Light Art lässt den Hermann auf dem Sockel drehen

Die Firma zeigt eine sogenannte 3D-Video-Mapping-Show

Astrid Sewing

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Neue Ansichten: Während der Video-Mapping-Show wird das Hermannsdenkmal komplett demontiert und neu aufgebaut – einmal schaut der Hermann auch in Richtung Publikum. Zum Schluss gibt es ein „Feuerwerk" – gezündet wird nichts. - © Fotos: Light Art
Neue Ansichten: Während der Video-Mapping-Show wird das Hermannsdenkmal komplett demontiert und neu aufgebaut – einmal schaut der Hermann auch in Richtung Publikum. Zum Schluss gibt es ein „Feuerwerk" – gezündet wird nichts. (© Fotos: Light Art)

Detmold. Wenn Uwe Acker in Bierlaune ist, dann wissen seine Freunde, dass sie Ungewöhnliches erwarten können. Der Chef von Light Art verkündete zuletzt, dass er den Hermann umdrehen möchte – und das wird bereits im März passieren.

„Es hat mich immer geärgert, dass der mir den Rücken zudreht, wenn ich auf dem Hauptweg hochgehe", sagt Acker. Und er fügt an, dass seine Freunde mittlerweile wissen, was solch eine Ansage bedeuten kann. Denn das Konzept für „Hermann leuchtet" ist auch in etwa so entstanden. Die letzte Ansage, das Denkmal umzudrehen, wird vom 10. bis 20. März dank ausgefeilter Technik umgesetzt.

In diesem Jahr heißt das Zauberwort 3D-Video-Mapping. Akribisch wurde das Denkmal vermessen. Jeder Stein musste gezeichnet werden, denn – soviel sei verraten – die Steine fliegen in der Show, der Hermann dreht sich und er kleidet sich auch um. Der visuelle Eindruck ist dem Geschäftsmann wichtig, aber Uwe Acker, der im Go Park in Herford nebenberuflich als erster DJ die Mucke gemischt hat, legt auch sehr viel Wert auf die Musik. Erstmals wird das Ganze untermalt von Filmmusik der berühmten Komponisten Steve Jablonsky („Transformers") und Hans Zimmer („König der Löwen").

Information
Programm

„Hermann leuchtet 3.0" beginnt am Donnerstag, 10. März, und endet am Sonntag, 20. März. Im 45-Minuten-Takt beginnen die Shows. Sonntags bis donnerstags gibt es das Programm von 18 bis 22 Uhr, freitags und samstags von 18 bis 24 Uhr. Ein Sonderbus fährt am Wochenende ab Bahnhof Detmold, er hält am Lippischen Hof und am Freilichtmuseum. Erwachsene zahlen 9, mit der LZ-Karte 8 Euro. Kinder bis 1,20 Meter Größe haben freien Eintritt. Jugendliche und Behinderte (Einstufung 100 Prozent) zahlen 5 Euro.

„Das geht nur, weil wir uns mit der Gema einigen konnten. Die hatte 2014 das gesamte Areal und nicht nur die Zone, wo das Publikum tatsächlich steht, als Berechnungsgrundlage genommen. Das war einfach zu viel", sagt Acker. Gema steht für Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte.

Was in der Präsentation so spielerisch daherkommt, ist am Rechner entstanden. Nur eine Handvoll Programmierer in Europa sei imstande, so etwas umzusetzen. Das technische Equipment stammt laut Acker zu einem guten Teil aus den USA, etwa die Laser und die Sky-Search-Strahler, die mit 4000 Watt Xenon-Scheinwerfern Lichtbänder in den Himmel schicken. Weil Laser im Nebel besonders gut zur Geltung kommen, werden zwei große Nebelmaschinen die dramatischen Effekte verstärken.

Die Superlative verlangt nach einem ebenso umfangreichen Sicherheitskonzept. Acker muss Dutzende Genehmigungen beibringen, unter anderem gibt das Luftfahrtbundesamt sein Plazet und auch der TÜV schaut sich nach dem Aufbau alles an. „Die Laser sind in einer Zone platziert, die die Besucher nicht betreten dürfen, außerdem schalten sich die Geräte automatisch ab, wenn es eine Unterbrechung gibt", sagt Acker.

Das Sicherheitskonzept umfasst aber mehr. Im vergangenen Jahr war Kritik laut geworden, weil Naturschützer befürchtet hatten, dass die Tiere im Wald durch das Spektakel Schaden nehmen könnten. Ein Gutachten wurde erstellt. Die Experten kamen zu dem Ergebnis, dass die Veranstaltung für Flora und Fauna unbedenklich ist. „In diesem Jahr haben wir die Veranstaltung eine Woche vorgezogen, was auch bedeutet, dass sie in einer Zeit stattfindet, in die Vögel noch gar nicht brüten", stellt Acker fest.

Elf Tage lang ist das Gelände rund um das Hermannsdenkmal bewacht. Ein orangefarbener Maschenzaun, anderthalb Meter hoch und aus flexiblem Gewebe, grenzt das Gebiet ab, die Wanderwege sind teilweise gesperrt. Denn es geht auch darum, Geld zu verdienen.

In diesem Jahr werden alle Besucher durch die Gastronomie-Zone geleitet, die hinter dem Einlass beginnt. Der Eintritt ist etwas teurer. „Die Kosten für so eine Show liegen im sechsstelligen Bereich, gerade die 3D-Animation ist aufwendig", sagt Acker. Und wenn es regnet? „Wir können auch unter Wasser spielen, die Technik macht das ohne Probleme mit", sagt er lachend.

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