Straße zwischen Großenmarpe und Barntrup soll ausgebaut werden

Der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn setzt sich erfolgreich dafür ein, dass die Planungen wieder aufgenommen werden

Patrick Bockwinkel

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Die neue Fahrbahn zwischen Großenmarpe und Barntrup würde nicht mehr durch Selbeck führen. Die Gefahrenstelle „Rote Kuhle" würde entschärft. - © Luftbild: Geobasisdaten Lippe/Montage: Möller
Die neue Fahrbahn zwischen Großenmarpe und Barntrup würde nicht mehr durch Selbeck führen. Die Gefahrenstelle „Rote Kuhle" würde entschärft. (© Luftbild: Geobasisdaten Lippe/Montage: Möller)

Blomberg/Barntrup. Eine schmale Fahrbahn, Schäden im Asphalt und schlecht einzusehende Engstellen: Die L758 zwischen Großenmarpe und Barntrup ist für Autofahrer, Rad- und Fußgänger alles andere als ein Vergnügen. Doch das könnte sich nun ändern.

Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn gestern mitteilte, sollen die Planungen für den Ausbau der schmalen Landstraße wieder aufgenommen werden. Das habe Berghahn, der in Istrup lebt und dem Verkehrsausschuss des Düsseldorfer Landtags angehört, in Gesprächen mit NRW-Verkehrsminister Michael Groschek und dem zuständigen Fachbereich des Ministeriums erreicht. „Die B66n soll die Trasse der L758 zwischen Barntrup und Goßenmarpe ersetzen und damit das bereits gebaute Teilstück bis zur L712, der Ostwestfalenstraße, vervollständigen", erklärt Berghahn. Die neue Straße verlaufe dann teils auf der alten Trasse der L758. Teilweise werde es neue Stücke, wie eine Ortsumgehung für das vom Verkehr belastete Selbeck geben.

Den Wunsch nach einem Ausbau hatte jüngst die Mehrheit im Barntruper Rat bei einer Sondersitzung bekräftigt. Die Grünen und der „Arbeitskreis B 66", der am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen war, hatten hingegen Zweifel angemeldet und Kritik geübt.

„Da für die Ortsumgehung Barntrup bereits Baurecht besteht und die ersten Maßnahmen für 2016 geplant sind, müssen auch die Planungen für die B66n wieder aufgenommen werden. Ansonsten würde die neue Ortsumgehung in einen baulich unzureichenden Straßenzug münden", freut sich Berghahn, dass das offenbar auch im Ministerium so gesehen werde. Das werde nun den Landesbaubetrieb Straßen.NRW in Bielefeld mit der Ausarbeitung der Details beauftragen (siehe unten).

„Ich begrüße es sehr, dass nun offenbar Schwung in die Planungen kommt", sagt Blombergs Bürgermeister Klaus Geise. Das Projekt sei gesamtlippisch zu sehen, berühre aber Blomberg, Großenmarpe und Cappel in besonderem Maße. „Ich hoffe, dass die Planungen mindestens im gleichen Tempo wie für die Ortsumgehung in Cappel vorangetrieben werden, damit es dort auch schnell eine Entlastung gibt", sagt Geise.

Die Anstrengungen hätten sich offenbar gelohnt, kommentiert Barntrups Bürgermeister Jürgen Schell die Nachricht, dass die Planungen für die B 66 neu inklusive Ortsumgehung Selbeck wieder aufgenommen werden sollen. „Danke", sagt Schell dazu – nicht ohne hinzuzufügen, dass nun auch Geld für die Umsetzung des Projekts gesichert werden müsse. „Sonst ist das zu kurz gesprungen", betont Schell – denn die fragliche Strecke ist die Verlängerung der Barntruper Ortsumgehung, für die der Baustart näherrückt. Befürchtung der Barntruper und Selbecker: Wenn die Barntruper Ortsumgehung gebaut, die Strecke zwischen Selbeck und Großenmarpe aber noch nicht fertig ist, wird sich noch mehr Verkehr durch das kleine Selbeck quälen.

Deshalb betont Schell: „Man hätte die beiden Stücke in Gänze bauen müssen und nicht häppchenweise planen dürfen." Wichtig für ihn ist deshalb, dass die Sache nun „kein Papiertiger" werden dürfe.
Auch dafür wolle sich Berghahn einsetzen. „Mit der Ortsumgehung Barntrup, dem Ausbau der B 66n und den geplanten Ortsumgehungen Cappel und Vahlhausen bekäme der Kreis Lippe eine toll ausgebaute Verkehrsachse", ist sich Berghahn sicher.

Das Projekt kostet acht Millionen Euro

„Wir freuen uns über die Nachricht, dass wir offenbar die Details für ein Planfeststellungsverfahren erarbeiten sollen", sagt Sven Johanning, Sprecher des Landesbaubetriebs Straßen.NRW in Bielefeld. Der Bau der B 66n zwischen Großenmarpe und Barntrup sei ein wichtiges Puzzlestück für das Verkehrskonzept in der Region.

„Auf lange Sicht soll dort auch die Bundesstraße 1 entlanglaufen", berichtet Johanning. Sobald der offizielle Auftrag aus dem NRW-Verkehrsministerium eingegangen sei, würde mit den Vorbereitungen für ein Planfeststellungsverfahren begonnen. Grundlage dafür seien Vorentwürfe aus dem Jahr 2003. Dabei müssten auch Dinge wie der Lärmschutz oder die Landschaftspflege beachtet sowie mehrere Behörden beteiligt werden.

„Das ist noch eine Menge Arbeit", sagt Johanning. Eine zeitliche Prognose könne er nicht abgeben. „Wir sprechen hier von mehreren Jahren." Die neue Strecke hätte eine Länge von 4,4 Kilometern und würde mehrspurig (2+1) angelegt. Die Baukosten werden auf acht Millionen Euro beziffert.

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