Staatsbad-Geschäftsführer weist Kritik an Sperrung des Kurparks für Sonderkonzert scharf zurück

"Feuerwerksmusik" lässt nicht alle strahlen

Von Stefan Backe

Bad Salzuflen. Wie beim Bombenalarm sei der Kurpark am vergangenen Samstag von Besuchern gereinigt worden, beschwert sich ein Urlauber. Kurdirektor Wilfried Stephan ist empört - kann aber vereinzelten Ärger verstehen.

Anlass zur Kritik war das Konzert des "Pannonia Orchesters" in der außenliegenden Muschel an der Konzerthalle. Während ab 19.30 Uhr 150 Zuhörer den klassischen Klängen - darunter die "Feuerwerksmusik" von Händel - lauschten und am Ende ein Feuerwerk bestaunten, gab es am Eingang lange Gesichter. Denn wegen der Veranstaltung war der Kurpark abends gesperrt. Hinein durfte nur, wer statt des normalen Eintritts den Konzertpreis von 19 Euro zahlte. Auch Inhaber von Gästekarten durften nicht wie gewohnt umsonst flanieren.

"Sie hätten sehen sollen, wie  Scharen von Menschen wutentbrannt mehr oder weniger lautstark schimpfend dem Eingang den Rücken kehrten", schreibt ein Wochenend-Besucher aus Hamm in einem offenen Brief an Kurdirektor Wilfried Stephan. "Bodyguards"  hätten die Sperrung kontrolliert. Wer die Zahlung des Zusatzbeitrages nicht habe nachweisen können, sei am Spätnachmittag aus dem Park verwiesen worden.

Die beiden letzten Vorwürfe bezeichnet der Angesprochene auf Nachfrage der LZ als unverschämte, falsche Unterstellung. "Wir jagen doch niemanden weg. Wer Glück hatte und schon im Kurpark war, der durfte auch beim Konzert bleiben", betont Wilfried Stephan. Beim angeblichen "Bodyguard" habe es sich um den Wachmann gehandelt, der auch sonst abends für Ordnung im Kurpark sorgen würde, wenn die Kassenhäuschen normalerweise nicht mehr besetzt seien.

Er könne verstehen, dass Kurgäste nicht erfreut seien, wenn der Kurpark geschlossen sei. "Aber die Möglichkeit einer Sperrung für Sonderveranstaltungen steht auf den Gästekarten. Das muss man dann mal akzeptieren." Auf "ein bis zwei pro Jahr" bezifferte Wilfried Stephan die Zahl der Sonderkonzerte in der Muschel, die einen deutlichen Mehrwert bedeuten würden. Beispielsweise bei der dreitägigen Veranstaltung "Garten & Ambiente" könnten Kurgäste aber auch durchaus profitieren. Dann müssten diese nicht den eigentlich höheren Eintritt zahlen, sondern könnten mit der Gästekarte umsonst das Kassenhäuschen passieren.

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