Bürgerinitiative gegen Mülldeponie löst sich auf

Ein langer Protest in Großenmarpe geht zu Ende

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So protestierte die Bürgerinitiative in den 1980er-Jahren gegen eine Deponie bei Großenmarpe. - © Foto: Privat
So protestierte die Bürgerinitiative in den 1980er-Jahren gegen eine Deponie bei Großenmarpe. (© Foto: Privat)

Blomberg-Großenmarpe/Hestrup (mab). Müllsortierung und -vermeidung – das hatten sie sich auf die Fahne geschrieben. Und damit haben sie eine Großmülldeponie verhindert. Heute geht ihr langer Weg zu Ende: Die Bürgerinitiative Mülldeponie Großenmarpe-Hestrup (BIM) löst sich auf.

Während einer Vorstandssitzung sei im November dieser einstimmige Beschluss gefasst wurden, so die beiden Vorstandsmitglieder Andreas Fuchs und Ernst Rubart gegenüber der LZ. Fuchs: "Der Sinn des Vereins hat sich erfüllt. Wir haben eine großflächige Mülldeponie im Bereich Großenmarpe, Hestrup, Selbeck und Istrup verhindert. Es ist davon auszugehen, dass keine Deponie mehr in den vor 30 Jahren angedachten Flächen im Bereich Hahnenberg verwirklicht werden wird."

Das sah Anfang der 1980er-Jahre noch ganz anders aus, erinnert sich vor allem Ernst Rubart an schwierige Zeiten. "Im Herbst 1981 habe ich eines Tages viele Autos von Behördenvertretern vor dem Wald gesehen. Das hat mich sehr stutzig gemacht. Kurze Zeit später gab es dann die ersten Gerüchte über eine Mülldeponie."

Allein im Bereich Hestrup seien damals vier potenzielle Standorte im Gespräch gewesen. Aber auch Detmold-Nienhagen, Belle-Billerbeck und Blomberg-Siebenhöfen hätten zur Diskussion gestanden. Andreas Fuchs: "Es hat sich dann sehr schnell Widerstand formiert. Den haben wir durch die Gründung einer Bürgerinitiative auf eine breite Basis gestellt."

Gestartet sei die Bürgerinitiative mit rund 110 Mitgliedern, später seien es dann fast 200 gewesen. Fuchs: "Durch vielfältige, kreative Aktionen wie zum Beispiel Demonstrationen mit Plakaten, Flugblättern während des Vier-Abende-Marsches und gemeinsamen Besuchen von Kreistagssitzungen haben wir die Öffentlichkeit für die Thematik sensibilisiert."

Es sei ein enormer Aufwand gewesen. Das Engagement habe sich aber unter dem Strich gelohnt, so Ernst Rubart. Hinweise auf Trinkwasser führende Schichten am Fuß der geplanten Deponie hätten die Politiker von Stadt und Kreis wachgerüttelt. Und so sei schließlich die Entscheidung für eine Deponie in Dörentrup gefallen. Andreas Fuchs: "Unsere Empfehlung an andere Bürgerinitiativen lautet: nicht emotional und polemisch sein, sondern sich Fachwissen aneignen und damit überzeugen."

Die Auflösung der Bürgerinitiative findet heute Abend im Rahmen einer Mitgliederversammlung statt. Sie beginnt um 19 Uhr im "Marpetal".

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