21 Hektar neue Gewerbeflächen im Grenzgebiet

Stadt Bielefeld setzt auf Entwicklung in ihrem Teil des interkommunalen Gebiets mit Bad Salzuflen

Von Sebastian Kaiser

Auf Herforder Gebiet sind bereits Gewerbeflächen erschlossen worden. - © Foto: Frücht
Auf Herforder Gebiet sind bereits Gewerbeflächen erschlossen worden. (© Foto: Frücht)

Bielefeld/Bad Salzuflen. Fehlende Gewerbegebiete sind in Bad Salzuflen nach wie vor ein drängendes Problem. Immerhin scheint es der Stadt Bielefeld zu gelingen, expansionswillige Unternehmen im Grenzgebiet halten zu können.

Nach Informationen dieser Zeitung gibt es offenbar die Chance, noch in diesem Jahr ein 21 Hektar großes Areal im Bielefelder Teil des interkommunalen Gewerbegebiets an der Ostwestfalenstraße zu erschließen. Im Drei-Städte-Eck Bielefeld-Herford-Bad Salzuflen in unmittelbarer Nähe der A2-Ausfahrt in Lockhausen sind seit über zehn Jahren rund 120 Hektar für die Ansiedlung von Betrieben vorgesehen. Das Gebiet ist auf Bielefeld, Herford und Bad Salzuflen aufgeteilt.

2001 gründeten die drei Städte die "Interkomm OWL GmbH", um die Grundstücke kaufen, entwickeln und an den Mann bringen zu können. Dabei wurde mit Kosten von 50 Millionen Euro kalkuliert. An der Gesellschaft sind die Städte Bielefeld und Herford mit jeweils 45 Prozent, Bad Salzuflen mit 10 Prozent beteiligt. Bisher sind jedoch nur Grundstücke im Herforder Teil erschlossen und vermarktet worden. Dort sind jedoch kaum noch Flächen verfügbar.

Auf Bielefelder Gebiet blieben die Grundstücksverhältnisse lange nicht geklärt. Größere Flächen gehören einem landwirtschaftlichen Betrieb, der darauf Ackerbau betreibt. Damit diese Ackerflächen zu Gewerbegrundstücken werden können, müssten dem Landwirt Ersatzflächen zur Verfügung gestellt werden. Genau das scheint jetzt möglich zu sein.

Überraschend seien der Stadt Bielefeld Flächen außerhalb, aber in der Nähe des künftigen Gewerbegebietes angeboten worden, ist aus gut unterrichteten Kreisen zu hören. Diese sollen dem landwirtschaftlichen Betrieb nach einem Ankauf durch die "Interkomm GmbH" angeboten, sprich verkauft werden. Gleichzeitig müsste die "Interkomm" auch die bisherigen Ackerflächen, auf denen dann Gewerbe angesiedelt werden soll, erwerben.

Finanziert werden soll das dem Vernehmen nach mit Erlösen, welche die "Interkomm" mit dem Verkauf von Grundstücken auf Herforder Gebiet bereits erzielt hat, sowie mit Hilfe von Darlehen. Außerdem müsste die "Interkomm GmbH" die Erschließung der Flächen mit Straßen und Kanälen vorfinanzieren. Durch die spätere Veräußerung der Grundstücke an Gewerbebetriebe sollen die Vorlaufkosten wieder hereinkommen. 2011 wies die "Interkomm GmbH" Umsatzerlöse von 1,7 Millionen Euro und einen Gewinn von 500.000 Euro aus.

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