Veterinäramt sucht neue Heimat für vier verwahrloste Hengste

Pferdehaltungsverbot gegen ehemalige Besitzerin ist rechtskräftig

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Dr. Bernhard Happe vom Veterinäramt des Kreises Lippe (links) hilft bei der Versorgung eines Hengstes in der vorläufigen Pflegestelle. - © Foto: privat
Dr. Bernhard Happe vom Veterinäramt des Kreises Lippe (links) hilft bei der Versorgung eines Hengstes in der vorläufigen Pflegestelle. (© Foto: privat)

Bad Salzuflen/Biemsen-Ahmsen (bas). Selbst mit einer Kleinanzeige auf einer bekannten Internet-Auktionsplattform hat es der Kreis Lippe kurzfristig bereits versucht - ohne Erfolg. Noch immer werden für vier der zehn ehemals verwahrlosten Pferde, die einer Halterin in Ahmsen vor zwei Monaten entzogen worden sind, neue Besitzer gesucht.

Die Annonce unter dem Titel "Vier Vollbluthengste kostenlos!", die für kurze Zeit im weltweiten Netz zu lesen war, mochte Dr. Heike Scharpenberg auf Anfrage der LZ nicht überbewerten. "Das war die Initiative einer der Tierfreunde, die uns bei der Suche helfen", sagte die Leiterin des lippischen Veterinäramts über den vergeblichen und schnell wieder eingestellten Vermittlungsversuch. Gleichwohl bleibt die Tatsache, dass der Kreis die reinrassigen Englischen Vollblüter, die momentan in einer vorläufigen Pflegestelle im Kreis Minden-Lübbecke leben, lieber heute als morgen in treue Hände abgeben will - kostenlos.

"Auch die Hengste sind mittlerweile wieder aufgepäppelt worden. Sie brauchen aber eine starke, fachkundige Hand", erklärte Dr. Heike Scharpenberg die Schwierigkeiten. Bei allem Bedürfnis, die Tiere wieder aus der Obhut des Kreises zu entlassen, achte man sehr darauf, keinen neuen Tierschutzfall zu produzieren: "Wir haben auch schon Interessenten abgelehnt."

Hintergrund: Im September hatte das Veterinäramt nach langer Vorgeschichte zehn abgemagerte Pferde von einem Bauernhof in Ahmsen gerettet (die LZ berichtete mehrfach). Mittlerweile ist das ausgesprochene Pferdehaltungsverbot gegen die ehemalige Besitzerin nach Auskunft von Dr. Scharpenberg bestandskräftig. Ob sich der Kreis - und damit am Ende auch der Steuerzahler - die Auslagen für die Fortnahme aber jemals von der Betroffenen zurückholen kann, ist mehr als fraglich. Die Kosten für Transporte, Tierarztbesuche, Hufschmied und die verschiedenen Pflegestellen dürften sich im fünfstelligen Bereich bewegen.

Umso dankbarer ist Scharpenberg für die bisherige Hilfe. So habe beispielsweise die Tierrettung Herford zwei der alten Pferde übernommen und auf einem Gnadenhof untergebracht. Insgesamt seien bislang vier Tiere an neue Besitzer übereignet worden, zwei Tiere hätten dagegen wegen ihrer Leiden eingeschläfert werden müssen.

Irritiert zeigt sich die Veterinäramtsleiterin dagegen von einigen Tierschützern, die sich vorher aktiv in den Fall eingebracht hätten: "Viele, die uns damals mit massiven Forderungen und auch Kritik überzogen haben, hatten uns konkrete Hilfe bei der Unterbringung der Pferde zugesichert. Davon ist jetzt leider nichts mehr übrig geblieben." Weitere Informationen zu den Hengsten gibt das Veterinäramt unter 05231-62227.

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