Naturschutzbund entrümpelt ein Kleinod

Euwatec-Team befreit im Auftrag des Vereins ökologisch wertvolles Feuchtgebiet von Unrat

Von Marianne Schwarzer

Euwatec-Team entrümpelt verdrecktes Feuchtgebiet - © Blomberg
Euwatec-Team entrümpelt verdrecktes Feuchtgebiet (© Blomberg)

Blomberg-Borkhausen. Ein kostbares Biotop bietet an der Einmündung zur Pappelallee bei Borkhausen nicht nur dem Schwarzstorch Zuflucht, sondern auch Umweltsündern. Der Nabu versucht jetzt, das Feuchtgebiet zu retten.

Direkt an der Straße, aber doch versteckt: Die Teichanlage mit dem alten Mühlengraben haben wohl die wenigsten Autofahrer im Blick, wenn sie zwischen Blomberg und Nessenberg unterwegs sind. Seit einigen Jahren ist die Pappelallee für den Durchgangsverkehr gesperrt, so dass insgesamt an drei Seiten des Geländes Ruhe herrscht. So viel Ruhe, dass Naturfotograf und Naturschützer Bernhard Brautlecht vergangenes Jahr in seinem Tarnzelt herrliche Aufnahmen von fischenden Schwarzstörchen machen konnte.

Unglaubliche Ansammlung: Daniel Topp (rechts) fischt mit der Forke nach der alten Kommode, während Manuela Ostmann und Hans-Joachim Loskant den Fernseher herumwuchten. Tobias Nagel (links)  holt derweil ein Seil, um den Fernseher die Böschung hinauf an die Straße zu hieven. - © Foto: Schwarzer
Unglaubliche Ansammlung: Daniel Topp (rechts) fischt mit der Forke nach der alten Kommode, während Manuela Ostmann und Hans-Joachim Loskant den Fernseher herumwuchten. Tobias Nagel (links) holt derweil ein Seil, um den Fernseher die Böschung hinauf an die Straße zu hieven. (© Foto: Schwarzer)

Das Gelände hat vor einigen Jahrzehnten die Nordrhein-Westfalen-Stiftung erworben, in deren Auftrag sich der Naturschutzbund Blomberg darum kümmert. Hand in Hand geht hier die Arbeit mit der Biologischen Station Lippe, die auf den feuchten Wiesen ringsum Skudden weiden lässt, um das Biotop zu erhalten. "Im vergangenen Jahr haben wir den Teich mal ausbaggern lassen", erzählt Brautlecht. Dabei drangen die Vereinsmitglieder weiter in das Gelände vor als sonst: "Und dann haben wir erst einmal gesehen, wie viel Müll hier abgelagert worden ist."

Der Nabu rief das Team der Euwatec zur Hilfe. Sechs Langzeitarbeitslose rückten mit Teamleiter Hans-Joachim Loskant am Donnerstag mit Müllsäcken, Greifern und Wathose an, um am und vor allem im Gewässer aufzuräumen. Mitten im Bach findet sich ein Computermonitor, gleich daneben eine vermoderte Holzkommode, wenige Schritte weiter am Ufer ein Fernseher: "Dabei kann man die doch sogar kostenlos abgeben", schüttelt Manuela Ostmann den Kopf.

Ein paar Meter weiter liegen aufgerissene Müllsäcke: Plastikverpackungen gemischt mit vollen Kinderwindeln - eine eklige Angelegenheit. Keine angenehme Arbeit für Manuela Ostmann und Daniel Topp, während Karsten Vösgen und Ulrike Sandrau mit ihren Greifern Plastikflaschen aus dem Bach angeln. Derweil versucht Tobias Nagel, den aufgerissenen Fernseher durch das unwegsame Gelände hoch zur Straße zu schaffen.

"Die Abgeschiedenheit ist ein Vor-, aber auch ein Nachteil", sagt Brautlecht. "Wer hier seinen Müll in die Gegend kippen will, ist einigermaßen unbeobachtet." Er hofft, dass der Schwarzstorch sich auch in diesem Jahr wieder einfinden wird - und dass es vorerst sauber bleibt.

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