Dörentrup und Barntrup setzen Klimaschutzkonzept allein um

Nach dem Nein aus Extertal wollen die beiden Kommunen allein einen Klimaschutzmanager einstellen. Maik Schlicht (CDU) aus Extertal macht sich dagegen Sorgen um die Wirtschaft

Jens Rademacher

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Extertal/Dörentrup/Barntrup. Weil Extertal aussteigt, wird es nichts mit der geplanten nordlippischen Zusammenarbeit beim Thema Klimaschutzmanager. CDU und FDP haben im Extertaler Rat verhindert, dass eine gemeinsame Stelle für die drei Kommunen eingerichtet wird. Die Verantwortlichen in Dörentrup und Barntrup legen das Vorhaben trotzdem nicht zu den Akten.

„Wir wollen mit Barntrup zusammen allein weitermachen", sagt Dörentrups Bürgermeister Friedrich Ehlert. „Vorbehaltlich der Zustimmung unserer Ratsgremien, denn im Moment haben wir ja kein Mandat." Der Förderantrag für den Klimaschutzmanager sei bereits gestellt – und das Ausscheiden Extertals mit dem Fördergeber bereits besprochen.

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Stromverbrauch soll sinken
Als Ziel wird im Klimaschutzkonzept empfohlen, die CO2-Neutralität für Barntrup, Dörentrup und Extertal für 2022 anzustreben. Der private Stromverbrauch soll bis zu diesem Zeitpunkt um fünf Prozent sinken, der private und gewerbliche Wärmebedarf um 15 Prozent. Laut Dörentrups Bürgermeister Friedrich Ehlert ist auch die 50-prozentige Förderung eines Großprojekts möglich. Welches, ist offen. Die angedachte Nahwärmeleitung von der Maibolte zur Neuenkamp-Siedlung ist aus dem Rennen.

Die Räte beider Kommunen hatten bereits Ja zur Einstellung gesagt – unter der Voraussetzung, dass Extertal mitmacht. Das Thema solle deshalb nun erneut in die Gremien kommen, bestätigt auch Barntrups Bauamtsleiter Franz-Joachim Kuhs. „Wir werden dafür werben, dass wir weitermachen können", sagt Ehlert.

Extertal, Barntrup und Dörentrup hatten im Jahr 2013 ein gemeinsames Klimaschutzkonzept beschlossen – Kalletal war nicht dabei, hatte schon ein eigenes Konzept auf den Weg gebracht. Um die 65-prozentige Förderung für die halbe Stelle eines Klimaschutzmanagers beantragen zu dürfen, brauchte es noch die formale Zustimmung des Rates für das Klimaschutzkonzept von 2013. Der Manager soll helfen, dessen Ziele zu erreichen, nach Angaben Ehlerts zum Beispiel Bürger beraten, welche Fördermöglichkeiten es für die Wärmedämmung von Häusern gibt.

„Ich bedaure die Extertaler Entscheidung", sagt der Dörentruper Bürgermeister. Diese war äußerst knapp ausgefallen. Auch ein Antrag für zwei Personen hätte nach Ehlerts Worten gestellt werden können. „Aber wir sind langsam an die Sache herangegangen." Die Kosten für die Stelle sind ihm zufolge überschaubar: Statt jeweils etwa 3000 Euro pro Kommune und Jahr kommen nun rund 5000 Euro auf die beiden übriggebliebenen Orte zu.

Dass es eben nur eine halbe Stelle sein soll, ist denn auch einer der Kritikpunkte der Extertaler CDU: „Wenn die Person im Innovationszentrum in Wendlinghausen sitzt und nach Silixen fahren soll, kann sie bei diesem Zeitkontingent auf halbem Weg umkehren", sagt Fraktionschef Maik Schlicht. Wäre die Stelle mit einer vernünftigen Stundenzahl ausgestattet gewesen, „hätte man darüber reden können".

Schlicht betont, das Nein seiner Fraktion, dem sich neben der FDP auch ein Mitglied der UWE anschloss, sei nicht nur aus formalen Gründen auch ein Nein gegen das Klimaschutzkonzept gewesen. „Es heißt darin, der Stromverbrauch im Gewerbe darf nicht steigen. Wir haben aber einen großen Maschinenbauer und Kunststoffverarbeiter am Ort und wollen neues Gewerbe ansiedeln. Das beißt sich für uns."

Die Extertaler Bauamtsleiterin Nadine Reineke weist derweil darauf hin, dass die Verwaltung nun beim Thema Klimaschutz ohne das zusätzliche Personal nur begrenzte Aufgaben erfüllen könne.

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