KEB investiert in die Lehre

Sylvia Frevert

Gaben den Anstoß für die Stiftungsprofessur: Diplom-Ingenieur Wolfgang Wiele (rechts, KEB Barntrup) und Prof. Dr.-Ing. Thomas Schulte (links, Hochschule OWL). - © Foto: Frevert
Gaben den Anstoß für die Stiftungsprofessur: Diplom-Ingenieur Wolfgang Wiele (rechts, KEB Barntrup) und Prof. Dr.-Ing. Thomas Schulte (links, Hochschule OWL). (© Foto: Frevert)

Barntrup. Die Barntruper KEB Automation KG und die Stiftung Standortssicherung Lippe nehmen 500.000 Euro in die Hand, um eine Professorenstelle zu stiften. An der Hochschule OWL wird sie im Bereich „Vernetzte Automatisierungssysteme" eingerichtet.

„Ihr Engagement bei dieser Stiftungsprofessur, die allen Studierenden der Hochschule zu Gute kommt, zeigt, wie offen Sie dafür sind, die Region OWL zu fördern." Das Kompliment von Professor Dr. Uwe Meier, Dekan des Fachbereichs Elektrotechnik und Technische Informatik an der Hochschule OWL, ging an Thomas Brinkmann, Gesellschafter der KEB Automation KG.

Die Firma trägt 90 Prozent der Kosten, den Rest übernimmt die Stiftung. Nach Ablauf der Stiftungszeit von fünf Jahren geht die Professur in eine normale Planstelle an der Hochschule über.

„Wir sind gespannt, welche Kandidaten sich bewerben werden", erklärt Diplomingenieur Wolfgang Wiele (KEB), der zusammen mit Professor Thomas Schulte von der Hochschule OWL die Idee zu der Stiftungsprofessur hatte. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 13. September. „Aber es haben sich schon einige Kandidaten beworben", freut sich Dekan Meier.

Durch die Professur werde eine Lücke geschlossen. Die Studierenden würden nun noch weiter dazu befähigt, in der Wirtschaft zu arbeiten. Damit sei die Stiftungsprofessur eine klassische Win-Win-Situation sowohl für die lokale Industrie als auch für die Hochschule.

Die Kandidaten-Wunschvorstellung beschreibt Meier so: „Die Bewerber sind idealerweise nach Studium und Promotion in leitender Position in der Industrie tätig – möglicherweise als Leiter einer Entwicklungsgruppe." Auch regelmäßige Publikationen in Fachzeitungen und Fachkonferenzen würden gern gesehen.

Die Chancen, dass der Bewerber aus dem Lipperland kommen könnte, sind hoch, denn vor allem im Bereich der Elektrotechnik sei die Hochschule führend in der bundesweiten Ingenieur-Ausbildung und, so Meier, „von 15 Professoren in diesem Fachbereich haben drei in Lemgo studiert."

Für die Hochschule OWL ist dies die zweite Stiftungsprofessur für den Fachbereich Elektrotechnik und Technische Informatik und Hochschulpräsident Professor Jürgen Krahl hofft auf weitere Nachahmer: „Es braucht eine Initialzündung, einen Anstoß, einen Macher, damit andere Unternehmen folgen." Er halte diese Verlinkung mit der Hochschule für enorm wichtig vor dem Hintergrund der technischen Herausforderungen der Zukunft, Stichwort „Industrie 4.0". Vorteile ergäben sich natürlich auch für die Rekrutierung von künftigem Fachpersonal.

Diesen Vorbildcharakter sieht auch der Mit-Stifter, die Stiftung für Standortsicherung Lippe. Landrat Dr. Axel Lehmann: „Ich bin überzeugt, dass das Modell der Stiftungsprofessur Zukunft hat."

Nach Ende der Bewerbungsfrist werden die Kandidaten noch in diesem Jahr zum Bewerbungsgespräch mit Probe-Vortrag, Gast-Vorlesung und Gespräch über die Vorstellungen des Kandidaten zu geplanten Forschungen geladen. „Letzteres ist ganz besonders wichtig", so Meier. In alle Abläufe würden die Stifter einbezogen. „Wenn es gut läuft, können wir zum Sommersemester 2018 die Stiftungsprofessur besetzen", freut sich Meier. Erste gemeinsame Projekte mit diesem „neuen Professor" könnten bereits im nächsten und übernächsten Jahren starten.

Information

Wirtschaft, Stiftung und Verbände engagieren sich

Die Hochschule OWL hat mit dem Engagement von KBE fünf Stiftungsprofessuren. Die Stiftung Standortsicherung und die Sparkasse Paderborn-Detmold gaben 400.000 Euro für die Stelle von Professor Aristotelis Hadjakos, der „Musikinformatik" lehrt. 850.000 Euro legten die SEPAWA-Vereinigung und der Stifterverband für Deutsche Wissenschaft für die Stelle von Professorin Miriam Pein-Hackelbusch auf den Tisch, die im Fachbereich Science unterrichtet. Phoenix Contact, das Fraunhofer Anwendungszentrum und die Stiftung Standortsicherung gaben 500.000 Euro für die Stelle von Professor Carsten Röcker im Institut Industrial IT. Die Industrie- und Handelskammer legt den Fokus auf moderne Arbeits- und Fabriksysteme und hat 500.000 Euro Förderung für die Forschung von Professor Thomas Glatzel locker gemacht.

Copyright © Lippische Landes-Zeitung 2017
Texte und Fotos von lz.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.