Bananenstauden im Blomberger Garten

Iris Liebig

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Tropen in Tintrup: Rafael Melchert besitzt 25 Bananenstauden. In seinem Garten kümmert er sich liebevoll um die Exoten. - © Iris Liebig
Tropen in Tintrup: Rafael Melchert besitzt 25 Bananenstauden. In seinem Garten kümmert er sich liebevoll um die Exoten. (© Iris Liebig)

Blomberg-Tintrup. Der Garten von Rafael Melchert sieht etwas anders aus, als es in hiesigen Breitengraden üblich ist. Statt Geranien, Tulpen oder Apfelbäume stehen in seiner Grünoase 25 Bananenstauden und einige Palmen.

Seit rund sechs Jahren hegt und pflegt er Bananenstauden und freut sich jetzt über die erste Blüte an seinem ersten Exemplar. Daraus werden einmal Bananen wachsen, allerdings ist die Sorte nicht essbar. Doch darum geht es dem Tintruper gar nicht, denn er möchte keine Bananen ernten, sondern ihn faszinieren die Größe der Pflanzen und der Reiz, ein solches Gewächs in einer Gegend zu etablieren, wo es normalerweise nicht zu finden ist.

„In unseren Breitengraden können die Stauden bis zu fünf Meter groß werden", weiß Melchert. Bei einer Recherche nach Palmengärten im Internet stieß Melchert auf eine Seite, wo ein Bananen-Fan Stauden im Garten zog. Das interessierte ihn so sehr, dass er sich Literatur darüber beschaffte und sich mit der Thematik befasste. Es war um Melchert geschehen – und er nahm sein neues Hobby mit zunächst drei Pflanzen auf.

Allerdings ist die Freizeitbeschäftigung anspruchsvoll und bringt eine Menge Pflege und Arbeit mit sich. Eine Stunde lang gießt Melchert jeden Tag, denn die Bananenstauden verdunsten über die großen Blätter sehr viel Feuchtigkeit. Zudem beobachtet er jeden Tag die Wetterlage, um darauf reagieren zu können.

Im Winter wird dann ein Teil der Pflanzen, bevor der Frost kommt, ausgegraben und im Keller eingelagert. Im Frühjahr setzt Melchert sie nach den Eisheiligen wieder aus und gräbt sie im Boden ein. Der andere Teil der Pflanzen überwintert draußen.

Um sie generell vor der Kälte zu schützen hat Melchert eigens Boxen gebaut, die er den Pflanzen überstülpt und beheizt. Außerdem werden die Boxen mit Stroh ausgelegt. Regelmäßig werden sie gelüftet und die Temperatur überprüft.

Das hat Erfolg: Jetzt trägt die erste Pflanze eine Blüte. Im Jahre 2013 hat Melchert sie eingepflanzt. Damals war sie 50 Zentimeter hoch, heute ist sie eine Staude. „Die Blüte ist allerdings noch nicht geöffnet. Ich denke, in ein paar Tagen werden einige Bananen daran hängen", so Melchert, der sich darüber freut, wie die Stauden wachsen und dass sie überhaupt Früchte tragen können.

Ein Hingucker sind die Pflanzen allemal. „Es halten auch spontan Menschen an und fragen, ob sie mal ein Foto knipsen dürfen", sagt der Züchter. Und: „Wenn die Nachbarn ihr Laub zusammenfegen, dann buddele ich meine Stauden wieder aus", sagt er schmunzelnd. „Und da fragt der ein oder andere auch schon mal, wie das so klappt", erzählt Melchert. Allerdings kommt er an die Grenzen seiner Kapazität, denn letztendlich sind die Stauden sehr groß und sehr schwer und daher aus Platzgründen schwierig im Winter in geschlossenen Räumen unterzubringen. „Da muss ich mir noch etwas einfallen lassen", sagt der Tintruper.

Ende soll aber noch lange nicht sein. „Ich probiere mich auch an anderen exotischen Pflanzen aus oder habe versucht, Bäume aus Samen zu ziehen", erzählt er. Er ist Mitglied im Exotenforum, in dem er sich mit Gleichgesinnten austauscht. Demnächst will sich Melchert zum Beispiel auch an Zitrus- und Orangenbäume wagen.

Beliebtes Obst

Die etwa 70 Bananen-Arten stammen aus dem tropischen bis subtropischen Asien und westlichen Pazifikraum. Erste Aufzeichnungen über die Banane stammen aus Indien. Im 15. Jahrhundert brachten Seefahrer die Frucht auf die Kanaren, rund hundert Jahre später gelangte sie mit den Spaniern nach Mittel- und Südamerika. Heute sind die Früchte nach Äpfeln das zweitbeliebteste Obst der Deutschen.

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