Gymnasiasten bringen mehr als 10.000 Euro für Afrika zusammen

Karl-Heinz Krull

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Fotos aus Abigui: Kouamé Akpétou, Vorstandsmitglied des Vereins „Initiativen Afrika“, zeigt (von links) Jette Meier, Giacomo Kloss und Marvin Beckmann von der Schülervertretung des Barntruper Gymnasiums, wofür das Geld verwendet wird. - © Foto: Krull
Fotos aus Abigui: Kouamé Akpétou, Vorstandsmitglied des Vereins „Initiativen Afrika“, zeigt (von links) Jette Meier, Giacomo Kloss und Marvin Beckmann von der Schülervertretung des Barntruper Gymnasiums, wofür das Geld verwendet wird. (© Foto: Krull)

Barntrup. Vom Ergebnis der Aktion in Barntrup ist Lehrer Volker Mohme immer noch verblüfft: 700 Schüler haben für Projekte in Afrika gearbeitet. „Und dabei kamen dann mehr als 10.000 Euro heraus – das ist ja Wahnsinn."

Genau 10.256 Euro sind es, die 700 Barntruper Gymnasiasten am 21. Juni zusammengebracht haben. Der Termin war bundesweit von der „Aktion Tagwerk" als „Dein Tag für Afrika" ausgerufen worden.

„Ein Kooperations-Netzwerk, das an den Schulen diese Tage organisiert", erklärt Lehrer Mohme, der auch Ansprechpartner für die Barntruper Projekte im Rahmen der „Schule der Zukunft" ist.

Dabei ist das Geld nicht einfach durch die Frage „Mama, hast du mal zehn Euro?" zusammengekommen, wie SV-Vertrauenslehrer Henrik Bollermann berichtet: „Alle Schüler tun an diesem Tag etwas. Sie engagieren sich persönlich, um anderen zu helfen."

Dann wollten sie aber bestimmen, wohin das Geld geht, wie die Schülervertretung beschloss – was bei der „Aktion Tagwerk" aber so nicht möglich ist. Allerdings leistet der Verein die organisatorische Vorarbeit, sorgt beispielsweise für Arbeitsverträge und Versicherungen und setzt darum auf das Ergebnis.

Immerhin: Die Barntruper Gymnasiasten durften sich schließlich für 5000 Euro, die Hälfte des Geldes, ein Projekt suchen, bei dem für alle der Erfolg ihres Einsatzes unmittelbar sichtbar wird.

Der Blomberger Verein „Initiativen Afrika" war da der richtige Ansprechpartner. Klein, aber seit etwa zwölf Jahren mit Hilfen zur Selbsthilfe in rund 25 Projekten in Afrika erfolgreich, hatte er etwas ganz Handfestes, für das noch Geld gebraucht wurde: eine Schule in Abigui, einem Dorf an der Elfenbeinküste.

„Der Verein ist für mich ein Vorbild, ein Beispiel dafür, wie einfach es ist, sich zu organisieren", erklärt Mohme, und er merkt an: „Für uns als Schule war es viel schöner und motivierender, wenn man sieht, was mit dem Geld gemacht wird."

Ganz genau wissen das Ursel Rosenhäger, Hermann Söhnel und Kouamé Akpétou von „Initiativen Afrika". In Abigui gibt es so etwas wie einen Förderverein, die „Bewegung für die Entwicklung des Dorfes Abigui". Die Gruppe schreibt genau auf, wie viele Tonnen Zement oder Sand für den nächsten Bauabschnitt der Schule gebraucht werden und was das Material kostet.

So viel Geld, dass alles auf einen Schlag gebaut werden könne, habe der Verein nicht, sagt Söhnel, und in Afrika würden ja auch keine Unternehmen anrücken. „Wir machen das Schritt für Schritt." Die Schüler helfen beim Bau, und sozusagen das ganze Dorf arbeitet mit. „Der Rohbau steht schon, und die Leute sind darauf sehr, sehr stolz", berichtet Akpétou.

Das ist genau das, was man für die Projekte der „Schule der Zukunft" brauche, so Mohme: Ziel sei, dass die Schule über 100 Prozent der erarbeiteten Gelder bestimmen könne. Mohme und Bollermann streben ein kontinuierliches Engagement für Projekte in Afrika an und planen etwa alle zwei Jahre einen „Afrikatag".

Weitere Informationen gibt es unter http://www.initiativenafrika.de

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