Protest gegen Gewerbegebiet wird fortgesetzt

Die Jerxen-Orbker legen dem Rat erneut einen umfangreichen Fragenkatalog vor. Sie fürchten Lärm und hohes Verkehrsaufkommen in ihrem Ortsteil und sehen den Naturschutz gefährdet

Sven Koch

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Widerspruch: Die Bevölkerung von Jerxen-Orbke will kein weiteres Gewerbegebiet an der Lageschen Straße. Sie finden, ihr Ortsteil sei bereits stark genug belastet. - © Bernhard Preuß
Widerspruch: Die Bevölkerung von Jerxen-Orbke will kein weiteres Gewerbegebiet an der Lageschen Straße. Sie finden, ihr Ortsteil sei bereits stark genug belastet. (© Bernhard Preuß)

Detmold/Jerxen-Orbke. Die Jerxen-Orbker halten die Stadt weiter auf Trab, um weitere Gewerbegebiete in ihrem Ortsteil zu verhindern. Die Politik hat zwar schon die planungsrechtlichen Weichen gestellt, dennoch haben Bürger erneut einen umfassenden Fragenkatalog vorgelegt – ihr Ziel: keine neuen Gewerbeflächen an Balbrede, Peterskamp und Oetternbrede, denn Jerxen- Orbke sei schon stark genug mit Gewerbe und Verkehr belastet.

Die Stadt will im Detmolder Westen die neuen Zonen ausweisen, um sich für die Zukunft abzusichern und weiter ausreichend Gewerbeflächen vorhalten zu können. Die gibt es zwar auch in anderen Bereichen – zum Beispiel im Umfeld des Skyparks am Hangar im Detmolder Osten, doch ist das Interesse der Wirtschaft am Westen größer, weil er näher an Autobahnanschlüssen in Bielefeld oder Bad Salzuflen/Herford liegt.

Hierzu sollen neue Flächen an der Lageschen Straße ausgewiesen und außerdem der Knotenpunkt Orbker Straße/Lagesche 
Straße ausgebaut werden. Die Bürger jedoch wenden sich seit geraumer Zeit dagegen. Sie haben Online-Petitionen veranlasst, Anwälte beschäftigt, demonstriert und mehrfach Stellungnahmen, Anträge und Anfragen gestellt.

Pünktlich zum Beschluss über die Offenlegung des Bebauungsplans Balbrede ist dem Rat ein erneuter Fragenkatalog vorgelegt worden. Dazu kommt eine Tischvorlage aus dem Fachbereich für Stadtentwicklung, der erklärt, dass er nur bedingt etwas dazu sagen könne: „Die Bürgeranfrage mit mehr als 60 Einzelfragen umfasst einen großen Themenkomplex von mehreren einzelnen Fachbelangen, die nicht alle im Fachbereich Stadtentwicklung angesiedelt sind."

Im Vergleich zur Offenlegung des Entwurfs zu dem Gewerbegebiet seien jedenfalls keine wesentlichen Änderungen in der Bürgeranfrage vorgetragen worden. Es würden sich aus der Anfrage auch keine Konsequenzen für das Bauleitverfahren ergeben – verwiesen wurde auf die jüngste Veranstaltung von „Rathaus Mobil" in Bentrup, in der sich viele Bürger in Bezug auf die Gewerbeplanung zu Wort meldeten.

Die Bürger sprechen in ihrer umfangreichen Anfrage etwa das Thema „Verkehr" an. „Wurde das derzeitige Verkehrsaufkommen auf der Orbker Straße untersucht?", wollen sie wissen. Schon jetzt sei absehbar, dass sich das Aufkommen massiv erhöhen werde.

Zudem würden sich Fragen des Lärmschutzes stellen: Wie weit seien die Gewerbegebäude und die neuen Straßen von bestehenden Gebäuden entfernt? Soll es Erdwälle geben? Wie hoch wären die Gebäude? Müsse gefürchtet werden, dass die Geschossigkeit sich irgendwann erhöhe? Was würde gegen den Verkehrslärm getan? Wie sehe es mit der Lichtemission der Gewerbeflächen aus?

Außerdem sprechen die Bürger Fragen des Naturschutzes an: Ein Gutachten des Naturschutzbundes besage, dass der Bereich des Oetternbachs ein bedeutendes Naturschutzgebiet sei mit einem Tiervorkommen von Eisvogel bis zum Schwarzstorch oder schützenswerten Fledermausarten. Es gebe auch Feldhasen und Hamster – zu diesen fehlten Untersuchungen der Stadt.

Weiter verfüge die Stadt Detmold ohnehin über ausreichend Industriebrachen und Flächen für Gewerbe. In einem gesonderten Termin sollen viele dieser Fragen geklärt werden.

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