Zum Sommerfest wird das Schloss in Reelkirchen zur Kunstmeile

Manfred Brinkmeier

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Ein besonderes Kleinod: Das Wasserschloss Reelkirchen wird am Wochenende zum Ziel von Kunstfreunden. - © Vera Gerstendorf-Welle
Ein besonderes Kleinod: Das Wasserschloss Reelkirchen wird am Wochenende zum Ziel von Kunstfreunden. (© Vera Gerstendorf-Welle)

Blomberg-Reelkirchen. Die Kunsthistorikern Dr. Sigrun Brunsiek von der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen möchte das Wasserschloss Reelkirchen wachküssen. Wie berichtet, soll das Areal zu einem Zentrum des kulturellen Austausches werden. Vor diesem Hintergrund ist auch das Sommerfest zu sehen, das dort am kommenden Wochenende stattfindet.

Es handelt sich jedoch nicht um ein x-beliebiges Sommerfest. Hier soll zwei Tage lang die Kunst im Vordergrund stehen. Eingebunden – und das ist das Besondere an der Veranstaltung – ist das Projekt „Geschmacksache Eat Art OWL 2017 – Kunst zum Essen".

Information

Geschichte und Architektur

Die mit Wasser umgebene Anlage an der Straße nach Blomberg ist in der Mitte des 16. Jahrhunderts von Hermann VIII. von Mengersen gegründet worden. Ihm gehörte seit 1523 das Dorf und die Meierei als Lehen der Paderborner Bischöfe. Der gestreckte Bau der Vorburg stammt im Kern von 1600, er wurde um 1774 umgebaut – schießschartenähnliche Öffnungen sind eingelassen. Hofseitig wurde in Fachwerk gebaut. Dabei wurde der Balken einer Scheune mit der Inschrift 1550 wiederverwendet. An der Seite der zentralen, rundbogigen Durchfahrt aus Werkstein befindet sich ein Wappen von Hermann XIII. von Mengersen und von Agnes Freytag. Die steinerne Gräftenbrücke wurde 1798 gebaut. Das Gärtnerhaus, ein kleiner Fachwerkbau, ist wohl vom 18. Jahrhundert. Das heutige Herrenhaus wurde 1755 als Fachwerkhaus mit Mansarddach gebaut. Die Anlage wurde 1935 und von 1967 bis 1975 renoviert.

Den Auftakt des zweitägigen Festes bildet am Samstag, 24. Juni, ein Konzert im Schlosspark von Reelkirchen. Ab 20 Uhr tritt dort das Ensemble „The Yodeling Nightingales" auf. Am Sonntag startet dann das eigentliche Sommerfest. Die Eröffnung findet um 11 Uhr statt.

Es folgt eine Schlossführung, die für alle diejenigen interessant sein dürfte, die schon immer mal gerne hinter die Kulissen des großen Gebäudes schauen würden. So können sie dann zugleich erfahren, was dort bislang schon alles geschehen und noch weiter geplant ist. An die Führung schließen sich Musik, Events und Ausstellungen an.

Um 13 Uhr steht eine Vorführung der Tanzgruppe Ulrike von der Linden aus Detmold auf dem Programm. Daran schließt sich um 14 Uhr das Projekt „Volkstanz zum Mitmachen" von und mit Helga Hegner an. Wer das Ensemble „The Yodeling Nightingales" am Vorabend verpasst hat, kann deren Musik noch einmal ab 14.30 Uhr lauschen. Um 15 Uhr folgt eine weitere Schlossführung. Den Schlusspunkt setzen dann ab 15.30 Uhr erneut „The Yodeling Nightingales".

Neben all diesen Programmpunkten ist Dr. Sigrun Brunsiek der Startschuss für die Projektreihe „Geschmacksache Eat Art OWL 2017 – Kunst zum Essen" eine besondere Herzensangelegenheit. Neben einem Rotweinbrunnen sowie Bierbrauen und Verkostung gibt es die Ausstellung „Geschmacksverirrung", Speisen und Getränke, die Vorstellung des Fachbereichs Life Science der Fachhochschule Lemgo und Kunst mit Sonja Alhäuser, Ute Bartel, Professorin Dr. Eva Filter und Martin Buchholz, Christine Kriegerowski, Patricia Lambertus, die Klasse Ursula Neugebauer von der Universität der Künste Berlin, Vera Sebert und vieles mehr.

Zu sehen sind zum Beispiel essbare Ausstellungssituationen, der unerschöpfliche Fundus an Farb- und Formvarianten von Lebensmitteln in Form von Fotoarbeiten, Performances und Installationen. Da das Wasserschloss vor allem für seine Panoramatapete aus aus napoleonischer Zeit bekannt ist, liegt es nahe, dass ein modernes Tapetenzimmer kreiert wird, dessen Thema nach einer Tapete von William Morris der „Strawberry-Thief" ist. Vorgesehen ist zudem ein Fermentierungs-Workshop.

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