Phoenix Contact setzt auf Elektromobilität

Ladestecker geht bei VW in Serie

VON ANDREA FRÜHAUF

Phoenix Contact setzt auf Elektromobilität - © Blomberg
Phoenix Contact setzt auf Elektromobilität (© Blomberg)

Blomberg. Der Blomberger Elektronikhersteller Phoenix Contact setzt verstärkt auf Elektromobilität und will dafür gezielte Produkte entwickeln. Deshalb hat die Unternehmensgruppe die neue E-Mobility GmbH gegründet, die zum 1. Januar 2013 ihren operativen Betrieb in Schieder-Schwalenberg aufnehmen soll, wie Geschäftsführer Roland Bent auf der Automatisierungsfachmesse SPS/IPC/Drives in Nürnberg ankündigte.

Am neuen Unternehmensstandort Schieder-Schwalenberg, würden damit die verschiedenen Elektromobilitätsaktivitäten der Gruppe unter einem Dach gebündelt, erläuterte Unternehmenssprecherin Eva von der Weppen. Auf 1.800 Quadratmetern gebe es Platz für "perspektivisch" rund 50 Mitarbeiter. Ein zweistelliger Millionenbetrag soll investiert werden.

Ein gemeinsam mit der Autoindustrie entwickelter Ladestecker ("Combined Charging System"), der sowohl langsames Wechselstromladen über Nacht als auch schnelles Gleichstromladen binnen zehn Minuten ermögliche, werde ab Mitte 2013 von VW serienmäßig im e-UP ausgeliefert und etwa ein Jahr später im e-Golf, verhieß Bent.

Besser als der Branchenschnitt

Seine Wachstumserwartungen für 2012 kann Phoenix Contact nicht erfüllen. Statt der prognostizierten acht Prozent plus werde der Gesamtumsatz bis zum Jahresende voraussichtlich nur um rund fünf Prozent auf etwa 1,6 Milliarden Euro steigen. Damit sei man aber noch besser als der Branchenschnitt.

Die Ausbildung hat bei dem Elektronikhersteller Phoenix Contact einen hohen Stellenwert. - © FOTO: PHOENIX CONTACT
Die Ausbildung hat bei dem Elektronikhersteller Phoenix Contact einen hohen Stellenwert. (© FOTO: PHOENIX CONTACT)

Während der Umsatz in den USA bis zum Jahresende voraussichtlich um 10 bis 15 Prozent zulegen werde, seien die Erlöse in China deutlich gesunken und würden vermutlich auch am Jahresende noch im Minus sein. Die USA und China sind für Phoenix Contact die wichtigsten Auslandsmärkte. Auch das Europageschäft leide unter dem Nord-Südgefälle. Eine zuverlässige Prognose sei angesichts der Staatsschuldenkrise auch für das nächste Geschäftsjahr "nahezu unmöglich".

Insgesamt wurden in der Unternehmensgruppe 2012 rund 400 Arbeitsplätze geschaffen – 150 davon im Inland. Die Mitarbeiterzahl stieg weltweit auf 12.700 (davon 6.450 in Deutschland). 2011 war die Belegschaft weltweit noch um 1.200 Beschäftigte gewachsen. Der Umsatz hatte 2011 um 14 Prozent auf 1,52 Milliarden Euro zugelegt.

Die Investitionen belaufen sich in diesem Geschäftsjahr auf 128 Millionen Euro (acht Prozent vom Umsatz). In Blomberg wurde am Jahresanfang ein neues Bürogebäude mit 5.000 Quadratmetern Fläche bezogen. Ein weiterer Bürobau soll 2013 fertiggestellt sein. Zudem ist für den Geschäftsbereich Überspannungsschutz neben der Fabrik ein Bürohaus für Konstruktion, Marketing und Entwicklung samt Prüflabor im Endbau. Ein weiterer Neubau (Büros, Werkstatt, Facility Management) sei bezugsfertig. Eingeweiht wurde in den USA das neue Kunden- und Technologiezentrum in Ann Arbor nahe Detroit.

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