Straßen verlieren an Wert

Jana Beckmann

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Lemgoer Straße - © Jana Beckmann
Lemgoer Straße (© Jana Beckmann)

Detmold. Die Stadtverwaltung beurteilt den Allgemeinzustand der städtischen Straßen als befriedigend. Trotzdem müsste eigentlich mehr investiert werden. Grund ist das neue kommunale Finanzmanagement, nach dem auch alle Sachwerte in den Haushalt mit einfließen. Um den Wert der Verkehrsinfrastruktur zu erhalten, wären ersten Schätzungen zufolge rund 4,5 Millionen Euro pro Jahr nötig.

Bereits 2011 ist der Beschluss gefasst worden, einen systematischen Erhaltungsplan für die Straßen aufzubauen. "Die Entwicklung des Zustands der städtischen Straßen verhält sich aus heutiger Sicht erwartungsgemäß", berichtet Thomas Lammering, Technischer Beigeordneter der Stadt Detmold. Wie vorgesehen seien Sanierungen an der Lageschen- und der Bahnhofsstraße, der Königsstraße in Heiligenkirchen und der Hiddeser Straße in Heidenoldendorf über die Bühne gegangen. An anderen Stellen, wo sich ein besonders schlechter Zustand zeigte - wie etwa an der Falkenkrugstraße, gab es auch Erneuerungen.

In diesem Jahr sollen die Sanierung des Willy-Brandt-Platzes und der Denkmalstraße in Heiligenkirchen folgen, während die Blomberger-, die Bielefelder Straße und die Paderborner Straße in Berlebeck vorerst zurückgestellt worden sind. Voraussichtlich 2018/19 soll die Lemgoer Straße zwischen Nordring und Sylbeckestraße hergerichtet werden, zusammen mit dem dort erforderlichen Kanalbau. Dazu kommen die Richthofen- und die Leopoldstraße.

"Die Sanierungsanstrengungen scheinen zurzeit trotz Verschiebungen und Verzögerungen ausreichend zu sein, um den Straßenzustand des Hauptverkehrsstraßennetz in einem verkehrssicheren Zustand zu erhalten", erklärt der Beigeordnete. Die Sanierung der Fahrbahnflächen diene jedoch nur der Erreichung der Lebenserwartung der Straßen und trage nicht zu den eigentlich erforderlichen Ersatzinvestitionen bei.

Und damit sind wir bei der anderen Seite der Medaille - den Buchwerten. Denn: Die Straßen gehören, genau wie übrigens auch Kanäle, Immobilien, Grundstücke und andere Dinge, zum sogenannten Anlagevermögen der Stadt. Da die jährlichen Abschreibungen nicht von den Investitionen aufgewogen werden, gibt es eine Wertminderung. Zwischen 2008 bis 2014 hat das Anlagevermögen laut der Verwaltung um rund 11,8 Millionen Euro abgenommen.

Was hat das für Auswirkungen? "Hier sind wir schnell beim Stichwort Generationengerechtigkeit", erklärt Detlef Wehrmann vom Team Straßen und Verkehrstechnik der Detmolder Stadtverwaltung. Es müssten Überlegungen dazu folgen, wie die Straßen als solche und auch die Buchwerte künftig berücksichtigt werden sollen - mit dem Ziel, die vorhandenen Mittel vernünftig auf alle Bereiche zu verteilen. Eine politische Diskussion zu diesem Thema soll folgen.

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