Die "Batze" soll vorerst erhalten bleiben

Yvonne Glandien

  • 1
Das Kinderplantschbecken des Freibads Alverdissen - © Sylvia Frevert
Das Kinderplantschbecken des Freibads Alverdissen (© Sylvia Frevert)

Barntrup-Alverdissen. Die Zukunft des Freibads Alverdissen steht seit mehreren Monaten auf der Kippe. Nun hat der Sport- und Vereinsausschuss einen Lösungsvorschlag ausgearbeitet. Die Stadt Barntrup soll für eine Saison weiter als Träger fungieren, doch der Förderverein „Batze“ muss einen neuen Träger für das nächste Jahr finden. Sonst steht endgültig die Schließung der Anlage an.

Das Problem: Im Sommer vergangenen Jahres wurde klar: Ist Barntrup in der Haushaltssicherung, könnte das das Ende für das Freibad in Alverdissen sein. Zwei Bäder wären für die Stadt nicht zu tragen. Trotz der guten Besucherzahlen, sei durch die hohen Zuschüsse seitens der Stadt der Unterhalt des Freibads in Alverdissen zu teuer, hieß es im vergangenen Sommer (die LZ berichtete mehrfach). Um hier für Entlastung zu sorgen, sollte der Förderverein als alleiniger Träger übernehmen. Doch dieser sah sich dazu nicht in der Lage. Ein alternativer Trägerverein konnte jedoch auch nicht gefunden werden.

Der Vorschlag: Mehrere Beschlussvorlagen lagen dem Ausschuss jetzt vor. „Sie stehen alle in gemeinsamer Linie“ meinte Willi Düwel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU: Das Freibad soll noch eine Chance bekommen. Kämmerer Uwe Schünemann unterstützt dies aus Sicht der Verwaltung. Trotz des Haushaltssicherungskonzeptes sei es für die Stadt möglich, das Freibad eine weitere Saison zu tragen – allerdings unter der Voraussetzung, dass keine weitere Planstelle eingerichtet werde. Man zähle darauf, Personalkosten einsparen zu können: Zum einen durch verkürzte Betriebszeiten, also die Reduzierung auf 13 bis 19 Uhr, sowie den Einsatz eines Rentners, der als Schwimmmeister fungiert. „Den Personaleinsatz kann man durch eine stundenweise Abrechnung flexibler gestalten“, erklärte der Kämmerer.

Ein Problem sei allerdings, dass eben dieser Schwimmmeister vor kurzem erkrankt sei. Würde sich seine Situation nicht verbessern, stünde das gesamte Vorhaben auf der Kippe. Eine weitere Prämisse bestünde darin, dass der Förderverein zum Saisonende ein neues Trägerkonzept vorlegen soll. Geschieht dies nicht, werde die Stadt das Freibad 2017 nicht weiterführen.

Insgesamt sei für die kommenden Jahre, unter der Führung eines Trägervereins, eine Deckelung der Zuschusskosten der Stadt Barntrup vorgesehen. Bereits in diesem Jahr sollen diese von 60.000 Euro auf 55.000 Euro fallen. Auch die Vertreter des Freibadvereins, die als Zuschauer der Sitzung beiwohnten, schienen zufrieden.

Die Sache mit dem Alkohol: Der Zank um den Bierausschank im Freibad ist und bleibt ein Thema. Bürgermeister Jürgen Schell hatte im Juli 2015 ein Alkoholverbot verhängt, und das wurde im Januar dieses Jahres auch für rechtens erklärt. Nun hält die Verwaltung in ihrem Beschlussentwurf für die Zukunft des Freibads weiter an dem Verbot fest.

„Diese Saison wird auf dem Rücken der Verwaltungsmitarbeiter getragen werden, und ich habe es ihnen freigestellt. Sie wollen dort nicht arbeiten, wenn es einen Alkoholausschank gibt“, erklärte der Bürgermeister dem Ausschuss. Eine hitzige Diskussion folgte. Sven Teutrine von der SPD bezeichnete ein Alkoholverbot als Unsinn. Auch Willi Düwel, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte, dass ein „Feierabendbierchen mit Kumpels“ im Freibad dazugehöre.

Indes warf der CDU-Fraktionsvorsitzende Jobst-Dieter Rodewald-Tölle dem Bürgermeister vor, etwaige Zwischenfälle nur vorzuschieben und eigentlich eine persönliche Fehde zu verfolgen. Schell wies dies zurück. Der Ausschuss war sich einig, dass die Zukunft des Freibads nicht an dieser Diskussion hängen dürfe und akzeptierte den Vorschlag der Verwaltung einstimmig – mit dem Zusatz, dass das Alkoholverbot nur innerhalb der regulären Badezeiten gelte.

Würde der Kioskbetreiber sein Geschäft länger öffnen, könne er für diesen Zeitraum eine Konzession erwerben.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2016
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

1 Kommentar
1 Kommentar

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.