Das bietet der Detmolder Advent in diesem Jahr

Der Weihnachtsmarkt der Residenz wächst und gedeiht

Jost Wolf

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Schön bunt: Ein Blick über den Detmolder Advent. - © Archiv: Bernhard Preuß
Schön bunt: Ein Blick über den Detmolder Advent. (© Archiv: Bernhard Preuß)

Detmold. „Es ist schön zu sehen, dass der ,Detmolder Advent‘ langsam aus dem Krabbelalter herauswächst und in die Pubertät kommt", freute sich Bürgermeister Rainer Heller während der Vorstellung des Programms für den nächsten Monat.

Das Thema...

...des „Detmolder Advents" wird dieses Jahr „Das Sonntagskind" sein, ein vergessenes Märchen aus dem Lippischen. In ihm kommt eine Rosenfee vor – die auch kostümiert auf dem Adventsmarkt zu sehen sein wird. Die Hütten werden mehr – dieses Jahr werden es 25 sein. Der Neuzugang ist eine Kunsthandwerkerhütte. Damit liegt die Balance zwischen Gastronomie und Kunsthandwerk fast halbe-halbe. Die stabilen Hütten kosten übrigens pro Stück rund 12.000 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Dazu kommen noch rund 1.000 Euro für die Innenausstattung.

Information
Alle Weihnachtsmärkte im Kreis Lippe und Umgebung

Das Lichtkonzept...

...wird immer ausgefeilter. „Diesmal werden wir beispielsweise so genannten Angsträume wie die Kükengasse beleuchten", erklärt Heinz Holey, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. Im schmalen Durchgang an der Rückseite des Rathauses muss sich während des „Detmolder Advents" also niemand unwohl fühlen. Wie bisher sind 24 Hütten nummeriert und bilden einen Adventskalender. Anfangs leuchten alle Hütten warmweiß, der aktuelle Tag leuchtet grün und vergangene Tage leuchten rot. An den grün leuchtenden Hütten gibt es spezielle Rabatte oder Aktionen.

Das Tonkonzept...

...haben Studenten des Erich-Thienhaus-Instituts der Hochschule für Musik erarbeitet. Sie spielen Ausschnitte aus der Hochschul-CD „The First Noël". Die Musik wird an allen Hütten gleichzeitig zu hören sein.

Das Bühnenprogramm...

...ist sehr umfangreich, nicht notwendigerweise weihnachtlich und in der Regel kostenlos.

Der „Detmolder Kinderadvent"...

...ist auf dem Kirchplatz am Rathaus zu finden. Vor dem Schaufenster von Spielwaren Schönlau wird ein Zelt aufgebaut, in dem der Nachwuchs auf Holzschlitten sitzend in Decken gehüllt kurze Märchenfilme schauen kann. Außerdem gibt es verschiedene Aktionen an der so genannten Feuertonne, einem von innen beleuchteten Ölfass. Die Westseite des Rathauses ist mit einem Scherenschnittband verhüllt. Aus ihm sind die Märchen-Scherenschnitte erklärt, die auf allen Hütten zu finden sind. Außerdem stehen dort Märchenfiguren mit Kopflöchern, in denen sich die Kinder fotografieren lassen können.

Hier geht es zum kompletten Programm.

Öffnungszeiten und Busverkehr

  • Der „Detmolder Advent" beginnt am Freitag, 2. Dezember, um 17 Uhr und endet an Heiligabend.
  • Die Gastronomiehütten haben montags bis donnerstags und sonntags von 12 bis 22 Uhr geöffnet, freitags von 12 bis 23 Uhr und samstags von 11 bis 23 Uhr. Die Kunsthandwerkerhütten haben jeden Tag mindestens bis 20 Uhr geöffnet.
  • Mit dem Weihnachtsticket fahren Erwachsene im Stadtbus an allen Adventssamstagen und -sonntagen für 1,50 Euro pro Fahrt im Stadtgebiet. Die Busse fahren an diesen Tagen wie unter der Woche.
  • Am verkaufsoffenen Sonntag, 11. Dezember, ist das Parken am Gericht, am Kaiser-Wilhelm-Platz und auf dem Kronenplatz frei.
  • Der Wochenmarkt ist ab heute bis einschließlich 27. Dezember im Rosental zu finden.

Kommentar: "Zu viele Klicks und die Folgen"

von Thomas Reineke

Es sind für den Einzelhandel die wichtigstem Wochen des Jahres. Rund 90 Milliarden Euro Umsatz erwartet der Handelsverband Deutschland im Weihnachtsgeschäft 2016, ein Plus von knapp vier Prozent. Das klingt satt. Die Frage ist allerdings: Wie viel von den Mehreinnahmen bleiben in den Kassen der örtlichen Einzelhändler hängen? Der Verdacht liegt nahe, dass das Plus eher beim Online-Handel landet.

Das ist eine fatale Entwicklung. Ein Versender schert sich nicht um die Entwicklung einer Innenstadt, steckt kein Geld in Weihnachtsbeleuchtung oder das Stadtmarketing. Er macht nicht mit bei der Organisation eines Markts wie dem Detmolder Advent oder dem Salzufler Weihnachtstraum und zahlt, wenn er ein ganz Großer ist, bisweilen noch nicht mal Steuern in Deutschland. Aber was wären lippische Städte ohne Einzelhandel? Die Antwort ist einfach: tot. Nur eine gesunde Mischung aus Geschäften, Verweilqualität und Veranstaltungen macht eine Stadt attraktiv.

Bricht eine Säule weg, sind die Folgen fatal. Ein einzelner Einkauf per Mausklick tut der City nicht weh. Wer aber außer den Dingen des täglichen Bedarfs fast nur noch im Internet bestellt, dem muss klar sein, dass das Folgen vor seiner Haustür hat. Dabei sind die Angebote im Netz oft nicht besser als vor Ort. Von der Beratung beim Kauf und der Betreuung im Garantiefall ganz zu schweigen.

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