Gutachter können Schaden im "VitaSol" noch nicht beziffern

Weitere Kernbohrungen sind nötig - Vielen Säulen fehlt es an Substanz

Von Katrin Kantelberg und Stefan Backe

"VitaSol"-Sanierung bleibt Wundertüte - © Salzuflen
"VitaSol"-Sanierung bleibt Wundertüte (© Salzuflen)

Bad Salzuflen. Die aktuelle Sanierung der Badehalle II im "VitaSol" erweist sich momentan als Wundertüte. Eine erste Untersuchung der Säulen hat noch keinen Aufschluss über den genauen Umfang der Schäden gebracht.

Der Anblick ist ernüchternd: skelettierte Säulen, aufgerissene Böden und Wände. Bei der Ortsbesichtigung der Bauarbeiten wurde den Mitgliedern des Bauausschusses Mitte der Woche die Dringlichkeit der Maßnahme vor Augen geführt. Doch damit nicht genug. Noch bleibt unklar, ob die von der Sole zerfressenen Stahlbetonträgersäulen in der Badehalle II komplett marode oder aber im oberen Bereich zu erhalten sind.

Ging die Stadtverwaltung bislang davon aus, dass die Säulen lediglich bis zu einer Höhe von zwei Metern saniert werden müssen, haben die am Donnerstag übermittelten Ergebnisse von einigen Stichproben weitere Fragen aufgeworfen. "Die Bandbreite der Schäden im Beton lässt keine allgemeinen Aussagen zum Sanierungskonzept zu", erklärte Fachdienstleiter Dietmar Wohlan. Daher sollen nun bei allen 28 Stützen in der Badehalle II Bohrkerne entnommen und im Labor untersucht werden. Mit einem Ergebnis wird gegen Ende der nächsten Woche gerechnet.

Mit einem Bohrhammer entfernt Sven Beckervondersandfurth von der Betonsanierungsfirma Presch aus Hamm die Betonteile der Stützpfeiler, die durch Sole im Laufe der Jahre ihre Festigkeit verloren haben. - © Foto: Preuss
Mit einem Bohrhammer entfernt Sven Beckervondersandfurth von der Betonsanierungsfirma Presch aus Hamm die Betonteile der Stützpfeiler, die durch Sole im Laufe der Jahre ihre Festigkeit verloren haben. (© Foto: Preuss)

Erst anschließend wollen sich die Experten festlegen, welchen Umfang die Sanierung haben wird. Da der Beton bei einigen der freigelegten Stützen sehr bröselig gewesen sei, befürchtet Dietmar Wohlan, dass zumindest einzelne Exemplare in Gänze ausgetauscht werden müssen. Eine Abweichung vom bisher festgelegten Umfang könnte dabei deutliche Auswirkungen auf Kosten und Dauer der Arbeiten haben.

Bislang plant die Verwaltung, die Arbeiten in der Badehalle II und im kleinen Therapiebecken bis zum Juli abgeschlossen zu haben. 1,2 Millionen Euro sind dafür einkalkuliert. Wie berichtet, hatte die Stadt das ursprünglich erst für diesen Frühling geplante Projekt vorgezogen, da die Statik dieses Gebäudeteils Sorgen bereitete. 28 Pfeiler, zum Teil freistehend oder auch in Fensterfronten und Wänden eingelassen, stützen das Gebäude. Etliche von ihnen sind durch die Sole zerfressen.

Im Zuge der Arbeiten wird auch die Optik der Schwimmhalle an den bereits 2009 sanierten vorderen Bereich angepasst. Boden und Wände werden dunkel gehalten, Holzdecken gezogen. Da Schwimm- und Therapiebecken noch in Ordnung sind, bleiben sie in der gewohnten Form erhalten. Während der Arbeiten trennt eine Wand die Baustelle von der Halle I ab, sodass die Besucher des "VitaSol"  im bereits sanierten Bereich relativ wenig von der Maßnahme mitbekommen.

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