Auf dem neuen Grafenweg kann man historische Bauten entdecken

Sylvia Frevert

Der neu ausgewiesene „Grafenweg" führt auch an der Burg Sternberg vorbei. - © Bernhard Preuss
Der neu ausgewiesene „Grafenweg" führt auch an der Burg Sternberg vorbei. (© Bernhard Preuss)

Barntrup-Alverdissen 18 Kilometer, drei Burgen, Schlösser, Herrensitze und jede Menge unberührte Natur im lippischen Nordosten – das bietet der „Grafenweg". Am Samstag, 22. Juli, ab 13 Uhr wird dieser neue Wanderweg, der Natur und Geschichte miteinander verbindet, in Alverdissen mit Start am Kirchplatz eingeweiht. Künftig können Wanderer auf dem ausgeschilderten, mit Wegweisern und Infotafeln versehenen Weg die Geschichte von Schloss Alverdissen, dem Rittergut Ullenhausen und der Burg Sternberg erkunden.

Wandern ist in. Aber die Ansprüche an Wanderwege haben sich geändert. Wer wüsste dies besser als Wandersleute, wie die Mitglieder des TBV Jahn Alverdissen, die seit dreißig Jahren ein Mal im Monat gemeinsam unterwegs sind? Bereits vor zehn Jahren haben sie den auf einer Alverdisser Sage beruhenden „Zwerg-Anton-Weg" erstellt, der seitdem von einer Vielzahl Wanderer begangen wurde.

Bereits hier verfolgten die Macher ihr Erfolgskonzept, das TBV Jahn-Mitglied und Wander-Organisator Sven Teutrine erläutert: „Heute möchten die Menschen nicht einfach nur unterwegs sein, sondern auf ihrer Wanderung auch etwas über lokale Gegebenheiten erfahren. Außerdem wünschen sie eine nicht nur gut, sondern auch fantasievoll ausgezeichnete Wanderstrecke".

Dies wurde am „Grafenweg" umgesetzt. Er bietet dem Wanderer an jeder Abzweigung ein unverkennbares Hinweisschild: „Es ist ein Graf aus Metall, der extra für unseren Weg entworfen wurde", verrät Teutrine. Angebracht wurden diese Wegweiser an bereits vorhandenen Laternenpfählen und Masten oder auf extra zu diesem Zweck vom Verein installierten Pfählen. An den wichtigsten Sehenswürdigkeiten, wie dem Schloss Alverdissen, informieren große Tafeln über die Geschichte der historischen Gebäude.

Zusätzlich zu den Infotafeln auf der Strecke hat der Verein zum „Grafenweg" ein Büchlein zum Mit-Nach-Hause-Nehmen erstellt. „Das ist ein kleines örtliches Geschichtsbüchlein zum Nachlesen", sagt Teutrine. In Planung sei außerdem die Gestaltung des Weges als Geo-Caching-Pfad mit Schatzsuche über GPS. „Beim Zwerg Anton-Weg gibt es das bereits. Dort können Buchstaben gefunden und anschließend als Lösungswort in ein Wanderbonus-Buch eingetragen und abgestempelt werden", verrät der Wanderfreund. Auch das mache solche Wege zusätzlich attraktiv.

Fünf Jahre dauerte die Planung für den „Grafenweg". Teutrine: „Nachdem unser erster Themenweg so gut angenommen wurde, war die Idee, eine Motto-Tageswanderung zu erstellen, die mehrere nordlippische Gemeinden verbindet". Das sei mit dem „Grafenweg", der über Barntruper und Extertaler Gebiet in direkter Nähe zur Gemeinde Dörentrup verläuft, gelungen, unterstreicht Sven Teutrine. Am Eröffnungstag können sich alle Wanderfreunde selbst davon überzeugen.

Eröffnungstag

Los geht es am 22. Juli um 13 Uhr an der Kirche zu Alverdissen. Gewandert wird die Hälfte der Strecke über das Rittergut Ullenhausen bis zur Burg Sternberg. Von dort bringt ein Shuttle-Bus die Wanderer zurück zum Ausgangspunkt in Alverdissen, wo im Anschluss gesellig gefeiert wird. Organisator Sven Teutrine freut sich auf viele Teilnehmer, die mit ihm seinen persönlichen Höhepunkt des Weges teilen: „Das ist der Aussichtspunkt, wenn man aus der Eimke kommt, mit Blick über das gesamte Extertal bis nach Meierberg."

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