Sint Nicolaas und die Zwarten Pieten unterwegs

Kinderschar empfängt den "Heiligen Mann" in Blomberg

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Mund auf für kleine Leckereien: Die Zwarten Pieten bringen auf dem Blomberger Martplatz Pfeffernüsse unters Volk. - © Foto: Blum
Mund auf für kleine Leckereien: Die Zwarten Pieten bringen auf dem Blomberger Martplatz Pfeffernüsse unters Volk. (© Foto: Blum)

Blomberg. Freudige Völkerverständigung: Beim traditionellen Sint-Nicolaas-Markt ist deutsche und niederländische Adventskultur drei Tage lang wieder dicht aneinandergerückt. Vorurteile? Fehlanzeige!

"Mama, wann kommt er denn endlich? Kannst du ihn schon sehen?" So oder so ähnlich schallte es Samstagnachmittag aus unzähligen Kindermündern. Wie an der Schnur aufgezogen standen die Dreikäsehochs mit ihren Eltern im Kurzen Steinweg und tippelten aufgeregt auf der Stelle – dann kam er endlich.

Mit seinen Zwarten Pieten im Schlepptau und in seiner Kutsche fröhlich winkend, zog Sint Nicolaas unter den Klängen des Istruper Spielmannszugs und des Fanfarenzuges Blomberg auf dem Marktplatz ein. Hier wurde der weißbärtige und in edle Kleider gehüllte Mann sogleich mit lauten Jubelrufen und strahlenden Gesichtern begrüßt.

"Goedendag – hartelijk welkom", nahm Bürgermeister Klaus Geise den umlagerten Ehrengast stilecht auf Niederländisch in Empfang. Der dankte Blombergs erstem Bürger, richtete ein paar warme Worte an sein Publikum und lauschte anschließend dem überaus putzigen Ständchen der Singmäuse – einem Kinderchor der Kita Zauberblume und der Kita Istrup.

"Das war wirklich sehr schön, und für brave Kinder habe ich natürlich etwas mitgebracht", verkündete Sint Nicolaas. Gemeint waren die prall gefüllten Tüten mit den beliebten Pfeffernüssen und anderen süßen Leckereien, welche die Zwarten Pieten anschließend in unzählige fordernde Kinderhände verteilten – natürlich durften die vorher noch beim Sint Nicolaas vorsprechen und ihr untadeliges Verhalten bestätigen.

Die Eltern erfreuten sich indes auf dem Marktplatz an anderen Leckereien aus dem Nachbarland. So stand frischer Matjes, Kabeljau im Teigmantel oder saftiger Spießbraten auf der lukullischen Beliebtheitsskala ganz weit oben. "Den Spießbraten garen wir vorher – anschließend kommen Rotwein und Gewürze unten in die Schüssel über das Feuer und obendrauf das Heu. Der Sud steigt durch das Heu ins Fleisch und verleiht ihm seinen Geschmack", erklärte Danny Frerk den interessierten Standbesuchern.

Die strömten vor allem Samstag in Scharen auf den Marktplatz. "Die Resonanz ist prima – es war doch gut, dass wir diese Veranstaltung vor einigen Jahren angeschoben haben", freute sich "Blomberg Marketing"-Chef Oskar Wnendt.

Gestern durften sich die Gäste nicht nur über den zweiten Besuch von Sint Nicolaas freuen, sondern pünktlich zum 1. Advent auch über die ersten Schneeflocken in der Nelkenstadt. Neben weihnachtlichen Akkordeonklängen, einer Zaubershow und Mitmach-Musikvorführungen lockte gestern auch ein verkaufsoffener Sonntag viele Besucher an. Der Sint-Nicolaas-Markt hatte Freitagnachmittag begonnen.

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