IG Metall und Weidmüller-Betriebsrat kündigen weitere Demonstrationen an

Sie kritisieren das Unternehmen für die Haltung, keine Alternativen zum Job-Abbau zu diskutieren

Thorsten Engelhardt

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Unterwegs auf der Klingenbergstraße: Gewerkschaft und Weidmüller-Betriebsrat haben zu einem Protest gegen die geplanten Stellenstreichungen bei dem Elektronikspezialisten aufgerufen. Sie kündigen weitere Proteste an. - © Privat
Unterwegs auf der Klingenbergstraße: Gewerkschaft und Weidmüller-Betriebsrat haben zu einem Protest gegen die geplanten Stellenstreichungen bei dem Elektronikspezialisten aufgerufen. Sie kündigen weitere Proteste an. (© Privat)

Detmold. Bei Weidmüller wird weiter gegen den geplanten Stellenabbau protestiert. So sind am Dienstag mehrere hundert Mitarbeiter auf die Straße gegangen. Kritik übten Betriebsrat und Gewerkschaft am Unternehmen, das eine Sprechstunde vor einem Gebäude untersagt habe. Weidmüller stellt das anders dar.

Rund 400 Mitarbeiter haben sich nach Angaben der IG Metall zu der Protestaktion vor den Werkstoren getroffen. Aus dem Unternehmen wurde die Zahl kleiner eingeschätzt. Viele Beschäftigte hätten Fragen und Ängste in der jetzigen Situation, wird Erich Koch, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, in einer Mitteilung der Gewerkschaft zitiert.

Weidmüller hat bekanntlich einen Unternehmensumbau angekündigt, man will sich zum Anbieter ganzer Lösungen für seine Kunden entwickeln. Detmold soll zum zentralen Standort für die Technologie werden, 25 Millionen Euro sollen in diesem Jahr investiert werden. Aber im Zuge dieses Umbaus sollen 121 Stellen in der Fertigung in Detmold wegfallen, 37 neue sollen im Bereich Metall in Detmold geschaffen werden.

Am Dienstag sei ursprünglich eine Sprechstunde von Gewerkschaft und Betriebsrat an der Vorderseite eines Weidmüller-Gebäudes an der Klingenbergstraße geplant gewesen, so die IG Metall. Das habe der Vorstand aber untersagt. Deshalb habe man die Beschäftigten in der Protestaktion außerhalb des Geländes informiert.

Gewerkschaft und Betriebsrat erneuerten ihre Kritik an der Unternehmensführung. Sie weigere sich, über Alternativen zum Personalabbau zu verhandeln. Das stoße bei den Beschäftigten auf Unverständnis. Sie sprächen dem Vorstand die Kompetenz ab, über Alternativen nachzudenken, die einen Erhalt der Kunststofffertigung in Detmold sicherstelle.

Den Weg des Vorstandes wollten die Mitarbeiter nicht mitgehen, der Protest sei deshalb nur eine Auftaktveranstaltung in dem Konflikt. Man sei zu weiteren Aktionen bereit, wenn sich der Weidmüller-Vorstand nicht zu einer nachhaltigen strategischen Lösung zum Erhalt der Arbeitsplätze entschließe, so Koch.

Das Unternehmen wies die Kritik erneut zurück. Der Vorstand habe nichts verboten, sagte Sprecherin Marion Sommerwerck. Vielmehr sei die Personalabteilung angefragt worden, ob Betriebsrat und Gewerkschaft Sprechstunden abhalten könnten. Der Personalchef habe dem zugestimmt, allerdings abgelehnt, die Sprechstunden auf dem Parkplatz stattfinden zu lassen. Stattdessen seien Räumlichkeiten angeboten worden.

„Veränderungen im Unternehmen sind notwendig, um das Unternehmen auch in Zukunft sicher aufzustellen", sagte Sommerwerck weiter. Die Ausgestaltung wolle man mit der Mitarbeitervertretung erörtern. „Wir sind weiter gesprächsbereit und wollen gemeinsam mit dem Betriebsrat Lösungen erarbeiten", betonte Marion Sommerwerck.

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