Andreasmesse: Schausteller haben trotz voller Innenstadt wenig Kunden

Raphael Bartling

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Die Andreasmesse war am Wochenende gut besucht - © Raphael Bartling
Die Andreasmesse war am Wochenende gut besucht (© Raphael Bartling)

Detmold. Großereignis in der Residenzstadt: Die Andreasmesse hat in den vergangenen fünf Tagen einmal mehr etliche Menschen in die Detmolder Innenstadt und auf den Kronenplatz gelockt. Nach Einschätzung vieler Händler und Schausteller nahm die Resonanz auf ihre Angebote im Vergleich zu den vergangenen Jahren jedoch ab.

Während die Marktbeschicker von Mittwoch bis Sonntag in ihren Glühweinständen, Hotdog-Buden und an ihren Karussells bereit standen, begnügten sich viele Kirmesgänger offenbar mit einem Streifzug über das Gelände und legten lediglich sporadische Stopps ein, um zu essen, zu trinken oder die sonstigen Angebote zu nutzen.

Andreasmesse am Samstag

Andreasmesse am Samstag

„Man merkt, dass es Ende des Monats ist. Die Kaufkraft der Leute ist einfach nicht so da", sagte Marktbeschickerin Cornelia Dorenkamp, die bereits seit zehn Jahren an der Andreasmesse teilnimmt und sich mit ihrem Süßigkeitenverkauf im Rosental vor dem Landestheater positioniert hatte. Es zögen an sich genügend Besucher an ihrem Verkaufswagen vorbei, nur näherkommen und etwas kaufen wollten nicht viele.

Auch bei benachbarten Ständen mit ähnlichem Angebot ergab sich ein ähnliches Bild. „Wo sind die Kunden? Was ist denn nur los?", entfuhr es beispielsweise einem Händler für Honigspezialitäten gegenüber seinem Mitarbeiter am Samstagabend, während der Menschenzug durch die Lange Straße weiterzog und dabei einen Bogen um den mit Grün dekorierten Verkaufsstand schlug.

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Freitag und Samstag ist viel los

Insgesamt 198 Schausteller und Händler sind bei der Andreasmesse vertreten gewesen. Das sind 32 weniger als noch im vergangenen Jahr. Das Besucheraufkommen bewertete Marktmeister Jürgen Hagemeister als „sehr gut". Am Freitag und Samstag habe es die stärkste Frequenz gegeben, der Sonntag erfreue sich darüber hinaus als Familientag immer größerer Beliebtheit.

Lange Schlangen ließen sich derweil auch auf dem Kronenplatz vergeblich suchen. Friedrich Schneider bietet dort seit vielen Jahren Dosenwerfen für Kinder an. Nur selten musste er in dieser Woche die goldenen Blechdosen wieder auftürmen und Gewinne herausgeben. Nicht, weil seine Kunden ihr Zielwasser nicht getrunken hatten, sondern weil nur wenige seinen Stand mit einem Besuch beehrten: „Schon mein Leben lang bin ich auf der Andreasmesse, bereits meine Eltern haben hier mit dieser Bude gestanden. Ich finde, in diesem Jahr kamen weniger Besucher als sonst vorbei. Woran es liegt, kann ich nicht sagen."

Marktmeister Jürgen Hagemeister ist indes zufrieden: „Die Messe ist friedlich und harmonisch verlaufen, die Stadt war voll und es war eine gelungene Veranstaltung." Dass es an der Kaufkraft der Besucher haperte, begründete Hagemeister auch mit dem Veranstaltungsdatum. „Bei einigen ist das Geld am Monatsende einfach nicht mehr da. In Zukunft wird das aber erst einmal nicht mehr passieren. In den nächsten fünf Jahren führt die Andreasmesse bis in den Dezember hinein. Und dann wird es für die Händler einfacher." Denn: Die Andreasmesse beginnt immer am Mittwoch nach Totensonntag, und der war in diesem Jahr recht früh.

Mit den Planungen fürs kommende Jahr will sich der Marktmeister im Januar beschäftigen. In der Regelwürden pro Jahr drei Fahrgeschäfte neu besetzt. Darüber hinaus bliebe es weitgehend beim Programm.

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