"Honasco" kann ins Industriegebiet Sylbach ziehen

Schwesterfirmen werden Nachbarn - Bebauungsplan geändert

Von Stefan Backe

Honasco zieht

nach Sylbach - © Salzuflen
Honasco zieht
nach Sylbach (© Salzuflen)

Bad Salzuflen-Holzhausen. Die Kunststoff-Hochburg Salz­uflen erfährt eine Stärkung. "Honasco", das dringend eine neue Heimat gesucht hatte, bleibt der Badestadt erhalten. Die Verantwortlichen freuen sich über eine optimale Lösung.

Information
Jörg-Schwarzbich-Gruppe

Mehr als 450 Mitarbeiter sind für die Unternehmensgruppe Jörg Schwarzbich in Deutschland und Polen tätig. Keimzelle ist die Firma "Rollax, die Jörg Schwarzbich vor 40 Jahren in Bielefeld gegründet hat. 2007 zieht der Betrieb mit seinen 198 Mitarbeitern nach Sylbach. Produziert und entwickelt werden bewegungstechnische Elemente (Kugellager) für die Automobilindustrie. 1996 kauft Jörg Schwarzbich "Honasco". Die 1960 gegründete Firma produziert heute mit 170 Mitarbeitern Kunststoff-Spritzteile für die Automobil- und Haushaltsgeräteindustrie ("Weiße Ware"). Seit Anfang der 1970er Jahre ist "Honasco" in der Werkstraße beheimatet.(bas)

Noch in diesem Jahr sollen die Bagger für einen Neubau im Industriegebiet Sylbach rollen. 2013 werden dann zwei Betriebe direkte Nachbarn sein, die auch inhaltlich bereits aufs Engste miteinander verknüpft sind. Neben dem Spritzguss-Hersteller "Honasco" bildet die Kugellagerfabrik "Rollax" das Kernstück der Jörg-Schwarzbich-Gruppe. Letztgenannter Betrieb hat bereits seit 2007 seine Heimat in der Max-Planck-Straße. Damals hatte "Rollax" die ehemalige "rou bill"-Produktionsstätte gekauft und umfangreich saniert.

Beim Blick aus dem "Rollax"-Besprechungszimmer sieht Johann-Christian Schmiereck die Fläche, auf der die Bau-Pläne für "Honasco" umgesetzt werden sollen. - © Foto: Backe
Beim Blick aus dem "Rollax"-Besprechungszimmer sieht Johann-Christian Schmiereck die Fläche, auf der die Bau-Pläne für "Honasco" umgesetzt werden sollen. (© Foto: Backe)

"Über die jetzige Lösung sind wir natürlich sehr glücklich. Durch die räumliche Nähe erhoffen wir uns in Zukunft weitere Synergieeffekte", betont "Honasco"-Geschäftsführer Johann-Christian Schmiereck. Voraussetzungen dafür waren die Einigung mit der Grundstückseigentümerin und die Erstellung des Bebauungsplanes. Denn bislang endete das ausgewiesene Industriegebiet an der "Rollax"-Grundstücksgrenze. Dahinter erstreckte sich eine Ackerfläche, die nun durch den Stadtrat zum Gewerbegebiet umgewidmet worden ist.

In den nächsten Monaten soll nun der offizielle Bauantrag auf die Reise gebracht werden. Nach ersten Planungen rechnet Johann-Christian Schmiereck mit einer Gebäudefläche von rund 8000 Qua­dratmetern. Die Vorfreude des Geschäftsführers ist groß, da der bisherige Standort an der Holzhauser Werkstraße schon lange nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Fertigung entsprochen habe. "Der alte Standort war historisch aus verschiedenen Grundstücken gewachsen und dadurch sehr zergliedert", erklärt Johann-Christian Schmiereck.

Mit dem Umzug sollen diese Probleme der Vergangenheit angehören. Wenngleich es keine direkte bauliche Verbindung zwischen den "Honasco"- und "Rollax"-Gebäuden geben soll, freut er sich auf die Nachbarschaft: "Die Firmen können dadurch weiter zusammengebracht werden." Dabei seien es gerade diese besonderen Synergieeffekte, die "Honasco" – hinter den Coko-Werken und Ninka nach eigenen Angaben die Nummer drei in der Bad Salzufler Kunststoff-Spritzguss-Szene­ – stark gemacht habe. "Wir verbinden die Kompetenz von bewegungstechnischen Elementen und Kunststoffteilen. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal in einem umkämpften Markt", erklärt Johann-Christian Schmiereck.

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