Wilbasen: Besucher trotzen am Sonntag dem Regen

Guntmar Wolff

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Die Angst steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Giulia Isabella Kuhs (links) und Amelie Waldow auf dem Piratenschiff auf dem Wilbaser Markt, das dem Anschein nach zu kentern droht. - © Guntmar Wolff
Die Angst steht ihnen ins Gesicht geschrieben: Giulia Isabella Kuhs (links) und Amelie Waldow auf dem Piratenschiff auf dem Wilbaser Markt, das dem Anschein nach zu kentern droht. (© Guntmar Wolff)
Mit mehr als 300 Ausstellern für viele Geschmäcker etwas Passendes dabei - auch für diejenigen, die schon immer ein Piratenboot im Dunkeln erkunden wollen. Immer wieder wagen sich Kinder in das gespenstisch anmutende Schiff.

Nachdem sich dort die Tür geschlossen hat, drängen sich zehn Mutige eng in einer Holzkabine zusammen, während eine knarzende, schwer verständliche Piratenstimme aus Lautsprechern davon spricht, dieses Schiff zum Kentern bringen zu wollen. Kurz darauf beginnt der Boden zu vibrieren und feine Wasserstrahlen spritzen den Besuchern ins Gesicht.

Während es für die Jüngeren wie Ashley (6) und Olivia (4) immer gruseliger wird, haben die elfjährige Giulia Isabella Kuhs und die neunjährige Amelie Waldow ihren Spaß. Nachdem sich nun die nächste Tür öffnet und das Schiff glücklicherweise nicht gekentert ist, müssen die Besucher eine Hängebrücke überqueren, die allerdings eine Besonderheit zeigt: Mittig ist sie stabil, tritt man jedoch etwas zu weit nach links oder rechts, kommt sie ins Wanken – nur ein Griff in die Seile bewahrt davor, das Gleichgewicht zu verlieren.

Nachdem die Gruppe vorsichtig darüber balanciert ist, geht es schon weiter zur letzten Station des Piratenschiffs. Die Besucher stehen scheinbar auf der Reling eines Bootes, wieder ertönt die schnarrende Stimme eines Piraten, bevor sich der Boden gefährlich zur Seite neigt und ein großes Plastikkrokodil auftaucht, das die Gruppe scheinbar fressen möchte. Schreie und Lachen erfüllen den Raum - und dann dankbares Aufatmen, als sich die Tür zur Außenwelt wieder öffnet und alle Besucher dieser Runde wieder trockenen Boden unter den Füßen haben.

Das Piratenboot war ein Angebot unter zahlreichen anderen: Sowohl Autoscooter, das Riesenrad und diverse Karussells als auch die zahlreichen Essensbuden lockten die Zuschauer am Wochenende an. Und auch musikalische Unterhaltung wurde geboten: In mehreren Festzelten sorgten Bands und DJ’s für ausgelassene Stimmung.

„Ich finde es einfach toll hier", erklärte die 20-jährige Lena Tigges aus Lemgo, die den Wilbaser Markt nach eigenen Angaben seit vielen Jahren besucht. und auch Wolfgang Schuster aus Detmold zeigte sich von dem Angebot angetan: „Wir kommen schon seit vielen Jahren hierher", so der zweifache Familienvater. „Es ist einfach eine liebgewordene Tradition."

Und auch Marktmeister Erhard Neumann zeigte sich zufrieden. „Freitag war der Besuch aufgrund des Regens nicht so gut, aber mittlerweile sind bestimmt 8.000 Gäste da", resümierte er am Samstagnachmittag. Am Sonntag fiel das Fazit des Marktmeisters eindeutig aus: „Dem wechselhaften Wetter zum Trotz hatten wir, was mich gewundert hat, viele Besucher und das alles ohne nennenswerte Zwischenfälle." Probleme hatte es lediglich bei den Parkplätzen gegeben.

Ausklingen wird der Markt am Montag, 11. September, mit dem traditionellen Viehmarkt, der um 9 Uhr beginnt. Knapp zehn Händler werden dazu erwartet. Außerdem soll ein Streichelzoo vor Ort sein. Für den Abend ist ein 15-minütiges Feuerwerk geplant, mit dem der Wilbaser Markt dann ausklingen wird - hoffentlich bei trockenem Wetter.

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