Dieser Masper besitzt mehr als 1100 Postkarten mit Blomberger Motiven

Iris Liebig

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Stöbert in seiner Sammlung: Ernst Illigens besitzt mehr als 1100 Ansichtskarten mit Motiven der Großgemeinde Blomberg. Die füllen mittlerweile mehrere Alben. - © Iris Liebig
Stöbert in seiner Sammlung: Ernst Illigens besitzt mehr als 1100 Ansichtskarten mit Motiven der Großgemeinde Blomberg. Die füllen mittlerweile mehrere Alben. (© Iris Liebig)

Blomberg-Maspe. Ernst Illigens aus Maspe ist leidenschaftlicher Sammler. Dabei hat er eine Vorliebe für Postkarten mit Motiven aus der Großgemeinde Blomberg. Mehr als 1.100 Exemplare befinden sich in seinem Besitz und füllen mehrere Alben. Aus jedem Ortsteil nennt er mindestens eine Ansichtskarte sein Eigen, aber es dürfen gerne noch mehr werden. Illigens hat schon als kleiner Junge gesammelt. Damals waren es Briefmarken.

Irgendwann gab er die Sammlung weg und beschäftigte sich mit Postkarten, die Motive seiner Heimatstadt zeigen. „Die meisten, die ich habe, zeigen das Forsthaus Blomberg", sagt Illigens und weiß auch warum: „Damals hielt dort die Postkutsche an, und die Reisenden schrieben von ihrem Zwischenstopp eine Karte", so Illigens. Dies war um 1911. Eine Menge Karten gibt es auch mit der Abbildung der Burg oder des Rathauses.

Die wenigsten Exemplare besitze er allerdings von den kleineren Ortsteilen. So habe er eine Karte von Dalborn und zwei von Altendonop. „Auffällig ist bei den damaligen Karten, dass sie alle auf der Vorderseite beschrieben wurde und hinten ausschließlich die Adresse geschrieben steht", erklärt der Sammler. Die Nachricht an den Adressaten aber wurde um das abgebildete Motiv herum geschrieben.

Das älteste Exemplar aus seiner Sammlung stammt aus dem Jahre 1895. „Um 1900 wurden schwarz-weiße Karten nachträglich koloriert", weiß Illigens. Außerdem bekamen sie nicht nur einen Stempel wann sie versendet wurden, sondern auch, wann sie angekommen waren.

So besitzt Illigens beispielsweise eine Karte, die am 2. Januar 1906 in Großenmarpe mit Neujahrsgrüßen aufgegeben wurde und am 9. Januar 1906 in Königsberg angekommen ist. „Es wurden auch Karten verschickt, um etwa mitzuteilen, wann jemand am Bahnhof abgeholt werden möchte", erzählt der Sammler.

Information
Blütezeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Die erste Postkarte in Deutschland wurde am 1. Juli 1872 amtlich zugelassen. Die Nachfrage war so groß, dass in den ersten zwei Monaten zwei Millionen Exemplare verkauft wurden. Den Postkarten folgten die Ansichtskarten und damit auch die ersten Sammler dieser Motive. 1894 gründete sich der erste Verein von Sammlern in Hamburg. Ihre Blütezeit erfuhr die Ansichtskarte von 1897 bis Ende des Ersten Weltkrieges. Um 1900 waren rund 30.000 Menschen in dem Industriezweig beschäftigt. Die Motive zeigten Landschafts- und Stadtansichten, Geschäftshäuser, Künstler- und Militärmotive. Es gab Karten aus Kupferstich, Steindruck, oder sie entstanden aus Kork, Leder und Holz. Die größte Bedeutung hatte allerdings die Fotografie für die Ansichtskarte.

Besonders schön findet er auch die Ansichtskarten mit einem Leporello, also einem harmonikaartig gefaltetem Papierstreifen. Seiner Sammelleidenschaft für Post- und Ansichtskarten frönt Illigens seit 2005. Er sucht und findet die einzelnen Stücke und Exemplare auf Börsen, unter anderen in Köln.

Aber auch im Internet wird er fündig. Eine besondere Karte sucht er schon ganz lange und hat sie bisher noch nicht gefunden. Dabei handelt es sich um die Ansicht vom Niedernkrug Wilhelm Obermeier in Maspe. „Leider besitze ich hier nur eine Kopie", bedauert Illigens und hofft, irgendwann einmal das Original zu finden. „Das Gegenstück, den Obernkrug Maspe, besitze ich im Original" sagt der Sammler stolz

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