Blomberger Wehr rettet Waschbär aus der Kita Zauberblume

Patrick Bockwinkel

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Die Freiwillige Feuerwehr Blomberg hat einen Waschbären aus der Kita Zauberblume gerettet. - © Freiwillige Feuerwehr Blomberg
Die Freiwillige Feuerwehr Blomberg hat einen Waschbären aus der Kita Zauberblume gerettet. (© Freiwillige Feuerwehr Blomberg)

Blomberg. Maulwürfe, Katzen, Schweine oder Schwäne: Die Freiwillige Feuerwehr Blomberg hat schon eine ganze Reihe von Tieren aus brenzligen Situationen gerettet. Nun bekamen es die Einsatzkräfte mit einem Waschbären zu tun, der sich in den Innenhof der Kita „Zauberblume" verirrt hatte.

Vormittags hatten Einrichtungsleiterin Anke Kuhn und ihre Kolleginnen das Tier entdeckt, wie es zusammengekauert im Lichthof der von Gärten und Grünanlagen umgebenen Kita saß. „Der Waschbär muss offenbar aufs Dach geklettert und anschließend in den Hof gefallen sein, wo er alleine nicht mehr herauskam", berichtet Kuhn. Da die Tiere zwar niedlich aussehen, aber sich mit ihren spitzen Zähnen und den Krallen durchaus energisch zur Wehr setzen können, wenn sie sich bedroht fühlen, rief Kuhn lieber die Feuerwehr zu Hilfe.

„Zwar hatten auch einige Väter angeboten, den Waschbären ins Freie zu befördern. Aber das war mir zu unsicher. Man weiß ja nicht, wie solch ein Tier reagiert", erklärt Kuhn.

Aus dem Grund rückte die Feuerwehr mit Schutzkleidung, dicken Handschuhen und einem Drahtkorb an. Vorsichtig und mit heruntergeklappten Visieren an den Helmen hätten sich Feuerwehr-Pressesprecher Uwe Ovenhausen und seine Kameraden, zu denen auch Wehrführer Joachim Hartfelder gehörte, dem Waschbären genähert. „Das Tier war sehr verängstigt und hat sich aus seiner Ecke nicht fortbewegt. Mit einem Schubs haben wir es dann in den Korb befördert, wogegen der Waschbär sich natürlich gewehrt hat", sagt Ovenhausen. Doch durch die Handschuhe sei nichts passiert.

Die Kita-Kinder, für die das Ganze sehr aufregend war, durften beim Einfangen aber nicht zusehen. „Wir wollten den Waschbären nicht noch durch zig Kinderaugen hinter den Fensterscheiben zusätzlich beunruhigen. Trotzdem war das natürlich total spannend für sie", sagt Kuhn. Dafür durften die Mädchen und Jungen hinterher einen kurzen Blick auf das eingefangene Wildtier werfen. „Die Kinder waren sehr neugierig und wollten wissen, wo Waschbären leben und was sie essen", erzählt Kuhn. Die Feuerwehr setzte den Waschbären anschließend in einem Waldstück aus. „Solch ein Einsatz war für uns eine ganz neue Erfahrung", sagt Ovenhausen.

Dass Waschbären in Gärten oder auf bebauten Grundstücken zu sehen seien, komme laut Förster Stephan Radeck immer mal wieder vor. „Gerade in der Zeit, in der Äpfel reif werden, können Waschbären durchaus in Waldrandlagen in der Nähe des Menschen gesichtet werden", sagt Radeck. Ansonsten hielten die Tiere lieber Abstand. Probleme mit Waschbären, die eigentlich in Nordamerika zu Hause sind, gebe es auf Blomberger Gebiet nicht.

„Mir ist noch keiner dieser nachtaktiven Tiere begegnet. Ich schätze aber, dass es auf Blomberger Gebiet bestimmt 20 bis 30 Waschbären gibt", sagt Radeck.

Als Förster wisse er zwar einiges über diese Tiere. Er sei aber nicht dafür zuständig, sie einzufangen, falls sie sich in ein Haus, eine Gartenhütte oder wie jetzt in den Innenhof der Kita „Zauberblume" an der Neuen Torstraße verirren. „Ich bin kein Tierfänger", sagt Radeck. In solchen Fällen sei es besser, das Ordnungsamt oder die Feuerwehr zu verständigen.

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