Versetzung nach Blomberg gebeten. „Nicht, weil ich da ungerne gearbeitet habe, sondern weil ich quasi 24 Stunden Polizist war", sagt er.

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Im Gespräch mit Frank Marohn

Copyright: Astrid Sewing

Im Gespräch mit Uwe Büker

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Im Gespräch mit Ingo Tünker

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In Blomberg sei er der Neue und das sei für ihn eine Herausforderung, die er gerne annehme. Seine erste Amtshandlung habe gleich mitten ins Geschehen geführt: Die Schulpflegschaft hatte den 54-Jährigen darauf aufmerksam gemacht, dass am Schulzentrum chaotisch geparkt werde und es dadurch Probleme mit dem Schulbus gebe.

Das Thema Verkehr und Unfallprävention hat sich auch sein Nachfolger in Schieder-Schwalenberg Uwe Büker als Schwerpunkt gewählt. „Man muss in den Kindertagesstätten sowohl bei den Kindern als auch bei den Eltern ansetzen. Die Erwachsenen wissen oft nicht, wie ihre Kinder den Verkehr wahrnehmen. Sie überschätzen sie."

Der 58-Jährige wohnt in Elbrinxen und ist seit 2003 Experte für Verkehrssicherheit. „Es hilft wenig, immer nur Knöllchen zu verteilen. Besser ist es, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und damit auch die Eltern ins Boot zu holen", ist er überzeugt.

Für Ingo Tünker ist ebenfalls der Kontakt mit dem Bürger der besondere Reiz. „Man muss das wollen, denn man ist viel mehr Ansprechpartner – auch für kleine Sorgen. Aber das macht die Aufgabe interessant: Sie kennen ihren Bezirk und die Menschen, die dort leben. Passiert was, kann man schon mal besser einschätzen, wer dafür in Frage kommt, und den direkt ansprechen", sagt er.

Und damit er rund um Werl-Aspe auch bekannt wird, hat er sich entschieden, sich aufs Rad zu setzen. Das ist um die 25 Jahre alt. „Da gibt’s immer wieder Nachfragen, ob es denn nicht für ein Motorrad reicht- und schon ist der Zweck erfüllt."

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