Neue Konzepte für Salzufler Kinder- und Jugendzentrum stoßen auf Kritik

Katrin Kantelberg

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Arbeiten an neuen Konzepten: "@on"-Mitarbeiterinnen Monika Senz (lilnks) und Tanja Gundlach (rechts) sowie Katja Mönnigmann-Steinbeck (hinten links, Fachbereichsleiterin Jugend, Soziale Dienste, Schule und Sport) und Dr. Angelika Borgstedt (Fachdienstleiterin Jugendamt). - © Katrin Kantelberg
Arbeiten an neuen Konzepten: "@on"-Mitarbeiterinnen Monika Senz (lilnks) und Tanja Gundlach (rechts) sowie Katja Mönnigmann-Steinbeck (hinten links, Fachbereichsleiterin Jugend, Soziale Dienste, Schule und Sport) und Dr. Angelika Borgstedt (Fachdienstleiterin Jugendamt). (© Katrin Kantelberg)

Bad Salzuflen. Das Kinder- und Jugendzentrum „@on" will sich neu ausrichten. Ein Stadtteiltreff soll es werden, Familien stärker in den Fokus rücken – viele Jugendliche aber bleiben derzeit weg.

Die Arbeit im „@on" hat sich über die Jahre geändert. Schaut man heute auf die Homepage, so gibt es viele Projekte, Kurse oder auch Fahrten, doch kaum Verweise auf offene Treffs – ebenso wenig wie auf Öffnungszeiten.

„Wir sind dabei, ein neues Konzept zu erarbeiten", erklärt Katja Mönnigmann-Steinbeck, zuständige Fachbereichsleiterin. Kinder- und Jugendarbeit und entsprechende Öffnungszeiten sollen dabei neu konzipiert werden. Sicher ist, dass sich das Haus gemäß Empfehlung einer Studie mehr als Stadtteiltreff etablieren soll. Dafür werden vor allem Familien angesprochen, um das „@on" auch am Vormittag mit Leben zu füllen. Stilltreff, U3-Gruppe oder auch ein Familiencafé sind dafür geplant. Ansonsten versuchen die drei festen Mitarbeiter, Kinder und Jugendliche über Kurse und Fahrten ins Haus zu holen. Ausflüge etwa zum Heidepark, nach Köln zum Shoppen oder auch nach Paris könnten für weiteren Anreiz sorgen.

„Wir müssen so attraktive Angebote schaffen, dass sich die Jugendlichen überhaupt auf den Weg machen", beschreibt es Mitarbeiterin Monika Senz, denn mit offenen Angeboten allein sei bei den jungen Leuten längst nicht mehr zu punkten. Dennoch soll es auch hier wieder neue Anreize geben.

Deutliche Spuren hat auch der Auszug des Büros des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) hinterlassen. Bis 2016 stand dem DSKB für seine aufsuchende Kinder- und Jugendarbeit ein Büro im „@on" zur Verfügung. Als die Mitarbeiterin ausziehen und der DKSB das Büro an der Ziegelstraße ansiedeln musste, veränderte das auch das Gefüge an der Uferstraße. Die DKSB-Mitarbeiterin hatte eine besondere Beziehung zu einer größeren Gruppe von jungen Erwachsenen aufgebaut, die das Jugendzentrum bis dato täglich mehrere Stunden besuchten.

Für die Verantwortlichen der Stadt ein zweischneidiges Schwert. „Die jungen Menschen sind im Durchschnitt etwa 18 bis 25 Jahre alt. Damit entsprechen sie einfach nicht mehr unserer Zielgruppe", erklärt es Katja Mönnigmann-Steinbeck. Die jungen Erwachsenen hätten Räume belegt und damit teilweise auch die Jüngeren abgeschreckt.

„Natürlich können sie sich auch weiterhin hier treffen, aber nicht jeden Tag von mittags bis abends", bringt es die Fachbereichsleiterin auf den Punkt. Sie verstehe, dass das Frust verursache und reagiert damit auf Kritik von ehemaligen Besuchern, die sich im „@on" nicht mehr richtig aufgehoben fühlen. Doch schließlich gehe es auch darum, den jungen Menschen neue Perspektiven zu schaffen, ihnen Wege auf den Arbeitsmarkt aufzuzeigen. Und eben das könne das Kinder- und Jugendzentrum in dieser Form nicht leisten.

Wie es mit ihnen weitergehen soll? Natürlich müsse man sich um die Gruppe kümmern und vermeiden, dass sie sich auf der Straße und in Parks treffen. Pro Regio oder auch die mobile Arbeit des DKSB an der Ziegelstraße könnten hier Anlaufpunkt sein – und natürlich denke das Jugendamt über weitere Anlaufstellen nach. Doch die Pläne des DKSB, ein Büro im Stadtteil einzurichten, sind nach Informationen der LZ derzeit nicht mehr aktuell.

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