Das Bega-Center muss sich erst bewähren

Überflüssig oder Magnet? Schötmaraner über neue Läden und mögliche Verkehrsprobleme

Von Katrin Kantelberg

Manfred Heinsohn (links) im Gespräch mit Wolfgang Matto (rechts). Jochen Heidbreder (Mitte) und Daniel Dick hören kritisch zu. LZ-Redakteuer Martin Hostert notiert's. - © Foto: Kantelberg
Manfred Heinsohn (links) im Gespräch mit Wolfgang Matto (rechts). Jochen Heidbreder (Mitte) und Daniel Dick hören kritisch zu. LZ-Redakteuer Martin Hostert notiert's. (© Foto: Kantelberg)

Bad Salzuflen-Schötmar. Skepsis herrscht vor bei den Schötmaranern. Skepsis, ob Fachmärkte an Bega- und Uferstraße die erhofften Impulse bringen. Bei der "Mobilen Redaktion" waren unterschiedliche Stimmen zu hören.

Es sind vor allem ältere Bürger, die den Wandel an der Schötmaraner Einkaufsmeile beklagen. Wolfgang Matto etwa kennt die Begastraße noch aus anderen Zeiten - als es noch viele Fachgeschäfte gab. Die vermisst er, fragt sich, ob ein weiterer Drogeriemarkt, wie er im "Bega-Center" vorgesehen ist, das Zentrum wirklich bereichert.

Dem hält Jochen Heidbreder entgegen: Der Vorsitzende des Bürgervereins ist überzeugt, dass Kunden, die im neuen Center einkauften, letztlich auch andere Geschäfte in Schötmar besuchten und somit einen Gewinn für den gesamten Einzelhandel brächten.

Anders sehen das Manfred und Gudrun Heinsohn. Als Anwohner der Vehrlingstraße bezweifeln sie, dass ein Nahversorger an der Begastraße nötig ist. "Der Aldi reicht völlig aus." Vielmehr glauben sie, dass der geplante Markt sich letztlich mit dem Einzugsbereich des Ladens an der Otto-Hahn-Straße überschneide. Die geplante Zufahrt über die Vehrlingstraße lehnen sie ab.

"Eine Verkehrsänderung ist völlig unnötig." Auch Ernst und Lilo Weide sind skeptisch, ob neue Geschäfte die Entwicklung Schötmars langfristig vorantreiben können. "Der entscheidende Fehler war doch bereits vor Jahren die Besiedlung des Hoffmanns-Geländes." Seitdem blute Schötmar aus. Ratsfrau Marion Rieso-Wiege hingegen glaubt, dass Schötmar schon durch den Umzug einiger Läden einen positiven Eindruck vermittle, es sei etwas in Bewegung. Der Politik seien aber die Hände gebunden, entgegnet sie auf die Klagen, es fehle an Fachgeschäften.

Daniel Dick sieht den neuen Geschäften positiv entgegen. "Es kommt nur darauf an, dass die Läden gut angenommen werden." Schötmar werde oft schlecht geredet. Das Angebot passe, nur abends sei einfach zu früh überall Schluss. Auch Marianne Suhr ist zufrieden. "Alles ist gut mit dem Auto zu erreichen", sagt die Seniorin, die seit 20 Jahren in Ehrsen wohnt und sich wünscht, dass sich wieder mehr Textilgeschäfte ansiedelten.

Peter von Lowtzow macht sich für die Radfahrer stark. Im Zuge der Ansiedlung des "Bega-Centers" hofft er, dass sich die Straße für Radler in beide Richtungen öffne. Hans-Peter Wind, Vorsitzender des Planungsausschusses, spricht sich vor allem für die Rad-Verbindung nach Salzuflen aus. Im Bereich der Hoffmannswiesen fehle die Beleuchtung. Kritiker, die das "Bega-Center" als zu groß einschätzen, entgegnet er: "Ladenflächen müssen für Investoren rentabel sein."

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