Salzufler Feuerwehr ist ein heißes Thema

Politik und Verwaltung wollen den Wirkungsgrad verbessern, ohne die Bevölkerung zu beunruhigen

Von Stefan Backe

Stadt muss viel Geld für Brandschutz ausgeben - © Salzuflen
Stadt muss viel Geld für Brandschutz ausgeben (© Salzuflen)

Bad Salzuflen. Der Brandschutz­be­darfs­plan fordert hohe Investitionen in Gebäude und Personal, um die Feuerwehr noch effektiver zu machen. Im Hauptausschuss klang jetzt aber auch Kritik an den definierten Schutzzielen an.

Wie am Mittwoch ausführlich berichtet, hatte ein Gutachten ergeben, dass die Salzufler Brandbekämpfer durchaus schnell vor Ort sind – aber teilweise offiziell zu wenig Leute für den ersten Löschangriff zur Verfügung stehen. Als Konsequenz sieht der Brandschutzbedarfsplan unter anderem zehn neue Berufs-Feuerwehrmänner und die Verlegung der Hauptwache vor, um den von der Bezirksregierung kontrollierten und geforderten Wirkungsgrad zu erhöhen.

Das Problem sind die Finanzen – denn neben den erheblichen Personalkosten liegt auch für die geforderten Neubauten kein Geld auf der Straße. So betonte beispielsweise CDU-Fraktionschef Volker Heuwinkel, dass der Brandschutz auch in wirtschaftlich schweren Zeiten ein wichtiges Gut sei. Gleichzeitig merkte er an, dass es Meinungen gebe, die auch einen Erreichungsgrad von 80 statt der bislang geforderten 90 Prozent für ausreichend hielten. Ins gleiche Horn stieß Eduard Böger (SDP): "Ich will nicht sagen, dass wir die Vorgaben bestreiten – aber in Anbetracht der Kosten müsste man darüber reden."

Im Oktober 2010 schlugen Flammen aus einem Haus in der Schötmaraner Lehmkuhlstraße. Hier war die Salzufler Feuerwehr sehr schnell und auch sofort in ausreichender Anzahl vor Ort. - © Foto: Privat
Im Oktober 2010 schlugen Flammen aus einem Haus in der Schötmaraner Lehmkuhlstraße. Hier war die Salzufler Feuerwehr sehr schnell und auch sofort in ausreichender Anzahl vor Ort. (© Foto: Privat)

Ganz anders sahen dies Matthias Obenhaus von der Bunten Liste ("Wat mutt, dat mutt!") oder Robin Wagener (Grüne), der es für ausgesprochen gefährlich hielt, zu sehr über Schutzziel-Erreichungsgrade zu reden. Trotz fehlender juristischer Vorgaben gebe es hier keineswegs eine Grauzone, sondern klare Grenzen. Bürgermeister Dr. Wolfgang Honsdorf wusste aus seinen Gesprächen mit der Bezirksregierung zu berichten, dass es dort eine große Entschlossenheit gebe, an den bisherigen Vorgaben festzuhalten. Er betonte aber auch, dass Salzuflen schon jetzt eine Wehr habe, die ihre Aufgabe erfülle.

Vor der Verabschiedung in der Ratssitzung Ende März soll der Brandschutzbedarfsplan nun intern und in zwei weiteren Ausschüssen diskutiert werden. Neben der Frage, ob es eine theoretische Möglichkeit gibt, die Vorgaben und damit die Kosten für deren Einhaltung zu senken, wird es dabei auch um die Frage nach einem geeigneten Standort für die Hauptwache sowie einen verbindlichen Zeitplan für die nächsten Jahre gehen. Denn neben einem Neubau möglicherweise in der Nähe des heutigen Friedhofes in Aspe gilt vor allem auch das Gerätehaus in Wülfer-Bexten als dringend zu er- und versetzen. Gerade beim Kampf um jede Sekunde spiele ein optimaler Standort im Ortszen­trum eine wichtige Rolle.

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