Salzufler Kiliansfest bietet große Vielfalt mit Fahrgeschäften und Ausstellung

Stefan Backe

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Von 1950 bis 1962 sind in Schötmar neben Fahrrädern auch Mopeds produziert worden. Dr. Stefan Wiesekopsieker (Zweiter von links) zeigt Jochen Heidbreder vom Bürgerverein (Zweiter von rechts) ein Exemplar, das man sich aus dem Magazin des ehemaligen Stadtmuseums ausgeliehen hat. Das interessiert auch Dr. Rainer Lübking (links) und Dr. Michael Vogt vom Heimatverein. - © Stefan Backe
Von 1950 bis 1962 sind in Schötmar neben Fahrrädern auch Mopeds produziert worden. Dr. Stefan Wiesekopsieker (Zweiter von links) zeigt Jochen Heidbreder vom Bürgerverein (Zweiter von rechts) ein Exemplar, das man sich aus dem Magazin des ehemaligen Stadtmuseums ausgeliehen hat. Das interessiert auch Dr. Rainer Lübking (links) und Dr. Michael Vogt vom Heimatverein. (© Stefan Backe)

Bad Salzuflen-Schötmar. Sollten sich die Wetterprognosen bewahrheiten, werden die Besucher des Kiliansfestes am Wochenende einige Schauer ertragen müssen. Nur gut, dass die Traditionsveranstaltung in diesem Jahr nicht nur Attraktionen unter freiem Himmel bietet. Erstmalig haben Hobby-Historiker eine Schötmar-Ausstellung zusammengestellt, die manche Regenpause versüßen dürfte.

Wie berichtet, haben sich der gastgebende Bürgerverein, die Schützengesellschaft Schötmar und der Heimat- und Verschönerungsverein Bad Salzuflen im vergangenen Jahr zusammengetan, um das Kiliansfest durch eigene Aktion zu bereichern. Ein Ergebnis ist ein neues Geschäft in der Begastraße 14, das am Samstag von 10 bis 20 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr seine Pforten öffnet. Die kostenlose Handelsware: Das Auffrischen von Erinnerungen aller Art.

In liebevoller Kleinarbeit haben die Mitglieder des Heimatvereins um den Vorsitzenden Dr. Stefan Wiesekopsieker zahlreiche Ausstellungsstücke mit Bezug zu Schötmar angerichtet. Für drei Tage wird das leerstehende Ladenlokal gegenüber von Brockschmidt damit zu einem Mini-Museum. Wobei der Chef-Organisator relativiert: „Wir haben bewusst keine Beschilderung für die Exponate gemacht. Vielmehr setzen wir darauf, dass die Besucher über die verschiedenen Dinge mit uns oder untereinander ins Gespräch kommen. Nach dem Motto: ,Guck mal da, weißt du noch?‘"

Gelegenheit dazu gibt es reichlich. Sei es dank eines Geschirr-Sets aus dem legendären „Tivoli", eines Kleiderbügels aus dem Textilhaus Pott oder vieler alter Ansichtskarten und Bilder. Wobei die schmuckvollen Rechnungen von ehemaligen Schötmaraner Firmen manchen Betrachter in die Irre führen werden. Wie damals üblich, ziert beispielsweise den Beleg der Keksfabrik „Mensch& Schnapp" von 1914 die Zeichnung eines riesigen Fabrikgebäudes. Die Realität fiel um einiges zierlicher aus. „Wo es einen Schornstein gab, wurden gerne noch vier dazu gemalt", erklärt Dr. Stefan Wiesekopsieker die Übertreibungen.

Bürgervereins-Vorsitzender Jochen Heidbreder gehörte Freitagnachmittag noch vor der offiziellen Eröffnung des Kiliansfestes zu den ersten Besuchern der Ausstellung. Er zeigte sich anschließend begeistert: „Das ist einfach nur toll – ich bin beeindruckt." Selbiges gilt auch für die Freiluft-Attraktion der diesjährigen Veranstaltung – den 55 Meter hohen „Sky Dance". Hier werden die hoffentlich schwindelfreien Passagiere auf 43 Meter Höhe gebracht und in die Runde gedreht. „Das Kiliansfest hat für Jung und Alt wieder einmal viel zu bieten", freut sich Jochen Heidbreder.

Noch zwei Tage mit viel Programm

Das Kiliansfest startet am Samstag offiziell um 14 Uhr. Von 14 bis 18 Uhr findet ein Flohmarkt rund um die Kilianskirche statt. Ab 19 Uhr spielt die Oldenburger Partyband „Hot Stuff" auf der großen Bühne an der Ecke Schülerstraße. Der Sonntag lockt zusätzlich mit offenen Geschäften von 13 bis 18 Uhr. Ab 15 Uhr gibt es Vorführungen verschiedener Vereine auf der Hauptbühne. Der Heimat- und Verschönerungsverein Bad Salzuflen bietet drei historische Stadtführungen an, die am Samstag um 18.30 Uhr an der kleinen Bühne am Bahnhofsvorplatz starten.

Organisiert von den Schützen gibt es am Samstag ab 16 Uhr ein Standkonzert auf der Bega-Brücke. Ab 20 Uhr heizt die Band „Relics" auf der kleinen Bühne ein. Am Sonntag spielt ab 13 Uhr das Bundesschützengarde-Musikkorps Schwaney auf der Hauptbühne.

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